Zu wenig Kundschaft Projekt Wochenmarkt ist in Borgloh Geschichte

Damals herrschte noch halbwegs reges Treiben: Szene vom ersten Wochenmarkt im April 2012. Archivfoto: Hermann PentermannDamals herrschte noch halbwegs reges Treiben: Szene vom ersten Wochenmarkt im April 2012. Archivfoto: Hermann Pentermann

Hilter. Seit einigen Wochen ist nun Schluss. Doch viele Borgloher bedauern das Ende "ihres" Wochenmarktes, den es seit 2012 gab. Trotzdem scheint eine Wiederbelebung derzeit kein Thema zu sein.

Ulrich Rüter, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Hilter, bedauerte die Einstellung des Wochenmarktes schon im Gespräch vor knapp einem Monat: "Damit geht in Borgloh definitiv etwas verloren." Der Markt war bei den Bürgern immer gut angekommen, doch bereits 2016 war dem Heimatverein klar, dass die Marktleute auch von dem Leben müssen, was sie verkaufen."

Eine ähnliche Einschätzung teilt auch Andreas Krebs von Hilter Vereint e.V. Der Sprecher des Verbandes zur Förderung von Wirtschaft und Kultur in Hilter findet es schade, dass die Menschen für eine essentielle Nahversorgung teilweise weit fahren müssen: "Ein Angebot vor Ort ist da natürlich ideal. Aber damit das Bestand haben kann, muss es auch genutzt werden", meint er.

"Da gibt es durchaus geteilte Meinungen - die einen sagen, wir sind ja selber schuld, die anderen finden es sehr schade und wünschen sich den Markt zurück", fasst Michael Stegmann die Stimmung unter den Mitgliedern des Schützenvereins Borgloh zusammen. Er selbst habe den Markt zwar genutzt, jedoch auch nur unregelmäßig. "Mir tut es aber besonders für die älteren Leute leid, die sind gern hingegangen, auch einfach nur um sich zu treffen, zu plaudern und ein bisschen einzukaufen."

Joachsim Kuhr, Vorsitzender des Heimatvereins Borgloh, sieht noch weitere Gründe für die Schließung des Wochenmarktes. "Es waren eigentlich immer die gleichen, die den Markt genutzt haben", erklärt er. Dadurch, dass einige Stände nach und nach dicht machten, schlicht und einfach aus Personalgründen, blieben folglich einige Kunden fern. "So hat sich dass dann immer weiter gedreht, bis es sich auch für die letzten Beschicker nicht mehr gelohnt hat."

Über eine Wiederbelebung des Wochenmarktes, ob in naher oder ferner Zukunft, denkt der Heimatverein derzeit nicht nach. "Vielleicht gehen wieder mehr Leute hin, wenn es mal wieder einen Markt geben sollte, vielleicht brauchten wir diesen Denkzettel", meint Stegmann. 


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