Frühe Lese, hohe Süße Vielversprechende Ernte am Weinberg zwischen Borgloh und Holte

Von Greta Lenzing

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Rolf Kaiser hat in diesem Jahr früh und reichlich geerntet. Foto: Archiv/Michael GründelRolf Kaiser hat in diesem Jahr früh und reichlich geerntet. Foto: Archiv/Michael Gründel

Hilter. Der Eindruck, dass das Jahr 2018 ein ganz besonderes für den Wein war, manifestiert sich. Rolf Kaiser konnte am 22. September mit der Ernte seiner 250 Riesling-Gewächse am Holter Berg beginnen und die bisherigen Ergebnisse lassen das Herz des Weinkenners höher schlagen.

In Rolf Kaisers Weinhandlung an der Lotter Straße geht es beschaulich zu. Viel Holz, kein Schnickschnack. Das lässt die vielen Weinflaschen besonders gut zur Geltung kommen. Kaisers Faszination für Wein reicht vom Boden, in dem seine Rieslinge am Holter Berg stehen, über die Traube bis hin zur Farbe des alkoholischen, nach Möglichkeit gekühlten, Tropfens.

Anspruchsvolle Zeitgenossen

1992 pflanzte Kaiser am Holter Berg seine „Rieslinge“ an. 1997 konnte er den ersten Ertrag vermelden. 1999 zog er den ersten Wein auf Flaschen. Seitdem verbessert er stetig den Prozess der Weinherstellung. Besonders wichtig ist ihm, dass er nach wie vor seinen Wein nicht mit chemischen Mitteln spritze und das, obwohl Rieslinge besonders anspruchsvolle Zeitgenossen seien. Kaisers Pflanzen kam die Trockenheit des Sommers sogar zugute: Mehltausporen, das „Kardinalproblem des Weinbauers“, seien durch die Trockenheit natürlich eingedämmt worden.

Fein, elegant und leicht

So kommt es, dass Kaiser bereits am 22. September insgesamt 300 Kilogramm Traubengut ernten konnte. Davon sind 90 Prozent weiterverwendbar. Das entspricht 170 Litern Most. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 wurden nur 10 Prozent weiterverarbeitet. Der Blick auf das Refraktormeter, das die Oechslegrade der Trauben misst, zeigt 90 Grad Oechsle an. „Das ist genau wie das frühe Erntedatum absolute Spitze“, erklärt Kaiser stolz. Oechslegrade zeigen den Zuckergehalt in der Frucht an. Im Laufe des Gärungsprozesses verwandelt sich dieser dann in Alkohol. Kaiser rechnet dementsprechend mit einem hohen Alkoholgehalt von rund zwölf Prozent für den 2018er Jahrgang. Damit der Wein aber schmeckt wie ein guter Riesling, „fein, elegant und leicht“, müssen laut Kaiser noch andere Parameter stimmen. Es gilt die richtige Balance aus Frucht, Säure und Mineralität zu finden.

Hoffen auf Säure

Da Alkohol auf der Zunge süßend wirkt, hofft Kaiser, dass sein Wein gleichzeitig noch hinreichend Säure entwickelt, damit eine interessante Komplexität entsteht. Damit der Wein nicht zu süß und dadurch möglicherweise plump wird, kann man die Gärung im Stahltank an einem gewissen Punkt durch eine gezielte Kühlung aufhalten. Optimal seien 4 Gramm Zucker erklärt Kaiser. Er bringt sein Traubengut immer zu einem befreundeten Winzer an der Mosel, der dann durch seine Erfahrung das Beste aus der Ernte herauszuholen versucht. Dazu gehören auch regelmäßige Analysen, die dem Weinhändler dann zugesandt werden. Ende November rechnet Kaiser mit weiteren Erkenntnissen zu dem Wein aus diesem außergewöhnlichen Jahr.


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