Der Weg ist das Ziel Behinderte restaurieren in Hilter alten Käfer

<em>Noch ist der Weg weit: </em>(von links) Karl-Heinz Opitz und Susanne Uhle befreien die Achse des Käfers vom Rost. Projektleiter André Ladwig erklärt Georg Hein von der Förderstiftung die einzelnen Arbeitsschritte. Foto: Anke SchneiderNoch ist der Weg weit: (von links) Karl-Heinz Opitz und Susanne Uhle befreien die Achse des Käfers vom Rost. Projektleiter André Ladwig erklärt Georg Hein von der Förderstiftung die einzelnen Arbeitsschritte. Foto: Anke Schneider

Hilter. In den Osnabrücker Werkstätten in Hilter steht ein fast 30 Jahre alter Käfer. Auf den ersten Blick würde man sagen, dass er nur noch Schrottwert hat. 20 Mitarbeiter der Werkstatt wollen das alte Schätzchen jedoch instand setzen. Projektleiter André Ladwig ist sicher, dass alle Beteiligten, inklusive ihm selbst, dabei eine ganze Menge lernen können.

In den Osnabrücker Werkstätten finden Menschen mit geistigen, körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen eine Tätigkeit, die sie bewältigen können. Um den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten zu entsprechen, wird eine große Bandbreite angeboten. Vom Verpacken über Industriemontage und Metall- oder Holzverarbeitung bis hin zur Herstellung eigener Produkte.

Einen alten VW-Käfer zu restaurieren war die Idee von André Ladwig. „So ein Projekt bietet eine große Vielfalt an Tätigkeiten“, sagt er. Angefangen vom Recherchieren im Internet über Werkzeugkunde bis hin zu dem Erlangen von Einblicken in Berufe wie Kfz-Mechaniker oder Karosseriebauer. Das Projekt richtet sich vor allem an diejenigen, die schon lange in den Werkstätten beschäftigt sind. Ihnen eine besondere Abwechslung zu bieten war eines der Anliegen des Projektleiters.

Ein Auto mit hohem Restaurierungsbedarf zu erstehen war die Absicht von Ladwig. Im Classic-Center Versmold ist er fündig geworden. Der Käfer ist rundherum durchgerostet, auch die tragenden Teile sind zum Teil unbrauchbar. Nun werden in Eigenarbeit Bleche gefertigt, die dann überall eingeschweißt werden. „Mein Traum ist, dass zum Winter hin alles lackiert ist“, so Ladwig weiter. Danach geht es an die Technik des Autos und an die Innenausstattung. Vor Herbst nächsten Jahres wird das Auto nicht fertig sein. Eilig hat es der Projektleiter nicht. „Der Weg ist das Ziel“, sagt er.

Die Motivation der inzwischen 20 mitarbeitenden Menschen ist die Vision von einem rundum restaurierten Käfer aus dem Jahr 1984, der im nächsten Jahr dann auch sein H-Kennzeichen erhalten wird. Ideell wird das Auto dann einen unschätzbaren Wert haben.

Finanziert wird das Projekt von der Förderstiftung Heilpädagogische Hilfe Osnabrück . 5800 Euro hat die Stiftung für Ersatzteile zur Verfügung gestellt. Wenn der Käfer wieder in neuem Glanz erstrahlt, soll er versteigert werden. Aber nicht, bevor alle Mitwirkenden eine Probefahrt gemacht haben.

Schicken Sie uns Ihre Fotos: Viele pflegen auch nach Jahrzehnten noch eine innige Beziehung zu ihrem ersten Auto. Schicken Sie uns ein Foto und ein paar erklärende Zeilen von Ihren alten Schätzchen per E-Mail an die Mailadresse info@noz.de. Die schönsten Fotos veröffentlichen wir als Bildergalerie im Internet.


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