„Baustelle K 347 lauft nach Plan“ Vollsperrung südlich Hilter: Gewerbetreibende fühlen sich übergangen

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Hilter. Seit Anfang der Woche ist die Bielefelder Straße ab dem Ortsausgang Richtung Dissen und Bad Rothenfelde für zwei Monate voll gesperrt. Während für die Landkreisverwaltung alles nach Plan verläuft, fühlen sich die Gewerbetreibenden noch immer übergangen – und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.

Vitali Wenzel ist sauer. Bis heute. Der Rewe-Marktleiter hatte die Nachricht über die Baumaßnahme erst im Januar im Internet entdeckt. Nach einem Anruf bei der Baufirma wusste er, dass die Vollsperrung wohl acht Wochen dauern werde. „Ich habe Weihnachten die Osterbestellung machen müssen“, sagt Wenzel. Wäre er früher über die Vollsperrung in Kenntnis gesetzt worden, die Order wäre definitiv geringer ausgefallen. Schließlich gehe es auch um Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum.

Vielen Kunden den Weg abgeschnitten?

Bis zu 40 Prozent seiner Kunden sieht er durch die Baustelle vom direkten Weg aus Dissen und Bad Rothenfelde abgeschnitten. „Gleich am ersten Tag habe ich ein Viertel weniger Umsatz gemacht“, schnaubt der Geschäftsmann. Verantwortlich macht Wenzel dafür den Fachdienst Straßen des Landkreises. „In Noten ausgedrückt ist dessen Informationspolitik eine glatte 6!“ Ärgerlich wandten sich Wenzel und andere Geschäftsleute vom Gewerbeverein „Hilter vereint“ an die Gemeinde. Die ist zwar nicht für die Baustelle verantwortlich, konnte aber trotzdem Richtung des Landkreises moderieren.

„Menschen wollen beteiligt werden“

Im Rathaus von Hilter kann man den Unmut nachvollziehen. Wenn in der Gemeinde etwas geplant sei, spreche er vorab mit den Betroffenen, erklärt Bürgermeister Marc Schewski sein Kommunikationsrezept. „Die Menschen wollen in Zeiten, wo Soziale Medien und andere Kanäle Informationen bieten, einfach beteiligt werden.“

Aus Sicht des Landkreises will man dagegen nicht von Informations-Versäumnissen sprechen. Bürger und Gewerbetreibende sind innerhalb der Baustelle direkt angesprochen worden, so Henning Müller-Detert von der Pressestelle des Landkreises. Überdies habe es Wurfzettel mit Infos, Zeitungsveröffentlichungen „im Zusammenhang mit einer anderen Baumaßnahme“ und auch Hinweise in den Sozialen Medien gegeben. Generelle Kritik will Müller-Detert nicht gelten lassen. „Welche Art der Information an wen vermittelt wird, ist von Baustelle zu Baustelle unterschiedlich und muss jedes Mal neu sorgfältig bewertet werden.“

Ortstermin in Hilter

Um den Ärger der Hilteraner Gewerbetreibenden abzumildern, erklärten sich zuständigen Landkreis-Mitarbeiter schließlich in einer Vormittagsveranstaltung vor Ort. Sie schilderten im Detail, was auf dem 800 Meter lagen Bauabschnitt geschehen wird und warum die Vollsperrung unumgänglich sei. Die Arbeiten, insbesondere im Bereich der Bahngleise, können aufgrund der verbleibenden Restbreiten aus Sicherheitsgründen nur unter einer Vollsperrung erfolgen, so die Verantwortlichen vom Fachdienst Straßen. Aktuell laufe die Baustelle planungsgemäß mit zwei Kolonnen, teilte der Landkreis auf Anfrage mit.

Deutlich wurde auch: Hilter wird vom 12. März bis voraussichtlich 3. April eine weitere Vollsperrung zu gegenwärtigen haben. Ein rund 2,5 Kilometer langer Straßenabschnitt wird dann von der Bahn in Wellendorf bis etwa von „Höcker-Polytechnik“ saniert. Umleitungen seien über Borgloh und die A33 vorgesehen.

Hilters Gewerbetreibende versuchen derweil ihr Tages- und Ostergeschäft mit verschiedenen Aktionen zu retten. Fünf großflächige Schilder haben sie aufgestellt, die an markanten Punkten darauf hinweisen, dass alle Geschäfte in Hilter erreichbar bleiben. Hans-Ulrich Bäumker etwa hat für seinen Imbiss einen Baustellenrabatt eingeführt. Vitali Wenzel kann mit seinem Rewe-Markt allerdings nicht so einfach und zeitnah reagieren. „Ich habe der Zentrale einige Aktionen vorgeschlagen. Das dauert aber in der Regel bis zu sechs Wochen, bis das genehmigt werden kann.“


„Abschnittsweise Vollsperrung K 347 südlich von Hilter“

Zwischen dem 19. Februar und dem 20. April werden eine Bushaltestelle erneuert, zwei Querungshilfen eingerichtet und ein Teil der Regenwasserkanalisation erneuert. Ebenso wird der Gehweg aufgenommen, ein von der Fahrbahn abgesetzter Radweg hergestellt und der Asphalt der Fahrbahn erneuert. Zusätzlich werden im Auftrag der Telkos Glasfaserkabel verlegt, um Synergieeffekte, wie Sperrung und Erdarbeiten zu nutzen. Zeitdruck besteht aufgrund der Landesgartenschau: Diese Strecke wird für die An- und Abfahrt genutzt. Ab April stehen Baumaßnahmen zwischen Wellendorf und Hilter an.

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