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Naturfotografen des Jahres Siegerfoto in Hilter geschossen

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Osnabrück/Hilter. Der bewegte kräftige Flügelschlag eines Steinkauzes in Doppelkontur vor blauem Himmel mit weißen Schleierwolken im Hintergrund: Mit diesem spektakulären Motiv haben Karsten Mosebach aus Hilter und Bernhard Volmer aus Osnabrück den Wettbewerb „Naturfotograf des Jahres“ der Gesellschaft deutscher Tierfotografen (dgt) gewonnen.

Mosebach und Volmer sind seit Jahren passionierte Hobbyfotografen, wobei der Begriff „Hobby“ im Zusammenhang mit den beiden gänzlich untertrieben ist. Beide haben bereits renommierte Preise erhalten – in erster Linie im Bereich der Tierfotografie. Darüber hinaus hat beispielsweise Volmer einen Bildband über Bad Iburg herausgebracht, während Mosebach ein Buch von Matthias Beckwermert über Bad Rothenfelde illustriert hat. Außerdem leitet er als Lehrer im Gymnasium Melle eine Schülerfirma, die sich mit der Fotografie beschäftigt. Was die beiden Fotografen aus der Region verbindet, ist deren Mitgliedschaft in der dgt, die bundesweit rund 1000 Mitglieder zählt.

Als nun einmal mehr der interne Wettbewerb auf der Suche nach dem besten Tierfoto des Jahres ausgelobt wurde, waren die beiden mit Feuer und Flamme dabei. Wer aber denkt, so ein Siegerfoto ist nach dem Motto „Schnell mal den Finger auf den Auslöser und abgedrückt“ gemacht, der irrt gewaltig.

Bild erzählt Geschichte

Ganz im Gegenteil: Das preisgekrönte Bild erzählt eine ganz eigene Geschichte, und die begann letztes Jahr im Mai.

Schon lange zuvor hat Mosebach auf einer Streuobstwiese in Hilter einen Steinkauz beobachtet, der im Jahr zuvor in einer Niströhre Junge aufgezogen hat. Die Röhre hatte der „Eulenbeauftragte“ selbst aufgehängt und wusste daher, wie es um deren Bewohner steht: „Es wäre also eine gute Gelegenheit zu versuchen, den sehr seltenen Vogel zu fotografieren“, dachte Mosebach, der daraufhin gemeinsam mit seinem Partner Bernhard Volmer das auf längere Zeit angelegte Projekt startete.

Als Erstes haben die beiden eine Ansichtswarte aufgebaut, denn: Steinkäuze als kleinste heimische Eulenart verspeisen am liebsten Mäuse. Dazu nehmen die nur knapp 200 Gramm schweren Vögel bei ihrer Jagd auf der Wiese zunächst auf einem Pflock, auf einem Vordach oder auf einem ausladenden Ast Platz, ehe die Jagd beginnen kann.

Und hier setzt das Projekt von Mosebach und Volmer an: Sie haben den Ansitz so verlockend platziert, dass sich der Steinkauz dort einfach hinsetzen musste, was er erfreulicherweise auch tat. Was dem gefiederten Freund verborgen blieb: Unter seinem Sitz waren in einem Tarnversteck neben einer Kamera auch rechts und links Blitzgeräte positioniert, sodass die menschlichen Beobachter nur den rechten Moment abwarten mussten, um den Auslöser zu betätigen.

„Viel Schrott produziert“

„Dabei haben wir viel Schrott produziert“, resümiert Volmer nach etlichen gescheiterten Versuchen, denn um die entsprechenden Effekte zu erzielen, muss alles passen: Dämmerung, Lichteinfall und Flugrichtung.

„Da der Steinkauz nachtaktiv ist, hatten wir eher eine geringe Chance, ihn vor blauem Himmel abzulichten“, berichtet Mosebach. Er und sein Partner legten sich immer wieder auf die Lauer, bis eines Tages der ultimative Moment gekommen war: Wolken, Himmel, Vogel; alles passte, das Siegerfoto war im Kasten.

Ehe es allerdings dazu gekürt wurde, musste es noch verschiedene Stationen durchlaufen: Insgesamt 2600 Bilder lagen der dgt zur Bewertung vor, 80 wurden ausgesucht, um in acht Kategorien beurteilt zu werden. Dazu zählen unter anderem Säugetiere, Landschaften, Pflanzen und eben auch Vögel. Nach dem Gewinn in der Kategorie Vögel nahm das Bild schließlich auch die letzte Hürde und wurde als Gesamtsieger des Wettbewerbs ausgezeichnet. Darüber freuen sich Mosebach und Volmer natürlich, ist dies doch der höchste Titel, den die dgt zu vergeben hat.


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