Für den MGV von Haus zu Haus Satter Sound dank „Cliquen-Wirtschaft“ in Wellendorf

Probe unter der Leitung von Viktor Liebrecht. Foto: Petra RopersProbe unter der Leitung von Viktor Liebrecht. Foto: Petra Ropers 

Hilter. Der warme, satte Klang von über 30 Männerstimmen erfüllte am zweiten Weihnachtsfeiertag die St. Barbara-Kirche. Die stattliche Zahl von Sängern im MGV Dütetal Wellendorf ist das Ergebnis entschlossener Mitgliederwerbung.

Es sah nicht allzu gut aus um die Zukunft des MGV, der im März 1924 von acht sangesfreudigen Herren ins Leben gerufen wurde. Noch Anfang Oktober waren es gerade einmal 20 aktive Sänger, die bei den Proben unter der musikalischen Leitung von Viktor Liebrecht zusammenkamen. Und auch der Altersdurchschnitt ließ nicht allzu viel Raum für Optimismus. Knapp einen Monat später zählte der Chor elf neue Mitglieder zwischen 30 und 40 Jahren. Und sie alle sind mit Begeisterung dabei.


Was war geschehen? Als passive Mitglieder des Vereins beobachteten Klaus Hülsmann, Carsten Berner und Frank Brockmeyer die Entwicklung im Chor mit einiger Sorge. „Unser MGV darf nicht untergehen“, waren sie sich einig. Denn die Dütetaler Sänger bringen sich in vielfältiger Weise in Wellendorf ein: Sie stellen alljährlich zum 1. Mai den Zunftbaum auf, bereichern das Frühlingskonzert der Dütetaler Blaskapelle, die Heimatstunden des Schützenvereins Hankenberge-Wellendorf und natürlich auch die Weihnachtszeit.

Eigene Cliquen aktiviert

„Es wäre doch schade, wenn all das verloren geht“, dachte sich das engagierte Trio. Doch Hülsmann, Berner und Brockmeyer beschränkten sich nicht darauf, selbst in den aktiven Kreis der Sänger einzutreten. Sie machten sie vielmehr – buchstäblich – auf den Weg. Sie klingelten an den Haustüren von Freunden und Bekannten, aktivierten ihre eigenen Cliquen und überzeugten sie, zu einer ersten Schnupperprobe im Vereinslokal Teuto Rast 68 vorbeizukommen.

„Alleine kommen die Leute meist nicht“, erklärt Ludwig Apel, Vorsitzender des MGV Dütetal. In einer Gruppe dagegen fällt der Schritt in den Gesangsverein deutlich leichter. Apel weiß, wovon er spricht: „Ich bin selbst mit einer ganzen Clique in den Chor eingetreten.“ 18 oder 19 Jahre alt sei er damals gewesen. Und der Erfolg der jüngsten Aktion bestätigt sein Empfinden: „Das hat eine gewisse Eigendynamik entwickelt“, berichtet Carsten Berner schmunzelnd. Und so stehen seit Mitte Oktober gleich elf neue Sänger in den Reihen des MGV Dütetal – wegen der Musik, ebenso aber auch wegen der Geselligkeit.

Moderne Lieder ins Repertoire

„Bei einem Glas Bier zusammenzusitzen, gehört einfach dazu“, räumt der Vorsitzende ein. Das hindert die Sänger aber nicht, sich engagiert und ambitioniert der Musik zu widmen. Dabei weht mit den jüngeren Mitgliedern frischer Wind auch durch die Liedermappen: Moderne Lieder sollen mit Pep das Repertoire nicht völlig ersetzen, aber doch bereichern: „Es muss für alle etwas dabei sein“, betont Frank Brockmeyer.

Der mit 91 Jahren älteste Sänger sieht das allerdings ganz locker: „Ich mag alle Lieder“, sagt Fritz Schönbeck, der seit 35 Jahren im ersten Tenor singt. Auf jeden Fall dürfen sich die Musikfreunde schon jetzt auf das Frühlingskonzert der Dütetaler Blaskapelle freuen. Dann ist der MGV Dütetal wieder dabei - mit sattem Sound und mit frischen Melodien.


Einfach mal reinschnuppern

Seit rund 25 Jahren steht der MGV Dütetal Wellendorf unter der versierten musikalischen Leitung von Viktor Liebrecht. Geprobt wird jeden Dienstag ab 20 Uhr im Gasthaus Teuto Rast 68. Wer Spaß an Musik und Geselligkeit hat, kann sich bei Ludwig Apel, Telefon 05409/560, informieren. Oder er kommt einfach vorbei, wie Neu-Mitglied Carsten Berner betont: „Dann klappt das schon.“ 

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