„Verlorene Gedanken“ im Fokus 23. Künstlertreff des Kunstforums Waldbühne Ahmsen

Von Helmut Diers

Beim 23. Künstlertreff (v.l.): Gerd E. Gepp, Thea Tolkmitt, Ludwig Pleus, Renate Speil, Christel Altevers, Tessie Stade, Elisabeth Schramm und Annemarie Bothe begrüßen. Foto: DiersBeim 23. Künstlertreff (v.l.): Gerd E. Gepp, Thea Tolkmitt, Ludwig Pleus, Renate Speil, Christel Altevers, Tessie Stade, Elisabeth Schramm und Annemarie Bothe begrüßen. Foto: Diers

Lähden. Der 23. Künstlertreff des Kunstforums Waldbühne Ahmsen hat rund 60 Besucher in das Exerzitienhaus Kloster Ahmsen gelockt. Unter der Leitung seiner Gründerin Renate Speil stand der 23. Künstlertreff unter dem Thema „Verlorene Gedanken“. Die Samtgemeinde Herzlake war Träger des Künstlertreffs.

Die Samtgemeinde Herzlake als Träger des Künstlertreffs präsentierte zu dem Thema eine exklusive Lesung vom Sögeler Schriftstellers Gerd E. Gepp aus seinem im Mai 2015 erschienenen Buch „Das Gloriettenkonzert – Wie ein Schlüssel zu verlorenen Gedanken“. Den musikalischen Part zum Motto „Verlorene Gedanken“ gestaltete das Trio „Elantes“ mit Elisabeth Schramm (Cloppenburg) am Klavier, mit Annemarie Bothe (Lohne) an der Querflöte und mit Tessie Stade (Lähden) am Violoncello. Im Künstlertreff waren zudem die Sögeler Malerin Thea Tolkmitt und die Bildhauerin Christel Altevers aus Meppen mit sehr ansprechenden Werken vertreten.

Meisten Gedanken gehen verloren

In seinem Grußwort betonte Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus, Ahmsen habe sich in den Jahren zu einem „kulturellen Höhepunkt unter der Initiative von Renate Speil“ entwickelt. Johanna Merkt, Leiterin des Exerzitienhauses im Kloster Ahmsen, ging in ihrem Grußwort der Frage nach, was dem Menschen von seinen verlorenen Gedanken bleibe und stellte fest: „Die Verbundenheit zu dir bleibt“. In ihrer Einleitung zum 23. Künstlertreff verwies Renate Speil darauf, dass der Mensch die meisten seiner Gedanken gar nicht behalten könne. Einige äußerten ihre Gedanken in Form von Ansichten oder setzten sie in Taten und Werke um.

Gedanken gezielt abrufen

Irgendwann suche der Mensch ehemals aufgetauchte Gedanken in seinem Gedächtnis, nach verlorenen Gedanken also, weil er der Meinung sei, sie gerade jetzt äußern zu müssen. Natürlich sei es einfacher, wenn der Mensch sich eines Schlüssels bedienen könnte, um alle Gedanken gezielt wieder abzurufen. Einen solchen Schlüssel beschreibe Gerd E. Gepp in seinem Buch „Das Gloriettenkonzert“, leitete Speil zur Lesung des ehemaligen Leiters des Sögeler Gymnasiums über.

Lesung mit Musik

Gepp wies eingangs darauf hin, dass seine Erzählung eine „Mischung von Wirklichkeit und Fiktion“ sei. Der pensionierte Schulleiter beschreibt darin das einstige Liebespaar Susanne und Thomas, das sich zufällig bei einem Konzert im Schlossgarten Clemenswerth in Sögel nach vielen Jahren wieder trifft und malt aus, wie Thomas durch seinen „digitalen Zwillingsbruder“, ein Smartphone, bei der Musik von Richard Wagner und Igor Strawinsky die Gedanken der Zuhörer lesen kann, und damit auch die Gedanken von Susanne und Thomas als einstiges Liebespaar.

Das Musikertrio„Elantes“ ist längst in der Region etabliert und machte mit seiner Musik die Lesung zu einem großen Hörgenuss. Mit einem musikalischen Strauß von Werken unterschiedlicher Komponisten aus verschiedenen Musikepochen gelang es den drei Musikerinnen, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Da das Trio seine Ideen zu den vorgetragenen Musikstücke erläuterte, tauchte das Publikum nachhaltig in das Leben der Komponisten und der Menschen ein, die an der Entstehung der Werke beteiligt waren.

Skulpturen verkörpern wesentliche Aussagen

Zu den Arbeiten von Altevers und Tolkmitt gab Renate Speil dem Publikum einige Ausführungen. Christel Altevers sei schon viele Jahre an dem kulturellen Leben der Region interessiert. Mit ihren Skulpturen stelle Altevers dar, „wie die Menschen fast ständig auf der Suche nach einer Lebenszufriedenheit sind, die hauptsächlich durch Zuwendung und Geborgenheit geprägt wird“. Bei ihren Arbeiten reduziere die Meppenerin die Vielfalt der realen Formen und Ausdrücke auf die wesentlichen Aussagen, die sie mit der Skulptur machen möchte.

Für Thea Tolkmitt sei es immer wieder spannend, wie sich im Schaffensprozess und Werden eines Bildes eine eigene Wirklichkeit für die künstlerische Aussage des Bildes entwickle. Sie benutze natürliche oder von Menschen geschaffene Farb- und Formenspiele für ihr künstlerisches Schaffen und hole oft schon verlorene Gedankengänge bei der Erstellung der Werke wieder hervor.