Sechs Hühner als Startkapital Leon Janauschek baut eine Hilfsorganisation in Uganda auf

Von Anke Schneider

Scheckübergabe: Leon Janauschek (links) kann 2640 Euro mit nach Uganda nehmen. Den Scheck übergab Jannis Kleine-Schönepauck. Foto: Kleine-SchönepauckScheckübergabe: Leon Janauschek (links) kann 2640 Euro mit nach Uganda nehmen. Den Scheck übergab Jannis Kleine-Schönepauck. Foto: Kleine-Schönepauck

Hilter. Wenn Geld aus der Abi-Kasse von Gymnasiasten aus Hilter und Umgebung den Weg zu einer winzig kleinen und recht unbekannten Hilfsorganisation in Uganda findet, dann liegt es an dem direkten Draht. Zwischen Jannis Kleine-Schönepauck und Leon Janauschek gibt es den. Ihre beiden Elternhäuser stehen in Hilter.

Jannis gehört zum Abiturjahrgang 2016 des Bad Iburger Gymnasiums. „Wir hatten in der Abi-Kasse noch geld übrig und da habe ich überlegt, was wir damit machen“, erzählt er. Er hörte von Leon, dessen Eltern in Hilter wohnen, und von seiner kleinen Hilfsorganisation Madufafa (Making a different in Uganda face to face). Die Mitschüler wurden in die Idee eingeweiht und ein großer Teil war mit einer Spende an diese Organisation einverstanden. Insgesamt 2640 Euro übergab Jannis Kleine-Schönepauck nun an die Organisation in Kinaawa, einem Vorort von Ugandas Hauptstadt Kampala.

Den Armen Helfen

Aber wie kommt ein junger, aus Hilter stammender Mann dazu, seine Zeit und Energie ehrenamtlich den Menschen in Uganda zu widmen? „Ich habe 2013 ein Jahr lang mit dem Weltwärts-Freiwilligendienst in Uganda gearbeitet“, erzählt Leon Janauschek. Vieles sei da nicht so gelaufen, wie es hätte laufen sollen. So beschloss er, selbst tätig zu werden. Er tat sich mit mehreren jungen Leuten zusammen, darunter die beiden Sozialarbeiter Samuel Mushabe und Ronald Owamazima aus Uganda, sowie seiner Freundin Yoshi Isbalilaf aus Taiwan, die er ebenfalls in Uganda kennengelernt hatte. Die jungen Leute mieteten Anfang 2015 ein kleines Haus als Büro an und begannen, sich in Uganda um die Ärmsten der Armen zu kümmern.

„Unsere Organisation hat drei Säulen“, erklärt Leon Janauschek. Zum einen versuchen die Helfer, Familien eine Existenz zu verschaffen, indem sie ihnen sechs Hühner zur Verfügung stellen. „Nach einem Jahr müssen sie uns sechs Hühner zurückgeben. Die meisten haben dann Nachwuchs aufgezogen, der Eier und Fleisch liefert.“ Der zweite Bereich ist die Gesundheit. Mit Impfaktionen, HIV-Test, Gesundheitschecks und Beratungen unter anderem zur Familienplanung unterstützt die Organisation die Menschen vor Ort. Wenn Krankenhausbehandlungen oder Operationen anstehen, springt das Team auch mit finanziellen Mitteln ein, die aus Spenden finanziert werden.

Patenschaften für Kinder

Der dritte Bereich ist der Bereich Bildung. „Wir vermitteln Patenschaften, damit Kinder zur Schule gehen können“, so Leon Janauschek. 46 Patenkinder werden inzwischen von Menschen aus verschiedenen Ländern unterstützt, deren Eltern die Schule sonst nicht hätten bezahlen können. „Wir schauen uns die Familien vorher genau an“, machte der gebürtige Hilteraner deutlich, dass die Familien, denen die Hilfe zuteilwird, sorgsam ausgesucht werden.

Jannis Kleine-Schönepauck und seine Familie nutzten den Sommerurlaub, um sich die Arbeit von Leon Janauschek und seinem Team vor Ort anzusehen. Mit seinen Eltern und seinem Bruder flog er nach Kampala.

Und Leon Janauschek? Er kann Uganda eine Menge abgewinnen, auch wenn er nicht immer da sein kann. „Schließlich studiere ich derzeit Politikwissenschaften in Bonn“, sagt er. Das ein oder andere Semester und vor allem die Semesterferien werden aber für die Arbeit in Uganda geopfert.