Junge Eltern stärken Hilter gründet Netzwerk „Frühe Hilfen“

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Hauptberufliche und Ehrenamtliche arbeiten ab sofort in Hilter im Netzwerk „Frühe Hilfen“ zusammen, um Schwangere und Eltern von Kleinkindern zu unterstützen. Foto: Petra PieperHauptberufliche und Ehrenamtliche arbeiten ab sofort in Hilter im Netzwerk „Frühe Hilfen“ zusammen, um Schwangere und Eltern von Kleinkindern zu unterstützen. Foto: Petra Pieper

Hilter. Rund 30 soziale Akteure aus den Bereichen Kindererziehung und Kindergesundheit trafen sich am Mittwochnachmittag im Rathaus Hilter, um dort ein lokales Netzwerk „Frühe Hilfen“ zu gründen. Bürgermeister Marc Schewski begrüßte die Initiative, deren Ziel die Unterstützung junger Eltern in Bezug auf Kindeswohl und Kinderschutz ist.

Familienhebammen und Erzieherinnen, Tagesmütter und Kommunalpolitiker, Lehrer, Ärzte und Ehrenamtliche, die im Babybesuchsdienst tätig sind, kamen zusammen, um mit Unterstützung der Landkreis-Koordinatorin „Frühe Hilfen“ Annemarie Schmidt-Remme das 17. Netzwerk auf kommunaler Ebene im Landkreis zu bilden.

Hilfsangebote für Eltern und Kinder

Die Koordinatorin skizzierte Ziele und Aufgaben des bundesweiten Fördersystems: „Netzwerke ‚Frühe Hilfen‘ koordinieren, abgestimmt auf die lokalen Gegebenheiten, Hilfsangebote für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft bis etwa zum dritten Geburtstag des Kindes.“ Es gehe darum, in alltagspraktischer Unterstützung das gesunde Aufwachsen von Kindern und ihre Entwicklungsmöglichkeiten zu fördern und die Erziehungskompetenz (werdender) Eltern zu stärken. Darüber hinaus gelte es, in besonderen Problemlagen Kinder vor Gefahren, zum Beispiel durch Misshandlung, zu schützen. Von Schwangerschaftsberatung über Zahnpflege und Gesundheitsvorsorge bis hin zur Stärkung der Eltern-Kind-Bindung kann alles Unterstützungsthema sein. „Eltern sollen in ihrer Eigenverantwortung gestärkt werden“, so Schmidt-Remme.

Viele Eltern sind verunsichert

„Wer sich in einer Buchhandlung umschaut, sieht verschiedenste, auch einander widersprechende Erziehungsratgeber“, so die Expertin. Viele Eltern seien verunsichert. Kinderärzte würden nicht nur in medizinischen, sondern auch in pädagogischen Belangen um Rat gefragt. Mögliche Ansatzpunkte für das Hilteraner Netzwerk könnten auch die zunehmenden Sprachentwicklungsstörungen sein, die bei den Schuleingangsuntersuchungen festgestellt werden, und durchaus nicht nur bei Kindern mit Migrationshintergrund. „Viele Eltern scheinen gar nicht mehr zu wissen“, mutmaßt Annemarie Schmidt-Remme, „dass Sprache im lebendigen Gespräch gelernt wird und nicht, indem ich das Kind vor den Fernseher setze oder ihm ein Smartphone in die Hand drücke“.

Ansprechpartnerin

Um Eltern eine breit gefächerte Unterstützung anzubieten, will sich das Netzwerk im kommenden Jahr dreimal treffen, jeweils in einem anderen Ortsteil, um die bereits vorhandenen Angebote in einen Flyer aufzunehmen und um fehlende Angebote zu ergänzen. Ansprechpartnerin für das Netzwerk in Hilter ist Jugendpflegerin Verena Kaumkötter.


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