Zusätzlich einmonatiges Fahrverbot Überholmanöver bringt Hilteraner Geldstrafe von 1600 Euro ein

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Das Landgericht Osnabrück hat einen Angeklagten aus Hilter wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1600 Euro und einem Monat Fahrverbot verurteilt. Symbolfoto: Michael GründelDas Landgericht Osnabrück hat einen Angeklagten aus Hilter wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1600 Euro und einem Monat Fahrverbot verurteilt. Symbolfoto: Michael Gründel

Hilter/Osnabrück. Teures Ende eines Überholmanövers: Ein 40-Jähriger aus Hilter ist ohne Erfolg mit seinem Einspruch gegen eine Verurteilung wegen Körperverletzung geblieben. Auch das Landgericht hat ihn in einer Berufungsverhandlung für schuldig befunden, einen anderen Autofahrer geschlagen zu haben. Der Angeklagte muss eine Geldstrafe von 1600 Euro zahlen und wurde zudem mit einem Monat Fahrverbot belegt.

Die Berufungskammer am Landgericht bestätigte somit ein Urteil des Amtsgerichts Bad Iburg vom August 2017. Auch jetzt sahen es die Richter als erwiesen an, dass der Hilteraner im Juli 2016 am Eingang des Kreisverkehrs in Wellendorf einem anderen Autofahrer im Streit einen Schlag in den Nacken versetzt hat.

Vorausgegangen war dem ein auch vom Gericht nicht mehr völlig aufzuklärendes Überholmanöver auf dem nördlichen Teilstück der Rothenfelder Straße kurz hinter dem Kreisverkehr Steiniger Turm. Die beiden Kontrahenten waren damals in Richtung Wellendorf unterwegs gewesen, wobei der Angeklagte sich in seinem Fahrzeug hinter dem eines 55-Jährigen aus Bad Laer befunden hatte. Der Laerer, so seine Aussage, hatte einen vor ihm befindlichen Traktor überholen wollen, war in diesem Moment aber seinerseits vom Angeklagten überholt worden. „Der war plötzlich und ohne den Blinker zu setzen herausgezogen und fuhr vorbei“, so der als Zeuge geladene Mann.

Wortgefecht am Kreisel

Am Kreisel in Wellendorf hatte der nun vorausfahrende Hilteraner sein Auto gestoppt, war ausgestiegen und zu dem hinter ihm stehenden Fahrzeug des Laerer gegangen. „Er schrie mich an, ich hätte ihn bereits vorher einmal ausgebremst und das gleiche dann noch mal beim Überholen versucht“, berichtete der 55-Jährige. Er habe sich bedroht gefühlt und nach seinem Mobiltelefon gegriffen, um die Polizei anzurufen. Dann habe er einen Schlag durch das offene Fenster in den Nacken erhalten.

Der Angeklagte will zwar „sehr erregt gewesen sein, auch mit den Händen wild gestikuliert haben“, aber einen Schlag habe er nicht ausgeteilt. Das wäre aus jener Position auch gar nicht gegangen, da er Linkshänder sei, gab der Hilteraner zu bedenken und bot dem Gericht an, zum Beweis seiner Linkshändigkeit mit der Hand eine Schriftprobe abgeben zu wollen. Worauf das Gericht jedoch verzichtete.

Denkzettel für Fehlverhalten

Nach der Befragung zweier weiterer Zeugen kam die Kammer zu dem gleichen Ergebnis wie schon das Amtsgericht. „Im Kerngeschehen kann dieser Prozess auf die Frage reduziert werden, ob es zu einem Schlag mit der Hand gekommen ist“, so der Vorsitzende. In diesem Fall sei die Einlassung des Laerers des Geschädigten glaubwürdig gewesen, die in zwei Instanzen konstant gewesen sei. „Der Zeuge ist niemand, der uns was unter die Weste jubeln will“. Der Angeklagte erhalte somit einen Denkzettel für sein Fehlverhalten.

Das Urteil des Amtsgerichtes, das eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 40 Euro und ein Monat Fahrverbot umfasst, behält damit seine Gültigkeit.


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