Scharfe Bremsung von Nordwestbahn Unbekannte legen Gartenstuhl auf Bahngleise in Hilter

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Weil ein Gartenstuhl auf den Bahngleisen lag, hat ein Zugführer der Nordwestbahn am Dienstagabend scharf bremsen müssen. Foto: Gert WestdörpWeil ein Gartenstuhl auf den Bahngleisen lag, hat ein Zugführer der Nordwestbahn am Dienstagabend scharf bremsen müssen. Foto: Gert Westdörp

Hilter. Weil ein Gartenstuhl auf den Bahngleisen lag, hat ein Zugführer der Nordwestbahn am Dienstagabend scharf bremsen müssen. Mit 60 bis 80 km/h überfuhr der Zug das Hindernis auf der Strecke zwischen Hilter und Osnabrück. Insassen wurden nicht verletzt. Die Bundespolizei sucht Zeugen.

Der Zwischenfall ereignete sich am Dienstagabend gegen 18 Uhr auf der Strecke „Haller Willem“ zwischen den Bahnhöfen Hilter und Wellendorf. Wie die Bundespolizei in Bad Bentheim mitteilte, hatten Unbekannte einen Gartenstuhl auf die Schienen gelegt. Der Lokführer der Nordwestbahn versuchte noch scharf zu bremsen, traf den Stuhl aber noch mit einer Geschwindigkeit von 60 bis 80 Kilometern pro Stunde.

Die rund 20 Fahrgäste blieben bei dem Aufprall unverletzt, am Triebfahrzeug entstand ein Lackschaden. Der Zug konnte mit 18 Minuten Verspätung weiterfahren.

Gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr

Die Bundespolizei in Osnabrück leitete ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. „Vorfälle dieser Art sind kein dummer Jungenstreich“, heißt es in der Mitteilung. Komme es durch das Betreten der Gleise oder das Aufstellen von Hindernissen zu einer Beeinträchtigung des Zugverkehrs, können neben strafrechtlichen Konsequenzen auch zivilrechtliche Forderungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen auf die Verursacher zukommen, hieß es. „Solche Ansprüche können im Einzelfall noch bis zu 30 Jahren nach der Tat geltend gemacht werden.“

Hindernisse werden zu Geschossen

Wer Hindernisse auf Bahngleise stelle, bringe sich selbst in höchste Gefahr, so die Bundespolizei. Überfahrene Gegenstände könnten weggeschleudert und zu regelrechten Geschossen werden. Herannahende Züge seien sehr leise und würden erst sehr spät wahrgenommen. Zudem sei der Bremsweg eines fahrenden Zuges erheblich länger als der eines Straßenfahrzeuges.

Bei dem sichergestellten Gartenstuhl handelte es sich um ein Modell aus Metall mit weißen geflochtenen Plastikbändern als Sitzschale. Zeugen, die Hinweise zum Vorfall geben können, werden gebeten sich unter der Telefonnummer 0541 / 331280 bei der Bundespolizei in Osnabrück zu melden.


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