Betriebe stellen sich vor Berufsparcours in der Oberschule Hilter

Von Anke Schneider


Hilter. Manche Firmen würden ihre künftigen Auszubildende am liebsten direkt aus dem Unterricht holen, glaubt Dagmar Frankenberg von der Hilteraner Oberschule. Dazu kam es zwar nicht, Kontakte wurden beim Berufsparcours in der Oberschule Hilter schon mal geknüpft.

Der Nachwuchsmangel ist groß und viele Unternehmen fragen schon von sich aus bei der Schule an, ob sie sich im Unterricht zur Berufsvorbereitung einbringen können. Der Berufsparcours, der jetzt schon zum dritten Mal stattfand, war für zehn Unternehmen eine willkommene Gelegenheit, sich vorzustellen und sich nach geeignetem Nachwuchs umzusehen. Und für die Schüler der Jahrgänge 8 und 9 war er eine gute Möglichkeit, verschiedene Berufe aus erster Hand kennenzulernen.

Pflegekräfte und Lebensmitteltechnik

Mit dabei waren die Kita Kunterbunt, die als Repräsentanten für die Kindergärten im Osnabrücker Land den Beruf des Erziehers vorstellte und das Klinikum Osnabrück, dass dem Pflegekräftemangel entgegenwirken möchte. Auch den Beruf der Hebamme, des Assistenten in der Radiologie, im Labor oder im Operationssaal kann man hier lernen. Die Firma Meyer GmbH sucht Textilreiniger, Apetito aus Hilter bildet Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, Informatiker oder Industriemechaniker aus und die Bäckerei Brinkhege stellt Lehrlinge in den Berufen Bäcker, Bäckereifachverkäufer und Fachkraft für Systemgastronomie ein.

Beschichtungstechnik und Postdienstleistungen

Solarlux aus Melle war mit den Berufen des Konstruktionsmechanikers, Fachkraft für Metalltechnik oder auch Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik schon zum dritten Mal dabei, DHL warb unter anderem mit dem Ausbildungsberuf Fachkraft für Postdienstleistungen und die Firma Spies aus Gesmold bildet junge Menschen zum Mechatroniker und Feinwerkmechaniker aus. Die Physiotherapieschule Hüser war dabei und das Hotel zur Post aus Bad Rothenfelde ebenso. Die Firmen hatten Videopräsentationen vorbereitet, Geräte oder anderes Equipment mitgebracht und hatten zum größten Teil auch ihre Azubis dabei.

„Eine bessere Möglichkeit, sich zu informieren, gibt es nicht“

„Eine bessere Möglichkeit, sich zu informieren, gibt es nicht“, sagte der kommissarische Schulleiter Ralf Ackermann bei der Begrüßung der Schüler und Firmen. Er dankte Dagmar Frankenberg, Melanie Erdmann und Frank Potthoff für die Vorbereitung des Tages. Dann schickte er die Jugendlichen in den Parcours. Jeweils 20 Minuten lang konnten sie in verschiedenen Räumen die Präsentation der Unternehmen verfolgen, Fragen stellen und mit Ausbildern und Auszubildenden ins Gespräch kommen.

Viele Schüler sind noch unentschlossen

Die Berufsvorbereitung wurde inzwischen komplett in die Hände der Schulen gelegt, so der Eindruck von Dagmar Frankenberg. In den Elternhäusern werde offenbar wenig darüber gesprochen, was aus den Kindern werden soll. Viele seien auch im 8. Und 9. Schuljahr noch unentschlossen. Es sei oft nicht einfach, Interessen und Kompetenzen der Kinder herauszufiltern.

Aus diesem Grund nehme die Berufsvorbereitung in der Schule inzwischen einen großen Raum ein. Neben dem Berufsparcours führt die Schule unter anderem Schnupperpraktika durch, in denen die Schüler einen Einblick in das Betriebsleben verschiedener Firmen erhalten können. Daneben gibt es das Modul Kompetenzanalyse, bei dem herausgefunden werden soll, wo die Stärken und Schwächen der Jugendlichen liegen.