Gemeindemitglieder schlossen sich dem Kreuzweg der Jugend an Mit Jesus den Kreuzweg gehen

Von Anke Schneider

Der ökumenische Kreuzweg unter dem Motto „Bei mir“ begann an der St. Josef-Kirche. Foto: Anke SchneiderDer ökumenische Kreuzweg unter dem Motto „Bei mir“ begann an der St. Josef-Kirche. Foto: Anke Schneider

Hilter. Vor rund 2000 Jahren ging Jesus den Weg mit seinem Kreuz. Noch immer gehen Menschen am Palmsonntag diesen Weg auch - nach dem Vorbild des ökumenischen Kreuzweges der Jugend. Seine Geschichte begann 1958 auf dem Katholikentag in Berlin. 1972 schloss sich die evangelische Jugend der Bewegung an.

Seit vielen Jahren gehen auch Menschen der St. Josef-Gemeinde in Hilter den Jugendkreuzweg. Organisiert wird er von Waltraud Nobbe, Maria Wolf, Hildegard Ehebrecht zum Sande und Margret Dieckmann-Nardmann. Der Kreuzweg führte von der St. Josephs-Kirche zu einer Klause am Hof Sautmann. Unterwegs hielt die Gruppe an sieben verschiedenen Stationen an, die der Kreuzweg vorgibt.

An jeder Station wurden Bilder gezeigt, die an Situationen aus der Gegenwart erinnern. Die Bilder zeigen Jesus in der Alltagswelt junger Menschen, zum Beispiel vor einer U-Bahn-Station, auf einem Spielplatz oder vor einem belebten Café. Zu sehen sind auch Menschen, die leiden. Die ausgegrenzt werden und einsam sind. „Die Erlebnisse von Jesus auf seinem Kreuzweg begegnen uns auch im Alltag“, sagte Margret Dieckmann-Nardmann. Mit einem Bibelvers und gezielten Fragen wurden die Kreuzweggänger angeregt, über ihr Leben und die darin stattfindenden Begegnungen nachzudenken.

Bei der ersten Station beispielsweise, die den Titel „Jesus wird zum Tode verurteilt“ trägt, stellte sich für die Anwesenden die Frage nach Vorurteilen und Urteilen im täglichen Leben. „Warum verurteilst du andere Menschen?“, fragten die Organisatorinnen. An der letzten Station, an der Jesus vom Kreuz genommen wird, lautete die Frage „ Wo bist du dem Tod begegnet?“

Nach dem Kreuzweg saßen die Teilnehmer im Gemeindehaus bei Brot und Tee zusammen und ließen das gehörte auf sich wirken. Mit Jesus den Leidensweg zu gehen und zu erkennen, dass er gleichsam genauso unseren Leidensweg mitgeht war das Ziel des Weges. Für die Anwesenden war es ein leichtes, festzustellen, dass sich die Erfahrung von Leid, Schuld und Vergebung in den letzten 2000 Jahren nicht wesentlich verändert haben.