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Kräuterführung im Hohnangel Wie man Hexen und Gewitter fernhält - Tipps aus Hilter

Von Anke Schneider | 27.06.2019, 12:02 Uhr

Die Kräuterwanderung von Everose Nepke vom des Natur- und Geopark Terra.vita war auch eine Reise in die Vergangenheit. Es ging um Kräuter, die zur Sommersonnenwende schon bei den Germanen, Kelten und Slawen eine Rolle spielten.

In manchen Ländern gehört die Sommersonnenwende zu den bedeutendsten Festen des Jahres. „Die Schweden beispielsweise feiern die Sommersonnenwende heute noch traditionell mit dem sogenannten Mittsommerfest“, erklärte Everose Nepke. Seit 1952 fällt das schwedische Mittsommerfest jedes Jahr auf den Samstag, der dem 24. Juni am nächsten liegt. Der Grund: Seit der Christianisierung im Mittelalter hat der 24. Juni als Johannistag eine große Bedeutung. Mit ihm sind viele alte Bräuche verbunden. So zum Beispiel der Brauch, sich Kronen aus Eichenlaub an die Haustür zu binden. Sie sollen das Haus vor Gewitter schützen, da die Eiche der Baum des nordischen Donnergottes Thor ist und ihn gnädig stimmen soll.

Altäre schmücken

„Das Johanniskraut zum Beispiel wurde von den Kelten am Johannistag genutzt, um die Altäre zu schmücken“, sagte Everose Nepke. Aus Beifuß wurde ein Gürtel gebunden, der Hexen und böse Geister abwehren sollte. „Er wurde aber auch von Frauen genutzt, die ungewollt schwanger waren“, so die Expertin. Beifuß habe nämlich eine abtreibende Wirkung. Das Kraut komme aber auch in den Harry-Potter- und Karl-May-Filmen vor. „Old Shattehand rieb sich damit ein, damit die Pferde ihn nicht wittern können“, sagte sie.

Zur Tradition des Mittsommer gehört auch, Kränze und Sträußchen aus bunten Blumen zu binden und in die Fenster oder in den Garten und auf die Terrasse zu hängen. Sonnenwendsträußchen aus Johanniskraut, Klee und Margeriten werden besonders stärkende und kraftbringende Wirkungen zugesprochen. Für einen besonders erholsamen Schlaf legen sich Befürworter pflanzlicher Wirkstoffe solch ein Sträußchen oder Kranz auch unters Kopfkissen.

Kleine Gruppe

Während der Wanderung durch den Hohnangel, zu der sich nur Monika Wernemann und Siegfried Michael angemeldet hatten, ging die Natur- und Landschaftsführerin auch auf Kräuter ein, die ihr unterwegs begegneten. Zum Beispiel im Kalksteinbruch, der durch seine besonderen Bedingungen verschiedensten Kräutern Raum bietet. Die kleine Gruppe erlebte einen interessanten Nachmittag, der beiden Seiten Freude bereitete. „So etwas ist immer harmonischer, als wenn man mit großen Gruppen unterwegs ist“, sagte Everose Nepke.

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