Kandidat beim TEN-Umwelt-Wettbewerb Hilteraner Verein fördert innovative Wohn- und Lebensmodelle

Einen alten Schäferhof in Hilter-Eppendorf verwandelte Hermann Lanwermeyer in seinen ökologisch-urigen Wohn- und gleichzeitig Vereinssitz. Foto: Carolin HlawatschEinen alten Schäferhof in Hilter-Eppendorf verwandelte Hermann Lanwermeyer in seinen ökologisch-urigen Wohn- und gleichzeitig Vereinssitz. Foto: Carolin Hlawatsch

Hilter. Der Vereinsname zeigt es schon: „Eppo neue Lebensmodelle“ widmet sich Konzepten von Gemeinschaften und „anderem“, insbesondere umweltfreundlichem Wohnen.

Und was bedeutet Eppo? „Eppo war der Gründer von Eppendorf“, erklärt Hermann Lanwermeyer, der Initiator hinter dem Anfang 2018 gegründeten Verein. Der Vereinssitz, Lanwermeyers klimaneutrales Haus in Hilters Ortsteil Eppendorf, ist Anlaufstelle für Menschen mit neuen Ideen und Lebensentwürfen genauso wie für Interessenten ökologischen Bauens. „Hier in dem Haus aus ausschließlich natürlichen Materialien wie Holz, Glas, Lehm oder Ton herrscht ein ganz anderes Wohnklima“, so Lanwermeyer. 

Suche nach neuen Formen des Zusammenlebens

Doch Wohnklima sei auch von den Menschen abhängig. „So wie die meisten von uns derzeit leben, ist nicht der Weisheit letzter Schluss. 40 bis 50 Jahre arbeitend um dann im Alter Heim und Pflege bezahlen zu können und doch zu vereinsamen. Auch viele junge Leute wollen heute anders Leben“, ist Lanwermeyer überzeugt und machte sich deswegen in ganz Deutschland auf die Suche nach innovativen Formen des Zusammenlebens. 

Hilfreich war ihm dabei das Verzeichnis von Gemeinschaften und Ökodörfern in Europa. Er besuchte unter anderem das Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG) bei Berlin, wo bereits seit 1991 eine ökologisch und sozial nachhaltige Lebensweise erprobt wird, und die Lebensgemeinschaft „Go and Change“ in einem Kloster bei Würzburg die eine Kultur der gegenseitigen Unterstützung und Kooperation schaffen möchte. Allen gemein sei ein liebevoller Umgang und wertschätzende Kommunikation miteinander. „Nur so kann Gemeinschaft funktionieren. Das ist etwas anderes als die weit verbreiteten Zweck-WGs“, ist Lanwermeyer überzeugt. 

Visionäre unterstützen

In Osnabrück und seinem Landkreis gebe es bis auf den „CSA-Hof Pente“ bis dato keine weiteren bekannten Gemeinschaften. „Zeit also, Leute mit derartigen Visionen bei der Entwicklung zu unterstützen“, meinen Lanwermeyer und seine sechs aktiven Vereinskollegen zusammen mit vielen weiteren Förderern von „Eppo neue Lebensmodelle“.

Als ehemaliger Öko-Politiker und als Geschäftsführer einer Firma für Windenergie und Fotovoltaik liegt Hermann Lanwermeyers Fokus beim Thema Leben und Wohnen immer auch auf Umweltschutz. 2008 kaufte er einen alten Schäferhof in Eppendorf und baute ihn mit Hilfe von Fachkräften nach eigenen Vorstellungen so um, dass das Gebäude heute, als eines von wenigen Häusern in Deutschland, zu fast hundert Prozent autark und ökologisch ist. „Noch immer ist das Wissen von ökologischem Bauen absolut gering, und es fehlt an geeigneten Materialien auf dem Markt“, stellte er fest. Häuser würden als Öko-Haus vermarktet, obwohl sie mit chemischen Bestandteilen wie Styropor ausgekleidet sind.

Eigener Brunnen und Kläranlage

Die Lanwermeyers haben einen Hausbrunnen und eine eigene Kläranlage. Die Energieversorgung läuft über große Tanks, 80.000 Liter Wasserspeicher, beschickt von Sonnenkollektoren, die das Wasser für den Heizkreislauf aufwärmen. Strom an das Haus sowie an Batteriespeicher liefern Fotovoltaikanlagen. Nur für die Monate Dezember bis März, in denen die Sonneneinstrahlung gering ist, sucht Lanwermeyer noch nach einer Lösung: „So könnten kleine Windenergieanlagen errichtet werden, oder es kommt eine neue Technik auf den Markt.“ 

„Eppo neue Lebensmodelle“ mit Lanwermeyers klimaneutralem Wohnkonzept ist eines von fünf ausgewählten Projekten des TEN-Umweltwettbewerbs. Kontakt zum Verein: post@verein-eppo.de


TEN-Umwelt-Wettbewerb

Die Teutoburger Energie Netzwerk eG (TEN) bietet seit Januar 2018 ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen an. Für jede verbrauchte Kilowattstunde wird ein gewisser Beitrag in einen Fördertopf eingezahlt, aus dem regionale Umweltprojekte unterstützt werden. Im Rahmen eines Wettbewerbs eifern nun fünf ausgesuchte Projekte um die Förderpreise. Die drei Aktionen mit den meisten Stimmen erhalten jeweils 3000 Euro. Abgestimmt werden kann bis zum 30. November auf www.ten-eg.de/privatkunden/strom/oekostrom-re/abstimmung.

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