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Roboter im Schulunterricht Technikklasse arbeitet in Borgloh mit den neuen Lego-Mindstorms

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<em>Im Programmierfieber: </em>die Schüler Fabian Rottmann, Maximillian Jurczyk, Dominik Nauber und Florian van der List (von links) mit Techniklehrer Sebastian Gottlöber (links) und Schulleiter Reinhardt Wüstehube im Rücken. Foto: Anke SchneiderIm Programmierfieber: die Schüler Fabian Rottmann, Maximillian Jurczyk, Dominik Nauber und Florian van der List (von links) mit Techniklehrer Sebastian Gottlöber (links) und Schulleiter Reinhardt Wüstehube im Rücken. Foto: Anke Schneider

Hilter. Der kleine Roboter auf dem Tisch im Technikraum der Realschule Hilter in Borgloh erinnert ein wenig an den Blechkameraden aus dem Film „Nummer 5 lebt“, ein Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1986. Der machte sich nach einem Blitzschlag selbstständig und löste damit eine wilde Verfolgungsjagd aus. Zum Glück macht der kleine Kollege in Hilter nur das, was er soll. Und das haben ihm die Schüler des neunten Jahrgangs zuvor einprogrammiert.

Sechs kleine Roboter der Lego-Mindstorms-NXT-Serie begeistern die Schüler im Profil Technik der Klasse neun. „Es war selten so ruhig im Unterricht“, schmunzelt Techniklehrer Sebastian Gottlöber. Die Jungen haben die Roboter selbst zusammengebaut und sind nun dabei, ihnen verschiedene Befehle einzuprogrammieren. „Als Erstes das Vorwärtslaufen“, so Gottlöber. „Und dann haben wir erst einmal ein Wettrennen veranstaltet.“

Mit Tastsensoren

Nun können die Roboter auch schon rückwärtsgehen, dank ihres Tastsensors auch stoppen, wenn sie einen Gegenstand berühren, und wenden. Der NXT-Stein, das Gehirn des Roboters, besitzt einen leistungsstarken 32-Bit-Mikroprozessor und ist kompatibel mit USB 2.0, Bluetooth und mehr. Die Ultraschall-, Ton-, Licht- und Tastsensoren ermöglichen noch eine Menge mehr Kommandos. Irgendwann soll der kleine Roboter auch sprechen können.

„Mit diesen Robotern erhalten die Schüler spielerisch einen Zugang zur Technik und zur Programmierung“, so Gottlöber. Und die ist der Programmierung von computergesteuerten Maschinen in der Industrie verblüffend ähnlich. Der Lego-Roboter ist also keine reine Spielerei, sondern vermittelt echtes Basiswissen für eine Vielzahl von technischen Berufen.

Möglich wurde die Anschaffung der sechs kleinen Roboter durch die Förderinitiative der Sparkasse Osnabrück. In diesem und auch im nächsten Jahr sollen vor allem die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gefördert werden. Zwei Roboter hat die Sparkasse bezahlt, drei die Schule und einen der Förderverein. Nach Ansicht der Sparkasse ist gerade die mathematisch-naturwissenschaftliche Grundbildung als Teil der Allgemeinbildung unverzichtbar und hat einen hohen Stellenwert.

Die Schüler jedenfalls sind begeistert und haben bisher wenig Probleme, den Roboter mit Informationen zu füttern. „Sie werden schließlich mit Computern groß“, so Gottlöber. Wenn Probleme auftauchen, beratschlagen die Jungen erst einmal unter sich und tüfteln so lange herum, bis sie die Lösung haben. „Wir wollen die Selbstständigkeit der Schüler so weit wie möglich fördern“, sagt der Techniklehrer.

Dass der Roboter eines Tages ebenfalls selbstständig wird, braucht niemand zu befürchten. Das bleibt den Blechkollegen in Science-Fiction-Filmen vorbehalten. Die Möglichkeiten des kleinen Schulkameraden sind allerdings noch längst nicht ausgeschöpft. Beinahe alle Arten von mechanischen Anlagen mit eingebetteten Systemen, von der Aufzugsanlage bis hin zu Industrierobotern, können mit Mindstorms nachgebaut werden.


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