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Ulrich Jorkiewicz stellt aus „Zeitsprung“ im Torfwerk Hahnenmoor in Herzlake

01.05.2014, 21:00 Uhr

20 Bilder und Skulpturen stellt der Meller Künstler Ulrich Jorkiewicz im Torfwerk Hahnenmoor in Herzlake aus.

Jorkiewicz ist in der emsländischen Kunstszene kein Unbekannter mehr: So beteiligte er sich im Jahr 2007 an dem Projekt „Kunstvolles Haselünne“, stellte beim Kunstforum Waldbühne Ahmsen und in der Haselünner Rathausgalerie aus.

Der Vorsitzende des Torfwerk Hahnenmoor e.V., Dieter Pixa, sagte bei der Ausstellungseröffnung, dass jeder Künstler Kunstwerke nicht für sich alleine schaffe, sondern auch wolle, „dass andere Menschen sie sehen, um sich an ihnen zu erfreuen oder zu reiben.“ Deshalb biete der Verein Torfwerk Hahnenmoor Künstlern aus der Region die Möglichkeit, ihre Kunstwerke in den Gebäuden und auf dem Gelände des Vereins auszustellen.

Der pensionierte Gymnasiallehrer Jürgen Thom ging auf den Titel der Ausstellung „Zeitensprung“ ein. Das alte Torfwerk, in dem von 1958 bis 1988 Torf abgebaut wurde, bezeichne ebenfalls einen Zeitensprung. Ein Ort menschlicher Arbeit und technologischer Herausforderungen sei zu einem Kulturdenkmal geworden.

„Mit Bezug auf eine zurückliegende Werkphase des Künstlers zeigen sich hier in der Ausstellung einerseits eine korrespondierende Nähe zur Thematik des Erinnerungsortes Torfwerk Hahnenmoor aber auch andererseits die Distanz eines Zeitensprunges im Werk des Künstlers“, machte Jürgen Thom deutlich. Die zurückliegende Werkphase Jorkiewicz`ssei geprägt durch die Auseinandersetzung mit Bildräumen.

Dabei zeige sich das „Ringen des Künstlers um die Gestaltung eines autonomen Bildraumes, der sich zum Ort der Darstellung von komplexen Formen und Farben auswuchs, bei der jedoch jede Art von figürlicher Gestaltung intentional fehle“, meinte Thom. Die Bilder zeigten letztlich durch größere Farbflächen, die durch kleiner angelegte Flächen durchbrochen werden, ein „variantenreiches Spiel von Weite und Ferne“.

Variantenreiches Spiel

Bei den dargestellten Skulpturen handle es sich überwiegend um Gestalten mit weiblichen Attributen. Diese könnten an die verführerische „Eva“ erinnern, die bereits in mythischer Zeit Adam zum Verhängnis wurde. Ob sich der Betrachter mit dieser Deutung anfreunde, bleibe ihm selbst überlassen, ergänzte Thom.

Ulrich Jorkiewiczs ist gelernter Tischler. Zu seinem künstlerischen Schaffen gehört die Bildhauerei mit Holz, Bronze und Keramik. Mittlerweile widmet sich der gebürtige Bielefelder zunehmend der Malerei.

Der 15-jährige Schüler der Realschule Herzlake, Lars Dulle aus Dohren, umrahmte die Ausstellungseröffnung mit musikalischen Beiträgen mit der Trompete und Posaune. Die Ausstellung im Torfwerk Hahnenmoor ist freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.