Tipps für Ernährung Verbraucherzentrale über Essen und Klima in Wellendorf

Von Carolin Hlawatsch

Heimische Erdbeeren versus spanische: Die Klimabilanz verschiedener Lebensmittel zeigte Dorothee Seelhorst von der Verbraucherzentrale Niedersachsen auf (rechts). Eingeladen für einen Vortrag hatte sie Hannelore Borkowski von der Katholischen Erwachsenenbildung. Foto: Carolin HlawatschHeimische Erdbeeren versus spanische: Die Klimabilanz verschiedener Lebensmittel zeigte Dorothee Seelhorst von der Verbraucherzentrale Niedersachsen auf (rechts). Eingeladen für einen Vortrag hatte sie Hannelore Borkowski von der Katholischen Erwachsenenbildung. Foto: Carolin Hlawatsch

Hilter. Ohne großen Aufwand und hohe Kosten ist es möglich einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, indem man beim Einkaufen und Essen umweltbewusster agiert. Tipps für eine klimagesunde Ernährung gab Dorothee Seelhorst von der Verbraucherzentrale Niedersachsen auf Einladung der „Katholischen Erwachsenenbildung im Lande Niedersachsen e.V.“ im Wellendorfer Karl-Leisner-Haus.

Auf dem Tisch zwei Teller mit verschiedenen Gerichten: Links eine Bulette mit Kartoffeln, rechts die Erdäpfel mit einer großen Portion Gemüse anstelle des Fleischs. Duft verströmten beide Gerichte nicht, denn Dorothee Seelhorst hatte mit ihnen eine verblüffend echt aussehende Plastik-Attrappe aufgestellt. Sie sorgte für Staunen: „Durch diese Mahlzeit mit Fleisch werden 1100 Gramm Treibhausgase freigesetzt“, erklärte die Ernährungsexpertin und zeigte auf die Frikadelle. Die vegetarische Version hingegen belaste das Klima mit 130 Gramm Treibhausgasen deutlich weniger. (Weiterlesen: Von Rindern produzierte Methanmenge könnte stark steigen)

Das Gesamtbild

„Tatsächlich leben also Vegetarier klimafreundlicher als Fleischesser“, schlussfolgerte das Publikum. Seelhorst nickte, schickte aber direkt ein „bedingt“ hinterher. Letztendlich komme es natürlich auf das Gesamtbild an. Jemand der zweimal pro Woche Fleisch äße, aber dafür seinen Kaffee aus der Porzellantasse zu Hause trinke, hätte womöglich eine bessere Klimabilanz als eine Person, die komplett auf Fleisch verzichte, dafür aber jeden Tag Coffee-to-go aus dem Plastikbecher trinke. 330.000 Kaffeebecher würden in Deutschland täglich innerhalb nur einer Stunde weggeworfen. Die Menge an Müll und die verschwendete Energie zur Herstellung sei unvorstellbar. (Weiterlesen: Konzept in Osnabrück vorgestellt – Pfand-Mehrwegbecher sollen Müllberge verkleinern)

Zurück zum Fleisch: Dessen Produktion, genau wie die anderer tierischer Lebensmittel (Milchprodukte und Eier) sei besonders energieaufwendig und klimabelastend. „Deswegen sollten wir davon weniger essen und darauf achten, dass diese Produkte aus regionaler, ökologischer und tiergerechter Haltung stammen“, empfiehlt Dorothee Seelhorst. Nicht nur dem Klima auch der eigenen Gesundheit täte man damit Gutes. Mehr aus Hilter im Netz

Obst und Gemüse

„Greifen sie mehr zu Obst und Gemüse, aber bitte nicht zu den Mangos, die aus Brasilien eingeflogen, oder den Erdbeeren die mit dem LKW aus Spanien herangekarrt werden“. Weite Lebensmitteltransporte belasten das Klima. Idealer Weise steige man dann für den Einkauf heimischer Produkte auch besser auf das Fahrrad als in das Auto. Die Referentin der Verbraucherzentrale verteilte handliche Kalender im Saal, die anzeigen, welche Obst- und Gemüsesorten wann Saison haben. „Aha, ab Mai wird’s wieder bunt bei uns, wachsen Rhabarber und Frühlingszwiebeln, Radieschen und Rucola im Freiland“, las ein Gast ab. Freiland war das passende Stichwort: „Heimische Freilandprodukte haben die beste Klimabilanz“, erklärte Dorothee Seelhorst. Diese würde zunichtegemacht, wenn man sie außerhalb der Saison in beheizten Treibhäusern wachsen ließe. (Weiterlesen: Jüngere Chefs übernehmen – Generationswechsel bei „Gemüsegärtnern“ in Kalkriese)

Elfeinhalb Tonnen CO2-Emission verursache durchschnittlich jeder Bundesbürger im Jahr, gab die Expertin ihrem Publikum noch mit auf den Weg. Ob darin auch die Atemluft eingerechnet wäre, konnte sie nicht beantworten. Fest stünde jedenfalls, dass allein durch die Anwesenheit des Menschen Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen. „Das ist nunmal so, das können wir nicht komplett vermeiden, aber durch Veränderung unseres Konsumverhaltens ganz sicher um einiges reduzieren.“

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