Aus der Luft betrachtet: Wasser- und Aussichtsturm auf dem Gersberg Mit Blick auf die Borgloher Schweiz

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Aussicht auf Borglohs schöne Landschaft gewährt der Wasserturm an der Iburger Straße. Foto: Helmut SchmidtAussicht auf Borglohs schöne Landschaft gewährt der Wasserturm an der Iburger Straße. Foto: Helmut Schmidt

Hilter. Wer sich die Mühe macht, auf den 188 Meter hohen Gersberg – manche sagen auch Strubberg – zu wandern (oder zu fahren, es gibt ein paar Parkplätze) und die 84 Stufen zur Aussichtsplattform des Wasserturms in 15 Meter Höhe zu erklettern, wird mit einem tollen Rundum-Ausblick auf Teutoburger Wald und Wiehengebirge belohnt. Nicht von ungefähr heißt die Landschaft hier „Borgloher Schweiz“.

Die vorrangige Aufgabe des 1961 erbauten Klinkerturms ist die Trinkwasserversorgung für die Ortsteile Borgloh, Wellendorf, Hankenberge und Ebbendorf. Der Wasserbeschaffungsverband Osnabrück-Süd lässt das Trinkwasser aus dem Ebbendorfer Wasserwerk maschinell in den Hochbehälter mit 250 Kubikmetern Fassungsvermögen pumpen. Von hier fließt es mit dem Steigungsgefälle an die Verbrauchsstellen. 200000 Liter Trinkwasser passieren jährlich den Turm. Auf seinem Boden befindet sich stets auch eine Löschwasserreserve von 75 Kubikmetern, denn ab einer bestimmten Höhe des Wasserspiegels darf das Wasser nicht mehr für die Trinkwasserversorgung verwendet werden, wie Helmut Kallmeyer von der Gemeinde Hilter erklärt.

2003 wurde der Turm grundlegend renoviert. Seitdem wird er abends geschlossen. Die Öffnungszeiten sind im Sommer regelmäßig montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, samstags, sonntags und an feiertags von 9 bis 18 Uhr – im Winter in Abhängigkeit von der Witterung. Die Antennen sind ein Tribut an die Mobilfunknetze.

Im Bildvordergrund, der heute von einem kleinen Wäldchen mit schmuckem Fachwerkhaus bestimmt wird, sollen noch die Fundamente einer Windmühle vorhanden sein, die dort 1725 gebaut wurde. Doch die Konkurrenz der zehn Borgloher Wassermühlen machte dem Windmöller das Leben schwer. 1766 wurde die Mühle abgebrochen und mit Pferdegespannen zum Wiederaufbau nach Neuenkirchen bei Bramsche transportiert.

Um 1726 hatte Fürstbischof Ernst August II. auch den Bau einer Glashütte auf dem Berg verfügt – nur gut 100 Meter westlich (links) von Windmühle respektive Wasserturm. Doch auch sie rentierte sich nicht und stellte nach wenigen Jahren den Betrieb ein. 1782 wurden sowohl die Glashütte als auch das verbliebene Windmühlenhäuschen abgerissen/auf Abriss an den Domdechanten als Baumaterial für das Haus Hagen verkauft.

Die Iburger Straße in der Bildmitte führte früher etwas südlicher genau zwischen dem Anwesen Vornhülz (Gebäude oberhalb des Wasserturms) und der ehemaligen Gaststätte Schomecker hindurch. Dort gab es bis etwa 1900 eine Wegegeldhebestelle. Gut 100 Jahre später wurde der Schankbetrieb in der Gaststätte eingestellt. Man erkennt das Gebäude zwischen dem von oben links einmündenden Höhenweg und der von Norden kommenden Straße „Am Strubberg“. Das gegenüberliegende Haus Wiehe, dem soeben ein Neubau angefügt wird, entstand um 1870, die anderen Häuser der kleinen Siedlung zumeist von 1936 bis 1939. So auch das Elternhaus von Heinrich Stegmann, der als Hobby-Archivar bestens Auskunft über Borglohs Geschichte geben kann. Er berichtet, dass das hinter dem Haus liegende Wäldchen der (auf dem Bild nicht mehr sichtbaren) Straße „Bauernfrieden“ den Namen gegeben habe. Damit wurden Holzungen bezeichnet, die als Mark im gemeinsamen Eigentum der Bauern standen. Eine Besonderheit ist für ihn persönlich die große Kastanie hinter seinem Haus – er hat sie als kleiner Junge selbst gepflanzt. Später diente sie seinen Kindern als Kletterbaum. Er selbst vergnügte sich in seiner Jugend im Winter gern an „halsbrecherischen Schlittenpartien“ auf Hehenkamps Wiesen, die in der rechten Bildhälfte steil abfallend zu erkennen sind. „Damals kamen sogar Skifahrer aus Osnabrück hierher.“

Dieses Motiv ist in den Geschäftsstellen der Neuen OZ in Osnabrück (Große Straße und Breiter Gang) sowie in Georgsmarienhütte (Am Rathaus 12) erhältlich. Ein Abzug (20 x 30 cm) kostet 14 Euro, das Format 40 x 60 cm 26,50 Euro.


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