Marathon und Nahtoderlebnisse Benefizabend in Borgloh mit Carsten Höfer

Von Lisa M. Schulte

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Mit feinsinnigem Humor für den guten Zweck unterwegs: Carsten Höfer las in Borgloh. Foto: Swaantje HehmannMit feinsinnigem Humor für den guten Zweck unterwegs: Carsten Höfer las in Borgloh. Foto: Swaantje Hehmann

HILTER. „Mit Humor kann man vieles leichter nehmen.“ Das ist das Motto des Kabarettisten Carsten Höfer, der bei einem Benefizabend im Borgloher Bischofshof aus seinem zweiten Buch „Tagesabschlussgefährte“ las. Bei der Veranstaltung mit 85 Besuchern nahmen die Organisatoren etwa 700 Euro für die gemeinnützige Bartholomäus-Gesellschaft ein, die damit in der Hauptstadt Kenias den Bau eines Waisenhauses für aidskranke Kinder unterstützen will.

Der selbst ernannte Gentleman-Kabarettist Höfer führte seine Zuhörer durch das Leben von Peter, dessen Ehe mit Claudia vor einiger Zeit gescheitert war. Der eher feinsinnige als laute Humor Höfers zeigte sich hierbei vor allem in der detailreichen Beschreibung der Situationen des endenden Eheglücks. So beispielsweise in der Trennungsszene, in der Peter die Eröffnung seiner Frau als sein „erstes echtes Nahtoderlebnis“ beschreibt, „bei der er all die glücklichen Momente seiner Ehe noch einmal sieht, riecht, hört und fühlt“, dann aber im krassen Gegensatz dazu auf Claudias geäußerten Trennungswunsch nüchtern fragt: „Und, wie stellst du dir das vor?“

Spitzfindig und mit einem Blick für die vielen Absurditäten des normalen Lebens erging sich Höfer in der der Trennung folgenden Misere Peters als verlassenem Ehemann und Single. Etwa über dessen Wandlung zum Marathonläufer – einem heilsamen und obendrein kostengünstigen Sport für verlassene Ehemänner, „die ja in der Regel nur noch über sehr wenig Geld verfügen“. Der größte Vorteil liege aber darin, „dass, wenn man nach dem 42,195-Kilometer-Lauf mit blutigen Blasen an den Füßen schließlich über den Asphalt der Ziellinie kriecht, einem alles andere nicht mehr ganz so schlimm erscheint“. Auch Peters Erfahrungen in Internetsinglebörsen, in denen sich dieser erfolglos als „Casanova69“, „BradPitt“, „George Clooney“ oder auch „Bettman“ anzumelden sucht, bis er sich schließlich als „Langweiler37“ ins Getümmel der bislang Alleingebliebenen stürzt, nahm der Münsteraner Komödiant mit bissigem Humor aufs Korn. Nach gefühlt endloser Suche endet Peters Liebesodyssee schlussendlich in dessen neuer Rolle als sogenannter „Tagesabschlussgefährte“.

Das Publikum des Benefizabends war für Höfers humoristische Darbietungen sehr empfänglich. „Uns gefällt sein hintersinniger Humor und dass er beide Geschlechter ausgeglichen auf die Schippe nimmt“, so Hermann und Anne Wagner aus Borgloh. Auch Kerstin Schweer und Susanne Belau aus Borgloh genossen den Abend mit Carsten Höfer. „Er hält einem schon den Spiegel vor und ist dabei so realistisch-überzogen, dass es schon wieder witzig ist.“ Neben dem Auftritt des Münsteraner Kabarettisten lobten viele Gäste auch das Ambiente und die gemütliche Atmosphäre im Bischofshof sowie die vielen musikalischen Einlagen der Wellendorfer Zweimann-Band „Hocker-Rocker“, die mit Rockmusik der 60er- und 70er-Jahre auch nach der Lesung für Stimmung sorgten.

Der Benefizabend im Bischofshof war der erste seiner Art in Borgloh. Über den Erfolg freuten sich die Borgloher Organisatoren Beate Krüger und Markus Linnemann sehr. Hilfreich sei dabei auch die Bekanntheit der Bartholomäus-Gesellschaft gewesen, die in Borgloh viele Mitglieder hat. „Wenn man weiß, wo das Geld hingeht, steigert das noch mal die Motivation, Abende wie diesen zu unterstützen“, so Beate Krüger. Neben den Eintrittsgeldern flossen die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf in den Spendentopf. Auch verzichteten sowohl die Hocker-Rocker Andreas Kolbe und Harmut Waack als auch Carsten Höfer zugunsten des Afrika-Projekts auf ihre Gagen. Schließlich stellte Reimund Pohlmann, Inhaber der Georgsmarienhütter Buchhandlung Sedlmair, nicht nur die Räumlichkeiten zur Verfügung, sondern übernahm auch die anfallenden Nebenkosten des Abends.


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