Niedrigzinsen drücken Ertrag Volksbank Hilter hält Kurs – trotz Herausforderungen

Von Stefanie Adomeit

Wollen auch in stürmischen Zinsphasen Kurs halten: die Volksbank-Vorstände Thomas Ruff und Klaus Windoffer. Foto: Stefanie AdomeitWollen auch in stürmischen Zinsphasen Kurs halten: die Volksbank-Vorstände Thomas Ruff und Klaus Windoffer. Foto: Stefanie Adomeit

Hilter. In ihrem Jahrespressegespräch blickte die Volksbank eG Bad Laer-Borgloh-Hilter-Melle auf ein gutes Jahr 2017 zurück. Auch wenn die Niedrigzinsphase kräftig auf die Ertragslage drückt, waren die Vorstände Thomas Ruff und Klaus Windoffer zufrieden mit dem moderaten Wachstum, an dem die florierende Wirtschaft großen Anteil hat.

Niedrige Zinserträge, Mehrkosten durch Regulierung und Verbraucherschutz und für die Digitalisierung werden die Erträge 2018 drücken, erwarten die Vorstände. Mit einem straffen Kostenmanagement und einer aktiven Marktbearbeitung wollen sie die Volksbank eG trotzdem auf Kurs halten.

Im vergangenen Jahr stiegen Kredite und Einlagen um knapp vier Prozent. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 2,9 Prozent auf 472 Millionen Euro. Das besamte betreute Kundenvolumen der Volksbank und ihrer genossenschaftlichen Partner erhöhte sich um 4,3 Prozent auf 1,049 Millionen Euro. Die Kundenkredite stiegen um 3,7 Prozent auf 393 Millionen Euro, die Kundeneinlagen um 3,8 Prozent auf 315 Millionen Euro. „Das zeigt, dass die Mitglieder und Kunden uns weiterhin Vertrauen geschenkt haben“, sagte Thomas Ruff.

Margendruck wächst durch Wettbewerb

Das Geschäft mit dem Mittelstand hatte auch im vergangenen Geschäftsjahr eine hohe Bedeutung: Allerdings habe sich der Margendruck durch einen intensiven Wettbewerb weiter erhöht, merkte Ruff an. Ganz bewusst sei die Volksbank bei nicht risikogerechten Konditionen anderer Banken nicht mitgegangen, auch wenn sie dadurch auf Wachstum verzichtete.

Anja Basso hat das Privatkundengeschäft der Volksbank eG in den letzten Jahren ausgebaut: Dabei kommt die individuelle Beratung für Kapital ab 250000 Euro besonders gut an. Die Volksbank will damit auf das steigende Geldvermögen ihrer Kunden antworten.

Nächster Schritt Videoberatung

Die Online-Filiale der Volksbank wird ebenso ausgebaut wie ihre Aktivitäten auf Facebook, Twitter und im eigenen Blog. 2017 wurde ein What‘s-App-Kundenservice eingerichtet. Nächster Schritt ist die Videoberatung. Erfolgreich sei auch die Einführung eines Serviceteams in Borgloh, das telefonisch von 8 bis 18 Uhr erreichbar ist. Mit dem digitalen Netzwerk für Mitglieder war die Volksbank im letzten Jahr eine der bundesweiten Pilotbanken im Projekt Privatkunden. So zukunftsträchtig die Online-Aktivitäten der Bank sind, gehen die Besucherzahlen in den Filialen entsprechend zurück.

Innerbetrieblich hatte sich die Volksbank 2017 ein Großprojekt vor die Brust genommen: die Einführung einer neuen Bankensoftware. „Das war ein Kraftakt für die Mitarbeiter, die eine Superleistung abgeliefert haben“, erinnerte sich Klaus Windoffer.

Die neue europäische Anlegerschutzrichtlinie bedeute für Banken einen enormen bürokratischen Aufwand, erklärten Ruff und Windoffer. So müssen seit Jahresbeginn alle Telefonate mit Wertpapieraufträgen für fünf Jahre archiviert werden.

Vereine können sich bewerben

Auch 2017 habe die Volksbank 40 Vereine, Schulen, Kindergärten und soziale Einrichtungen mit Spenden und Erträgen aus dem Gewinnsparen unterstützt. Die digitale Plattform www.viele-schaffen-mehr werde bei Vereinen immer beliebter, freuen sich die Volksbank-Chefs. Zur 950-Jahr-Feier von Borgloh gibt es ein eigenes Förderprogramm über 9500 Euro. Vereine können sich bis 30. Juni um Projektfördermittel bewerben.

Dieses Jahresgespräch war das letzte von Klaus Windoffer, der Ende 2018 nach über 25 Jahren im Vorstand in den Ruhestand gehen wird. Der Aufsichtsrat hat sich bereits im Dezember für Nachfolger Andro Voß entschieden. Voß ist Vorstandsmitglied der VR Bank Westküste in Husum. „Eine gute Entscheidung“, findet Klaus Windoffer.