„Die Unverbesserlichen“ feiern Jubiläum Borgloher Kegelschwestern räumen seit 50 Jahren ab

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Hilter. Vor 50 Jahren fand sich in Borgloh eine Gruppe junger Frauen zusammen und und gründete den Kegelclub der „Unverbesserlichen“. Noch heute trifft sich der Club einmal monatlich und räumt die Kegel auf der Bahn in der Gaststätte Ostendarp ab – mittlerweile können sie sich auch die „Unverwüstlichen“ nennen.

In einem der Gasträume der Gaststätte sitzen elf Frauen und sind in ein intensives Gespräch vertieft. Der Tisch wurde gerade erst abgeräumt, in der Luft hängt noch das Aroma von Grünkohl, Wurst und Schweinebraten. Zum ersten Mal seit 50 Jahren lassen die Frauen an diesem Montag nicht die Kugel rollen, sondern plaudern über die vergangenen Jahre. „Wir kegeln seit 1967, haben es nie ausfallen lassen. Aber heute machen wir mal Pause“, sagt eine von ihnen, Renate mit Vornamen. Ihren Nachnamen will sie nicht verraten, ebenso wie die anderen.

Dabei treiben sie doch nichts Verbotenes. Im Gegenteil, die elf Frauen sind gut drauf und tun etwas, was Hunderttausende im Land tun: Sie treffen sich zum geselligen Zusammensein und treiben Sport. Und das seit jetzt 50 Jahren.

Zwölf Frauen

Eigentlich ist es eine Gruppe von zwölf Frauen, doch eine von ihnen ist wegen einer Erkrankung zur Passivität verdammt. Ihr Platz bleibt frei, das Dutzend hält zusammen. So ist es vielleicht zu erklären, dass die „Unverbesserlichen“ seit fünf Jahrzehnten einmal pro Monat eine der Kegelbahnen in Ostendarps „Keglereck“ belegen und zweieinhalb Stunden lang „in die Vollen“ gehen.

Weshalb sie den Namen „Die Unverbesserlichen“ tragen, wissen sie inzwischen selbst nicht mehr. Roswitha, die als Kegelmutter auch die Kasse verwaltet und zu den Gründungsmitgliedern gehört, vermutet, dass er sich vielleicht von einer damals populären Fernsehserie ableitet, doch Marianne und Doris, ebenfalls von Anfang an dabei, zweifeln ein wenig. „Macht aber nichts, wenn wir das nicht mehr wissen. Die Hauptsache ist doch, dass wir die Gemeinschaft beibehalten haben“.

In Borgloh auf die Piste gehen ...

Der Zusammenhalt geht über den Sport hinaus. Bei der Gründung waren sie alle um die 20 Jahre alt und die Kegelabende eine willkommene Gelegenheit, mal ein wenig Spaß zu haben. „Früher sind wir anschließend noch auf Piste gegangen, wenn man das in Borgloh so nennen kann“, lacht Renate. Und auch sonst hat es immer gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Kegelns gegeben. Die Kegelschwestern unternehmen Tagesausflüge, Wanderungen, treffen sich zum Tannenbaumsingen. „Und zu besonderen Anlässen sind wir auf Reisen gegangen“, sagt Marianne. Zur Mosel ging es schon, nach Wien, nach Budapest und, standesgemäß, auch nach Mallorca. Einmal hat Rüdesheim auf dem Programm gestanden, die Reise dorthin wurde mit dem sogenannten „Samba-Zug“ der Deutschen Bahn unternommen. „Wir waren so ausgelassen, dass kaum eine von uns auf ihrem Platz sitzen geblieben ist“. Einer von ihnen hatte diese Ausgelassenheit überhaupt nicht gefallen, sie ist nach der Rückkehr ausgetreten. Dafür ist dann Marie-Luise gekommen – mit 36 Jahren im Club das jüngste Mitglied.

„Wer kegelt, muss die Statuten einhalten“

Doch Mittelpunkt ist immer der Sport gewesen. Dafür sorgt schon Maria, die eisern auf die Einhaltung der Regeln achtet. „Wer kegelt, muss die Statuten einhalten. Wer quatscht und vergisst zu kegeln, kriegt ein Strafgeld aufgebrummt“, sagt die resolute Frau.

An diesem Tag muss aber niemand zahlen. Roswitha hat die Vereinskasse geöffnet und gibt daraus einen aus. Es wird erzählt und erzählt, viel gelacht und in Erinnerungen geschwelgt. Es ist ein munterer Haufen. Wer die Szene beobachtet, kann sich kaum vorstellen, dass sie seit 50 Jahren eine feste Gemeinschaft sind und, wie Gastwirtin Sabine Mennemann bestätigt, „bei uns im Haus der älteste Frauenkegelclub“.


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