20.000 Euro als Umbaubeitrag Samtgemeinde Herzlake fördert künftiges Jugendkloster Ahmsen

Von Tim Gallandi

Das Exerzitienhaus Ahmsen soll nach Plänen des Bistums Osnabrück bis Ende 2018 in ein Bildungs- und Begegnungshaus umgewandelt werden. Archivfoto: Gerd SchadeDas Exerzitienhaus Ahmsen soll nach Plänen des Bistums Osnabrück bis Ende 2018 in ein Bildungs- und Begegnungshaus umgewandelt werden. Archivfoto: Gerd Schade

Herzlake. Um zur Umwandlung des Exerzitienhauses Ahmsen in ein Bildungs- und Begegnungshaus beizutragen, hat der Herzlaker Samtgemeinderat einstimmig einen Zuschuss der Kommune in Höhe von 20.000 Euro bewilligt.

„Wir wollen etwas ins Rollen bringen“, sagte Christian Thien. Als der Leiter der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth dem Samtgemeinderat das Vorhaben erläuterte, meinte er nicht nur die Renovierung der alten Kegelbahn in Ahmsen, auf die diese Metapher wörtlich passt, sondern das große Ganze: die Schaffung einer Begegnungsstätte, mit der auch der Tourismus im Lähdener Ortsteil weiter angekurbelt werden könne.

Was das Bistum Osnabrück plant, wurde Ende Juni dieses Jahres öffentlich. Das bisherige Exerzitienhaus Ahmsen soll ab 2019 als Jugendkloster Ahmsen firmieren und deutlich mehr Besucher als bisher anlocken. Der Sögeler Verein Marstall Clemenswerth übernimmt die Trägerschaft, und seine Aktiven bringen nach Thiens Worten „Ideen mit, wie man so ein Haus mit Leben füllen kann“.

Bettenkapazität erhöhen

Damit sich die Zahl der Gäste erhöht, soll die Bettenkapazität von 40 auf 72 erhöht werden. „Das Haus ist grundsätzlich in einem guten Zustand“, erklärte der Marstall-Leiter, „aber Renovierungen und Anpassungen sind notwendig.“ Dazu zählten etwa Betten, Heizung, Brandschutz und Bestuhlung. Zentrales Element jedoch ist der Anbau eines Tagungsraums samt Schaffung einer Selbstverpflegungsküche. Diese soll Gruppen dienen, die sich während ihres Aufenthalts selbst versorgen möchten. Die Option auf Vollverpflegung durch die Einrichtung bleibt indes bestehen.

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Kalkuliert wird mit Gesamtkosten von 324.000 Euro, von denen das Bistum Osnabrück 174.000 Euro übernehmen will. Um die übrige Summe aufzubringen, beantragt der Verein Marstall Clemenswerth Zuschüsse von den Leader-Regionen Hasetal und Hümmling (insgesamt 80.000 Euro), vom Landkreis Emsland (40.000 Euro), von der Gemeinde Lähden (10.000 Euro) und eben von der Samtgemeinde Herzlake (20.000 Euro).

Präventive Bildung

Auf die Frage von Johannes Dieker (UWG), warum das Bistum das Vorhaben nicht vollständig schultere, erläuterte Thien, der Angebotsschwerpunkt des Marstalls – und künftig des Jugendklosters – liege auf Schulgemeinschaftstagen für Schulklassen, an denen es um Teamfähigkeit, Konfliktbewältigung sowie Drogen- und Gewaltprävention gehe. Da sich die überkonfessionelle Einrichtung mithin um präventive Bildung kümmere, erfolge ihre Arbeit nicht nur im Auftrag des Bistums, das diese Tätigkeiten bereits mit einer sechsstelligen Summe jährlich fördere.

Die Arbeitsplätze der bisherigen Angestellten des Exerzitienhauses seien sicher, „es werden alle übernommen“, unterstrich Thien auf Nachfrage von Raimund Benten (CDU). Sollten sich die Gästezahlen wie geplant innerhalb der ersten drei bis fünf Jahre nach der Übernahme vervierfachen, werde man den Mitarbeiterstamm noch erhöhen müssen.

Einstimmiges Ja

Wie Bürgermeister Ludwig Pleus sagte, sei das Konzept für Ahmsen auch in der Lokalen Aktionsgruppe der Leader-Region Hasetal auf Anklang gestoßen. Es werde zur Attraktivität des Ortes beitragen. Für die SPD begrüßte Ulrich Ostermann, dass wieder Leben ins Haus kommen werde. Geschlossen votierte der Samtgemeinderat letztlich dafür, im Haushalt des kommenden Jahres 20.000 Euro für den Umbau bereitzustellen.