Für die 900- und 950-Jahr-Feier Borgloher Alfons Baumann baut zweites Mal Kirchenmodell

Von Horst Troiza

Fachmann in Sachen Kirchenmodellbau: Nach 50 Jahren hat Alfons Baumann erneut für das Jubiläum Borglohs die Kirche St. Pankratius nachgebaut. Foto: Horst TroizaFachmann in Sachen Kirchenmodellbau: Nach 50 Jahren hat Alfons Baumann erneut für das Jubiläum Borglohs die Kirche St. Pankratius nachgebaut. Foto: Horst Troiza

Hilter. Vor 50 Jahren hatte der Borgloher Tischler Alfons Baumann für das damals gefeierte Jubiläum 900 Jahre Borgloh eine verkleinerte Nachbildung der St.-Pankratiuskirche gebaut. Das ist lange her, also war es Zeit für eine Neuauflage: Das neue Modell wird den Motivwagen von Kolpingsfamilie und Kirchenchor Cäcilia für den Festumzug zur Borgloher 950-Jahr-Feier schmücken.

In Werkstätten, Hofgebäuden und Garagen in Borgloh wird gegenwärtig eifrig gewerkelt. Denn viele Vereine und Verbände sowie andere Gruppierungen sind mit dem Bau von Motivwagen beschäftigt, die am großen Festumzug anlässlich der 950-Jahr-Feier am Sonntag, 19. August, mitwirken werden. Zusammen werden Wagen, Musikgruppen und Vereine einen Zug von eineinhalb Kilometer Länge ergeben, so hat es Manfred Hagemann vom Organisationsteam kürzlich mitgeteilt.

Eine ganz besondere Geschichte

Einer der Motivwagen besitzt eine ganz besondere Geschichte. Die Kolpingsfamilie Borgloh und der Kirchenchor Cäcilia gehen mit einer originalgetreuen Kopie der Kirche St.-Pankratius auf den Kurs, im Maßstab 1:15. Verantwortlich für den Bau des Modells ist Alfons Baumann, seines Zeichens Tischler und seit 60 Jahren Kolpinger. „Als feststand, wie unser Wagen aussehen soll, haben wir ihn gefragt, ob er das übernimmt. Schließlich hat er reichlich Erfahrung“, sagte Johannes Kaumkötter, Mitglied des Kolping-Leitungsteams.

Und nicht nur allgemein, sondern auch ganz speziell: Baumann hat bereits vor 50 Jahren ein gleiches Modell, allerdings im Maßstab 1:12, von eben dieser Kirche angefertigt hatte. Die war bei der 900-Jahr-Feier Borglohs einer der Hingucker gewesen.

Der Zahn der Zeit

„Das Modell war dann eingemottet worden, stand lange auf einem Bauernhof. Aber 50 Jahre sind eine lange Zeit, die haben ihm ordentlich zugesetzt“, berichtete Baumann. Er ließ sich nicht lange bitten, als Kaumkötter und Dieter Pope, Sprecher des Leitungsteams, ihn um seine Mitarbeit baten. Die alten Baupläne waren zwar nicht mehr vorhanden, als erfahrener Tischler machte er sich dann die insgesamt fünf Wochen dauernde Arbeit.

Jeden Winkel abfotografiert

Nahezu jeden Winkel der Originalkirche hat der 78-Jährige abfotografiert. So hat Baumann die vielen Einzelheiten nachbilden können, die das Modell wie einen Klon der echten Kirche aussehen lässt – nur eben kleiner. Einige Quadratmeter Sperrholz wurden verbaut, das Modell lässt sich in sieben Teile zerlegen. Selbst die Farbgestaltung entspricht der Realität. Bei Letzterem haben Johannes Schauwecker, Georg Greife, Elisabeth Schriewer und Ursula Kaumkötter mit Hand angelegt. Ihnen ist es gelungen, das Licht in den Kirchenfenstern zu kopieren. Wer genau hinschaut, sieht die vielen Details. Wetterhahn und Turmkreuz sind aus Edelstahl gefertigt, selbst auf die Tafeln mit den Namen der Gefallenen der Kriege wurde nicht verzichtet. So wird auch dieses Mal der Motivwagen der Kolpingsfamilie und des Kirchenchors beim Festumzug wieder ein echter Hingucker sein.


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