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„De gekoffte Ehemann“ Theatergruppe Herzlake-Westrum überzeugt Publikum

Von Martin Reinholz | 04.12.2015, 11:54 Uhr

Mit der plattdeutschen Komödie in vier Akten „De gekoffte Ehemann“ von Helmut Schmidt hat die Theatergruppe Westrum in Herzlake ihr Premierenpublikum überzeugt.

Um ihre schmale Rente etwas aufzubessern, hat die Witwe Karin Roßkamp die Diele ihres Bauernhauses an Gustav Möhlenbrock vermietet. Dieser hat mit Aktiengeschäften und Börsenspekulationen fast alles verloren, was er besaß.

Im Dorf machen derweil schon Gerüchte die Runde, dass die alleinstehende Frau ein Verhältnis mit Gustav habe, was ihr gar nicht passt. Als sich zu allem Überfluss herausstellt, dass Gustav selbst – ohne Karins Wissen – noch dem jungen Mieter Carsten in der Diele Unterkunft gewährt, wirft Karin die beiden wütend raus. Innerhalb einer Frist von einer Stunde sollen beide die Unterkunft räumen.

Post aus Österreich

Kurz bevor die beiden Untermieter das Haus betrübt verlassen wollen, erhält Karin einen Brief von ihrem Schwager Uwe aus Salzburg. Diesen hat sie zuletzt vor über 30 Jahren gesehen. Angeblich ist Uwe nicht einmal darüber informiert, dass sein Bruder Rainer, Karins verstorbener Mann, nicht mehr lebt.

Karin wittert in diesem Umstand ihre große Chance. Sie erhofft sich von ihrem Schwager eine Erbschaft und überredet Gustav schließlich, sich für ein paar Tage als ihr Ehemann auszugeben. Der junge Untermieter Carsten wird unfreiwillig zum Schwiegersohn, da er sich schon in Karins Tochter Ingrid verguckt hat.

Geflecht aus Verwechslungen

Doch bei Uwes Ankunft entwickelt sich alles ganz anders als erwartet. Zu allem Übel und allen Verwicklungen hinzu gesellen sich noch der Türke Nezep Ölsegüt und die beiden tratschenden Nachbarinnen. Ob sich Karin schließlich aus dem Geflecht aus Verwechslungen und Verwicklungen retten kann, zeigen die Westrumer Theaterspieler auf der Bühne der alten Schule in Westrum.

Die Protagonisten überzeugen durch schauspielerisches Können. Das Hauptdarstellerpaar Alexandra Meißner als Karin Roßkamp und Dirk Budke als Gustav Möhlenbrock schlüpfen gekonnt in die Rollen als resolute Witwe und als gescheiterter Charakter, der sein Geld in einer Flaschensortierfabrik verdient. Gekonnt auch Michael Hengemühle als Carsten Bartels und Ignatz Kötter als der Österreicher Uwe Schipper, der auch die Mundart beherrscht.

Paraderollen verkörpern Sonja Balmann und Helena Lenger als die tratschenden Nachbarinnen Amanda Gödicke und Lilo Kieselhorst. Nachbarinnen, wie sie sich keiner wünscht. Tobias Lau gelingt es, überzeugend den Türken Nezep Ölsegütt darzustellen.

Debüt für Sina Schnelker

Ein Gewinn für die Spielschar ist zweifelsohne Sina Schnelker als Tochter Ingrid. Die 18-Jährige feiert in diesem Jahr ihr Bühnendebüt. Nicht nur, dass sie des Plattdeutschen fehlerfrei mächtig ist, sondern sich auch auf der Bühne so bewegt, als habe sie das schon jahrelang gemacht. Stephanie Schwalen hat die Spielleitung inne und Petra Pethan ist für die Maske verantwortlich.

Weitere Aufführungen sind an den Sonntagen, 6. und 13. Dezember, jeweils um 16 Uhr in der alten Schule in Westrum. Eine weitere Aufführung findet am Donnerstag, 14. Januar 2016, um 19:30 Uhr im Forum Hasetal in Löningen statt.

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Karten für die Aufführungen in der alten Schule in Westrum gibt es jeweils an der Tageskasse. Für die Aufführung in Löningen startet der Kartenvorverkauf am 1. Dezember in dem Geschäft „Schreib&Schick“, Hubertusstraße 2 in Herzlake (Tel. 05962/808680) und im Reisebüro TUI Travel Star, Poststraße 2 in Löningen (Tel. 05432/92244).

Weitere Info: www.theatergruppe-westrum.de .