Ernte wie vor 100 Jahren 5. Buchweizenfest am Torfwerk Hahnenmoor in Herzlake

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Herzlake. Das 5. Buchweizenfest feiert der Verein Torfwerk Hahnenmoor am Sonntag, 8. Oktober auf dem Gelände des Torfwerks an der Grafelder Straße. Der Buchweizen soll wie vor 100 Jahren geerntet werden.

Mit Sichel und Sense mähen Mitglieder des Vereins Torfwerk Hahnenmoor zunächst den Buchweizen, bevor mit Bicken die Buchweizenhalme aufgenommen und zu Gaben zusammengefasst werden. Die Gaben werden dann mit einem Spitzdrescher gedroschen. (Einen Bericht zum Kinoabend im Torfwerk Hahnenmoor gibt es hier)

Feld eigens für Buchweizen

Der Verein Torfwerk Hahnenmoor hat vor Jahren das Außengelände des Torfwerkes Hahnenmoor neu angelegt und als Moorlandschaft gestaltet. Auf dem Gelände wurde auch eine Fläche für die Buchweizeneinsaat vorgesehen. Nach entsprechender Vorbereitung des Bodens mit Grubbern und Eggen wurde der Buchweizen von einigen Vereinsmitgliedern im Juni ausgesät und das Saatgut anschließend mit der Egge eingearbeitet.

Nutzpflanze für Moor wie geschaffen

Die Pflanze – übrigens ein Knöterichgewächs und kein Getreide – ist sehr anspruchslos, jedoch empfindlich gegen Kälte und erträgt keine Temperaturen unter 3 Grad Celsius. Außerdem benötigt Buchweizen genügend Bodenwärme, um keimen zu können. Buchweizen ist eine alte, anspruchslose Nutzpflanze, die auch in kargen Heide- und Moorgegenden gedeiht. Während der Moorkolonisation war das Knöterich-Gewächs ein wichtiges Nahrungsmittel der Moorbauern. Bei der „Moorbrandkultur“, einer frühen Form der Bodenbearbeitung, wurde das Moor zunächst entwässert, im Frühjahr in Brand gesteckt und in die heiße Asche die Buchweizensaat eingebracht. Im Emsland galt der Buchweizen lange Zeit als Arme-Leute-Mahlzeit. (Hier gibt es eine Übersicht über das Jahresprogramm am Torfwerk Hahnenmoor)

Pfannkuchen und Torten

Der Verein Torfwerk Hahnenmoor und die Gästeführerinnen der Samtgemeinde Herzlake bieten an diesem Sonntagnachmittag ab 14 Uhr verschiedene Buchweizenspezialitäten an. Als emsländische Spezialität wird der Buchweizenpfannkuchen, der „Baukweiten-Janhinnerk“, angeboten, der nach Originalrezepten zubereitet wird. Der Buchweizenpfannkuchen gilt als typisches Gericht der Moorarbeiter. Zubereitet wird er mit den typischen Speckfenstern. Darüber hinaus steht eine Vielzahl an Buchweizentorten zur Auswahl.

Ausstellung von Kunstandwerkern

Außerdem werden Produkte der Region angeboten. Besucher können sich auf eine Ausstellung von Hobbybastlern und Kunsthandwerkern freuen. Für Kinder wird das „Poggenstaultütkern“ angeboten. Mit der Moorbahn kann man eine Rundfahrt auf dem Gelände des Torfwerkes unternehmen. Außerdem können die Besucher einen Spaziergang zum Aussichtsturm mit interaktiver Moorerlebnisstation unternehmen. Eine Ausstellung historischer Landmaschinen vom Oldtimerklub rundet das Programm auf dem Gelände ab. Die Jagdhornbläsergruppe wird musikalische Einlagen geben.


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