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Hund aus Borgloh für die Königin

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Hilter. Xiniko von den Wellen hat sozusagen blaues Blut: Der Jagdhund der Rasse Deutsch Kurzhaar, der bei Heinrich Wellendorf in Borgloh aufgewachsen ist, steht nun im Dienst von Königin Beatrix in den Niederlanden.

Deutsch Kurzhaar werden in Borgloh schon lange gezüchtet. Bereits der Vater von Heinrich Wellendorf war Mitglied im Reichsverband für das Deutsche Hundewesen und erhielt schon damals den Zwingernamen „von den Wellen“. Heinrich Wellendorf senior betrieb die Zucht als Hobby und verkaufte seine Welpen in der näheren Umgebung.Heinrich Wellendorf junior ist mit den Jagdhunden aufgewachsen und wusste schon als Kind, worauf es bei einem guten Hund ankommt. 1961 machte er seinen Jagdschein und übernahm nach dem Tod des Vaters 1965 auch dessen Hundezucht. Inzwischen verkauft er seine Hunde in ganz Deutschland, Spanien, Frankreich und der Türkei. Vor fünf Jahren ging sogar einer der Jagdhunde nach Amerika. Das Internet machte es möglich, berichtet der Züchter. Auf der Webseite des Klubs Kurzhaar Voran Weser-Ems e.V., bei dem Heinrich Wellendorf Mitglied ist, sind seine Hunde zu sehen.

Durch das Internet wurde ein Angestellter des königlichen Hofes Ende 2009 auf die Hundezucht von Heinrich Wellendorf aufmerksam. Der Borgloher pries dort seinen Wurf vom 21. Februar an. Die Hunde hatten schon im Herbst die ersten Bestnoten bei verschiedenen Schauen und Prüfungen aufzuweisen.Ende November erhielt Wellendorf einen Anruf von einem Mann mit niederländischem Akzent. Er meldete sich mit dem Namen Cornelius Suurd.„Dass er Angestellter des königlichen Hofes war, wusste ich nicht“, so der Hundezüchter. Der Mann sagte, dass er sich für einen der Hunde interessiere. „Er kam mit seinem Sohn. Der Herr nahm die Maße des Hundes, und sein Sohn filmte das Tier“, erinnert sich Heinrich Wellendorf. „Ich wusste, ich hatte es mit Fachleuten zu tun.“ Der seltsame Besuch verabschiedete sich ohne Zusage, und Heinrich Wellendorf ging davon aus, dass aus dem Geschäft nichts werden würde.

„Es war ein Montagabend, als das Telefon schellte“, berichtet der Borgloher weiter. Herr Suurd war am Apparat und kündigte an, den Rüden Xiniko kaufen zu wollen. Heinrich Wellendorf wusste noch immer nicht, woher der Käufer kam und verlangte – wie üblich – eine Anzahlung. „Das hätte ich auch getan, wenn ich gewusst hätte, dass die Königin der Käufer ist“, so der Züchter selbstbewusst.

Ende Dezember wurde der damals zehn Monate alte Rüde abgeholt. Bei dieser Gelegenheit erfuhr Heinrich Wellendorf erstmals, dass das königliche Schloss das neue Zuhause des Hundes werden sollte.

Heinrich Wellendorf ist mit dem Käufer in Verbindung geblieben und weiß, dass Xiniko in sieben Monaten sechs Prüfungen mit Bravour bestanden hat. „Die Königin hat Suurd gefragt, woher er diesen schönen Hund habe“, erzählt der Rentner stolz. Auf die Antwort des Angestellten, dass der Hund aus Deutschland komme, habe sie gesagt, dass die Deutschen immer das Allerbeste hätten. Immerhin habe sie einen deutschen Mann gehabt und wisse daher, wovon sie rede.Wellendorf berichtet weiter, dass interessierte Jagdhundfreunde in Holland dem Besitzer von Xiniko für den Rüden schon viel Geld geboten haben. „6000 Euro, hat er mir erzählt“, sagt Heinrich Wellendorf. Bei Hofe sei man allerdings so begeistert von Xiniko von den Wellen, dass er für sein Leben unverkäuflich bleiben werde.


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