Premiere von „Schützenfest in Dinkelhuesen“ Tolle Leistung des plattdeutschen Theaters in Borgloh

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Hilter. Mit dem turbulenten und spritzigen Lustspiel „Schützenfest in Dinkelhuesen“ startete die plattdeutsche Theatergruppe des Heimatvereins Borgloh in ihre Spielzeit. Die elf Darsteller erhielten für ihre tolle Leistung auf der Bühne verdienten Applaus des Publikums in der ausverkauften Aula der Borgloher Oberschule.

Dat is to´m dull wiärden! Kaum hat Schützenpräsident Willi Zastermann (Thomas Böckmann) dem Vorstand eingebläut, seine Kandidatur für das Amt des Kreispräsidenten auf jeden Fall unterstützen zu müssen, bricht das Unheil aus. Zur Vorstandssitzung im Hinterzimmer der Dorfkneipe platzt der neue Pfarrer (Burkhard Konermann) herein und macht unmissverständlich klar: In Zukunft will er keine Posaunenmusik mehr zur Grablege auf dem Friedhof dulden. Und Vorstandssitzungen der Schützen zur Zeit des Gottesdienstes sind ebenfalls nicht mehr erwünscht. Willi Zastermann ist außer sich. „Tellen Tradition un Bruuk överhaupt nix mihr?“, fragt er.

Gleichberechtigung

Aber es kommt noch schlimmer. Plötzlich stehen auch die Schützenfrauen im Raum. Sie wollen gleichberechtigt wie die Männer auf den Adler schießen, nicht nur Kuchen backen und die Tombola organisieren. Die geballte Ladung Frauen-Power bringt den Oberschützen fast um den Verstand. „Dat is een Aufruhr, een Revolutschoon“, bricht es aus ihm heraus. Doch die Fruunslüüd lassen nicht locker, wollen ansonsten beim Schützenfest nicht mehr mitmachen, drohen sogar mit Sex-Boykott im Ehebett. Mehr aus Hilter im Netz

Schlimmer geht es nimmer, oder? Doch es geht. Gut gelaunt erzählt Vereinsschießmeister Kalle Kreutzer (Wolfgang Meyer) einem Gast (Guido Sieker), den er für ein Mitglied des Kreisvorstands hält, vom desolaten Zustand des Schießstands. Doch dieser entpuppt sich als Prüfer vom Bauamt – das Chaos ist perfekt.

Turbulenz

Ohne an Intensität nachzulassen spult sich auf der von Laurenz Schürmeyer und Hermann Wagner ideal hergerichteten Bühne Akt für Akt ein turbulentes Lustspiel ab. Die Darsteller sind von Spielleiter Heinz Meyer zu Bergsten, der in der Vorbereitung von Franz Biesenkamp vertreten worden war, bestens in Szene gesetzt worden und liefern allesamt eine tolle Leistung ab. Besonders Thomas Böckmann zieht alle Register und reagiert zuweilen wie das sprichwörtliche HB-Männchen. Das Publikum hat seine helle Freude an der äußerst vergnüglichen Handlung mit ihren spritzigen Dialogen und gibt munter Szenenapplaus.

In weiteren Rollen sind Stephan Brockmeyer, Thomas Hagemeyer, Kerstin Schütte, Petra Schweer, Katharina Beermann, Annette Pope und Anne König zu sehen. Anne Wagner fungiert als Souffleuse, für die Maske ist Renate Steinbrügge verantwortlich. Ein weiterer Spieltermin wird am 10. März um 19. 30 Uhr angeboten. Am Sonntag, 11. März, startet die letzte Aufführung um 15.30 Uhr, zuvor wird ab 13.30 Uhr Kaffee und Kuchen angeboten.


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