Dem Bach zu Freiheit verholfen Grundschüler halfen bei Renaturierung am Borgloher Nierenbach

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Beim Bau von Strömungslenkern griffen die Grundschüler unter fachkundiger Anleitung des Lernstandortes Noller Schlucht sogar zum Vorschlaghammer. Foto: Petra RopersBeim Bau von Strömungslenkern griffen die Grundschüler unter fachkundiger Anleitung des Lernstandortes Noller Schlucht sogar zum Vorschlaghammer. Foto: Petra Ropers

Hilter. Bei der Renaturierung eines Teilstücks des Nierenbachs packten jetzt die Drittklässler der Grundschule Borgloh an.

Schnurgerade und tief eingegraben in den Boden zieht sich der Nierenbach auf weiten Strecken durch Borglohs Wiesen und Felder. Doch ein Teilstück nahe der Straße Zur Baumheide zeigt seit kurzem ein anderes Bild: Auf dem Grund und Boden von Landwirt Franz Biesenkamp gingen junge Naturfreunde am Mittwoch gemeinsam mit der Umweltbildung des Lernstandortes Noller Schlucht an die Arbeit.

„Ich hatte schon länger geplant, hier etwas zu gestalten“, berichtete Biesenkamp. Denn der Bach, der Teile von Borgloh entwässert, führe heute deutlich mehr Wasser als noch vor 40 Jahren. Zudem kommt das Wasser oft stoßweise. Die Folge: Die steilen Böschungen verlieren an Stabilität. Auf der Suche nach Abhilfe wandte sich Franz Biesenkamp an Werner Fricke, der als damaliger Bauleiter des Unterhaltungsverbandes Hase-Bever bereits die Renaturierung des Borgloher Baches betreute.

2000 Quadratmeter Gesamtfläche

Aus den ersten Gesprächen entwickelte sich bald die Idee, dem Nierenbach auf einer Gesamtfläche von rund 2000 Quadratmetern zur Freiheit zu verhelfen. Die vorbereitenden Arbeiten erfolgten bereits im Sommer: Der Graben wurde offengelegt, ein Fanggraben zum angrenzenden Feld hin eingerichtet und Boden abgetragen, um Blänken anzulegen. Für die weiteren Arbeiten kam jetzt praktische Unterstützung vom Lernstandort Noller Schlucht und der Grundschule Borgloh, die gemeinsam schon am Borgloher Bach aktiv waren.

Die Drittklässler schlüpften in – dringend benötigte – Gummistiefel, um unter der fachkundigen Anleitung der Umweltbildung am Lernstandort Noller Schlucht dem Bach zu einem natürlicheren Verlauf zu verhelfen. Dazu bauten sie an zwei Stellen sogenannte Strömungslenker in das Bachbett – Hindernisse, die das Wasser in einen leicht mäandrierenden Verlauf lenken.

Praktische Umweltbildung

Zusätzlich erhielt die große Blänke, die sonst durch das vom Hang abfließende Wasser überschwemmt würde, einen kontrollierten Ablauf in den Bach. Neben dem renaturierten Feuchtgelände belässt Franz Biesenkamp zudem noch einen fünf Meter breiten Grünstreifen, der sich natürlich entwickeln darf. „Als Landwirte arbeiten wir mit der Natur“, erklärt er sein Engagement. „Deshalb möchte ich der Natur auch etwas zurückgeben.“ Und natürlich freute er sich dabei über die tatkräftige Unterstützung der Grundschüler.

Für sie ist die Arbeit am Bachbett nicht nur praktische Umweltbildung. Josef Gebbe, Leiter der Umweltbildung am Lernstandort, hofft auch, dass sie die Idee des Projektes weitertragen. Vielleicht schlängelt sich der Nierenbach dann eines Tages auf weiten Strecken idyllisch mäandrierend durch die Felder.


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