Naturdenkmal Düte Hase-Nebenfluss: 35 Kilometer, sechs Gewässergüteklassen

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Hilter. Südlich von Wellendorf, am Hohnsberg im waldreichen Gelände des Teutoburger Waldes, befindet sich die Quelle der Düte. Aus dem dort entspringenden Rinnsal entwickelt sich im Verlauf der 35 Kilometer Länge ein bis zu vier Meter breiter Fluss, der bei Lotte-Halen in die Hase mündet.

Die Quelle liegt in einer Gegend, wie sie sich Naturliebhaber nicht besser wünschen können. Die Ruhe in dem hohen, von Mischgehölzen unterbrochenen Buchenwald zieht selbst an Wochentagen Spaziergänger und Sportler an, die zu Fuß oder auf dem Rad die gut ausgebauten Wege nutzen. Es geht bergauf, bergab. Und wer Glück hat, dem begegnen Rehe oder er hört jetzt im Frühjahr das Klopfen der Spechte, die ihre Nisthöhlen ins Altholz schlagen.

Auf halber Höhe des Hohnsbergs, bei 186 Metern über Normalnull, befindet sich direkt am Wegesrand die Quelle. Ein Schild daneben weist diese Stelle als Naturdenkmal aus, doch über viele Wochen innerhalb des Jahres sprudelt hier kein Wasser. Erst einige Meter tiefer wird der Boden feuchter, und ein Rinnsal wird sichtbar, das sich den Hang herunterwindet.

Entlang des ersten halben Kilometers fließt die junge Düte durch naturbelassenen Wald, wo umgestürzte Bäume, quer liegende Äste und sumpfige Stellen manch idyllisches Bild vermitteln.

Kurz bevor der Bach die Straße Zum Limberg kreuzt, fließt die Bremsel in das Wasser ein, die ebenfalls beim Hohnsberg entspringt, später der Schlochterbach und einige weitere Bäche. Der Oberlauf von Wellendorf bis Kloster Oesede wird als naturnah gekennzeichnet, die Gewässerstrukturgüte liegt bei Stufe 1 bis 3. Nach dem dortigen Klärwerk in Richtung Oesede verändert sich die Qualifizierung bis zur Stufe 6, was starke Eingriffe des Menschen beschreibt. Auf dem Gebiet des Stahlwerks fließt die Düte unsichtbar für alle Augen verrohrt und erhält erst kurz vor dem Klärwerk in Malbergen ihr eigentliches Erscheinen zurück. Der Unterlauf auf Osnabrücker Gebiet bis zur Mündung in die Hase ist geprägt von Grünlandauen, wo Erlen das Ufer säumen, aber auch Ausbaumaßnahmen und Begradigungen durchgeführt wurden.

Die Qualität des Wassers der Düte ist an vielen Stellen unterschiedlich. Am Oberlauf sind Fliegenfischer anzutreffen, bei Georgsmarienhütte ist der Anstieg von Schwermetallen zu verzeichnen und später eine Erhöhung von Nitratwerten. Die Versiegelung des Bodens entlang ihres Verlaufs lässt den Wasserpegel bei Regen gefährlich schnell ansteigen.

Während der Fluss noch vor 25 Jahren durch Düngung, Müll und andere Einleitungen biologisch auf der Kippe stand, haben Gewässerschutzmaßnahmen inzwischen Wirkung gezeigt. Der Unterhaltungsverband Obere Hase, Fachbehörden und das Engagement von Vereinen wie etwa der „Teutoburger Wald – Wiehengebirge – Natur- und Gewässerschutz – Fliegenfischer Georgsmarienhütte“ (TWNGF) haben Fische wie die Mühlkoppe, das Bachneunauge und andere sowie Pflanzen wie das Sumpfvergissmeinnicht wieder heimisch werden lassen.

Die Geo-Koordinaten der Dütequelle befinden sich bei +52° 9’ 47.19“, +8° 6’ 50.14“.


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