Ausbildung abgeschlossen Ernst Platiel aus Borgloh ist Fledermausbotschafter

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Hilter.  Fledermäuse wecken das Interesse vieler Menschen. Häufig tauchen dabei Fragen zu Fledermausquartieren am Haus, zu Krankheiten und zur Lebensweise dieser heimlichen Säugetiere auf. Ernst Platiel aus Borgloh kann diese Fragen fachkundig beantworten.

Er hilft bei Fledermausfunden und steht für Vorträge und Exkursionen bereit. Beim NABU Niedersachsen hat er sich zum ehrenamtlichen Fledermausbotschafter ausbilden lassen.

Faszinierende Tierchen

„Wenn ich abends hier in meinem Garten sitze, fliegen mir die Fledermäuse nur so um die Ohren. Da wird das Interesse an diesen faszinierenden Tierchen zwangsläufig geweckt“, erzählt Ernst Platiel, während er, begleitet von zwei Hunden, über sein naturnahes, idyllisch gelegenes Grundstück in Hilter-Borgloh spaziert. „Dort oben im Schatten des Dachfirsts habe ich zwei Fledermauskästen aufgehängt“ berichtet er und zeigt auf eine Fachwerkwand. Als Unterschlupf bevorzugten die Flattertiere aber den alten Kirschbaum, mit all‘ seinen Nischen und Höhlen im knorrigen Stamm. 

Einer von 140 Botschaftern

Schon immer sei er ein Naturfreund gewesen, blickt der frühere Leiter einer Münsteraner Versicherungsagentur zurück. Seit kurzem ist er Rentner und hat deswegen, wie er schmunzelnd zugibt, mehr Zeit für das Ehrenamt. Als er in unserer Zeitung von der möglichen Ausbildung zum Fledermausbotschafter las, meldete er sich begeistert an. In fünf jeweils ganztägigen Modulen in Rinteln, Meppen und Oldenburg lernte er zusammen mit rund 50 weiteren Teilnehmern von erfahrenen Fledermausfachleuten wissenswertes zur Ökologie, Lebensweise und Artbestimmung von Fledermäusen, über Artenschutzmaßnahmen, rechtliche Rahmenbedingungen und über Umweltbildung. Mehr aus Hilter im Netz

„Insgesamt rund 140 naturinteressierte Niedersachsen ließen sich im Laufe von drei Jahren vom NABU zum Fledermausbotschafter ausbilden“, resümiert Ralf Berkhan, NABU-Projektleiter der Fledermausbotschafter. Ernst Platiel und seine Mitstreiter können nun ihr Wissen weitergeben, zum Beispiel bei Fledermausexkursionen mit dem Bat-Detektor. „Dabei werden die Ultraschall-Laute der Fledermäuse für uns Menschen hörbar gemacht. Jede Fledermausart hat eine andere Frequenz“, berichtet Platiel.

Streng geschützt

14 verschiedene Fledermausarten gebe es in Niedersachsen. Alle sind streng geschützt und fast alle stehen auf der roten Liste der bedrohten Arten. im Sommer haben sich die Weibchen mit ihrem Nachwuchs oftmals zu großen, hunderte Tiere fassenden Wochenstuben in geeigneten Quartieren wie zum Beispiel Kirchendächern zusammengefunden. Im September werden die Wochenstuben aufgelöst, da der Nachwuchs selbstständig wird und die Paarungszeit beginnt. 

Bestimmen und zählen könne man Fledermäuse am besten in ihren Winterquartieren in der Zeit von November bis März. Bei derartigen Sichtungen zu helfen, gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Fledermausbotschafter. So half Platiel letztes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr bei einer Zählung in einem Stollen in Hilter: „Wir trugen Stirnlampen die die gefrorenen Wassertröpfchen im Fell der schlafenden Fledermäuse zum Funkeln brachten. Ein toller Anblick“. 

Ausbildung

Die Ausbildung der neuen Fledermausbotschafter wurde gefördert von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die den Einstieg in den aktiven Fledermausschutz ermöglicht. Für den Osnabrücker Südkreis ist Ernst Platiel auch Ansprechpartner, wenn sich Fledermäuse an Orte verirren, an die sie eigentlich nicht gehören. „Bei Benachrichtigung versuche ich mit Handschuhen und einem ausgepolsterten Karton, die Tiere zu retten. Sind sie verletzt und dadurch dehydriert, gebe ich ihnen Wasser. Alle Tiere werden anschließend dem jeweiligen NABU-Regionalbetreuer zur weiteren Behandlung oder Freilassung übergeben“. Kontakt zu Ernst Platiel: Telefon: 0151/53698336.


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