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Piste mit Kunstschnee präpariert Schneevergnügen auf Uphöfener Streif: Flutlichtrodeln in Borgloh

Von Andreas Wenk

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Hilter. Am Uphöfener Berg in Hilter-Borgloh ist Winter. Thomas Linnemeyer hat seine Piste fürs Flutlichtrodeln an diesem Wochenende präpariert.

Es ist das dritte Mal, das der Tischlermeister die „Uphöfener Streif“ hinter seinem Haus in Klein Dratum 5 zum beschaulichen Rodeln einlädt. Der private Skihang mit Schlepplift, Schneekanonen und Pistenraupe ist insgesamt etwa 300 Meter lang, beschneit ist aktuell aber nur etwa die Hälfte.

„Ein zornig Teil“

Daniel und Michael, Marco und Tristan kommen unscheinbar daher, aber was sie am Eingang zur Uphöfener Streif am Kassenhäuschen vorbeitragen, sorgt für Aufsehen. „Ein zornig Teil“, entfährt es Corinna König und sie zückt ihr Handy, um ein Video zu drehen. Die vier jungen Männer haben eine Schubkarrenschale auf Kufen geschraubt und wollen damit auf die Piste am Hof Linnemeyer.

Es ist früher Nachmittag. Für den seltsamen Schlittenersatz soll es die Jungfernfahrt werden. „Er ist gerade zwei Stunden alt“, sagt Marco, der auch als erster auf die Piste gehen darf. Das handwerklich begabte Quartett hatte am Morgen festgestellt, dass für die Gaudi beim Flutlichtroden ein Schlitten fehlt und hat deshalb schnell einen zusammengebaut. Eine verrückte Idee, aber vielleicht genau passend zu dem kleinen Skizirkus für Schlittenfahrer, den Thomas Linnemeyer hier auf die Beine gestellt.

Komplette Ausrüstung für einen Skibetrieb

Linnemeyer hat nicht nur ein Faible für Wintersport, sondern auch die Technik. Er hat meist aus alten gebrauchten Teilen die komplette Ausrüstung für einen Skibetrieb auf dem elterlichen Hof zusammengetragen. Die Pistenraupe aus dem Berchtesgardener Land leistet nicht nur gute Dienste, sondern verströmt Alpenatmosphäre. Der Name Uphöfener Streif erinnert an Kitzbühl und mag im Vergleich zum dortigen Hahnenkamm-Rennen etwas großspurig klingen, aber genau das Gegenteil ist beabsichtigt. Statt internationalem Jetset war von Beginn an geplant, Familien ein erschwingliches Schneevergnügen vor der Haustür zu ermöglichen, so Linnemeyer. Und genau das scheint zu funktionieren.

Schneekanonen aus dem Erzgebirge

Nicht immer spielt das Wetter mit, um die zwei Schneekanonen aus dem Erzgebirge in Betrieb zu nehmen, aber ausgerechnet zum Karnevalswochenende hat es dann doch geklappt.

Lauter strahlende Kindergesichter: „Dafür macht man das ja“, sagt Carina. Sie gehört zum Team aus etwa 30 Helfern, das für das Spektakel mitgeholfen hat. Carina steht in einer der Holzbuden und bietet Erbsensuppe mit Bockwurst im Bierkrug an. Kollege Daniel sagt: „Für mich ist das wie ein Miniaturwunderland für große Jungs.“

Aber nicht nur für große Jungs: Simone Streif ist mit neun Kindern hier. Ihr Sohn Lasse feiert hier heute seinen achten Geburtstag. Gefühlt sei sie bereits 40 Mal den Berg hinaufgelaufen, wie sie sagt. Eigentlich wollte sie mit den Kindern nur bis 14 Uhr bleiben, weil es aber so viel Spaß macht, geht die Gruppe in die Verlängerung.

Après-Ski-Zirkus und Pistenbetrieb bis Mitternacht?

In der „Almhütte“ werden Getränke und Erbsensuppe angeboten. Pistenbetrieb und Après-Ski-Zirkus können sich bis Mitternacht hinziehen, dafür hat Linnemeyer mit Strahlern vorgesorgt. Deshalb heißt das Schneevergnügen auch Flutlichtrodeln. Natürlich, sagt er, sei in diesem Jahr durch den Ossensamstag nicht ganz so viel los. „Aber das ist mir auch ganz recht.“ So sei es besser, als wenn seine Veranstaltung durch einen möglichen Andrang aus dem Ruder zu laufen drohe. Vor allem die Parkplätze waren im vergangenen Jahr ein Problem. Es gab nicht genug – zumal der Boden aufgeweicht war. Linnemeyer weist darauf hin, dass es nur eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen direkt am Hang gibt. Die Straße Klein Dratum ist als Einbahnstraße ausgewiesen.

Catrin Tellkamp aus Oesede wollte später noch zum Ossensamstag. Sie ist begeisterte Wintersportlerin. Gerade war sie für ein Wochenende in Winterberg, der Skiurlaub kommt noch und als die Witterung es zuließ, rief sie für sich, ihre Freundin und die insgesamt vier Kinder das Motto aus: „Warum so weit, wenn´s auch um die Ecke geht.“


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