Erschließung bis Sommer 2018 Gemeinde Herzlake kauft Klose-Gelände


Herzlake. Einer Erschließung des Geländes der ehemaligen Möbelfabrik Klose in Herzlake für Wohnbebauung und als Gewerbegebiet steht nichts mehr im Weg. Die Gemeinde hat das Areal für 1,9 Millionen Euro gekauft.

Damit machte die Kommune den nächsten Schritt innerhalb eines Vorhabens, das bereits 2016 diskutiert worden war. Damals beschloss der Gemeinderat, die Option zum Kauf des Klose-Geländes vom Unternehmen Kappa Immobilien aus Westerstede wahrzunehmen. Kappa hatte zuvor seine Pläne aufgegeben, das 83.000 Quadratmeter große Areal selbst zu bebauen und dort einen „Wohnpark Hase Auen“ samt Ferienwohnanlage und einem Hotel zu schaffen.

Für die Gemeinde Herzlake unterzeichneten Bürgermeister Hans Bösken (CDU) und Gemeindedirektor Günter Bölscher Anfang der vergangenen Woche bei einem Notar in Bad Zwischenahn den Kaufvertrag mit Vertretern von Kappa Immobilien. „Nach teils harten, aber fairen Verhandlungen sind wir zu einem guten Ergebnis gekommen“, kommentierte Bösken.

Bodenuntersuchung bringt Entwarnung

Das Geschäft wurde möglich, nachdem laut der Kommune die letzten Bedenken hinsichtlich einer möglichen Schadstoffbelastung des Geländes ausgeräumt sind. Davor hatte im Spätsommer 2016 besonders der SPD-Ratsabgeordnete Horst Töller gewarnt. Es könne dort tief liegende Altlasten geben, nach einem Großbrand Ende der 1960er Jahre seien Eternitplatten vergraben worden. Töller pochte auf eine gründliche Bodenuntersuchung, während Bösken versprach, die Gemeinde werde das Gelände nur erwerben, wenn man „zu mindestens 99 Prozent auf der sicheren Seite“ sei. Der Rat gab im Nachtragshaushalt 2016 grünes Licht für einen Kauf. (Weiterlesen: Weg frei für Herzlaker Kauf des Klose-Geländes)

Nun hat die Untersuchung stattgefunden. Nach Worten von Bösken nahmen Vertreter des Meppener Sachverständigenbüros Dr. Lüpkes Bodenproben im gesamten Bereich der Fläche vor; begleitet wurde die Analyse durch den Landkreis Emsland. Das Resultat bedeutet demnach Entwarnung: „Es gibt keine Nutzungseinschränkung, das Gelände ist lastenfrei“, erklärte der Bürgermeister bei einem Pressetermin im Beisein von Vertretern aller Ratsfraktionen im Herzlaker Rathaus.

Planung kann starten

20 Prozent der Fläche westlich des Haseufers und nahe des Herzlaker Zentrums sind für ein eingeschränktes Gewerbegebiet vorgesehen, 80 Prozent für private Wohnhäuser. Primär sollen Einfamilienhäuser entstehen; gerade von jungen Familien gebe es bereits entsprechende Anfragen. Auch Doppel- oder Mehrfamilienhäuser will Bösken vorerst nicht ausschließen: „Letztlich entscheidet der Rat.“

Nachdem der Kauf abgeschlossen und die Hallen der einstigen Möbelfabrik längst abgerissen sind, was auch für das ehemalige Wohnhaus des 2012 verstorbenen Unternehmers Karl-Heinz Klose gilt, kann nun die Bauleitplanung beginnen. Ziel ist es laut Gemeindedirektor Bölscher, die in Bauland umgewandelten Flächen ab der zweiten Jahreshälfte 2018 zum Kauf anbieten zu können.

Name wird verewigt

Vorteilhaft, betonten die Vertreter von Politik und Verwaltung, sei es, dass in Zusammenhang mit der Erschließung keine Ausgleichsflächen bereitgestellt werden müssen. Die Hauptzufahrt des künftigen Wohngebiets soll über die Industriestraße erfolgen. Keine Zuwegung wird es hingegen vom Haseufer aus geben, schon allein aufgrund des Hochwasserschutzes. Fest stehe schon jetzt, so Bösken, dass der Name des ehemaligen Besitzers der Flächen dort in irgendeiner Form verewigt wird: „Karl-Heinz Klose hat viel für die Entwicklung der Gemeinde getan.“

Hinsichtlich der Erschließung weiterer Areale für Wohnbebauung erklärten Bösken und Bölscher, die Gemeinde sei dabei, ein Baugebiet für den Bereich Bookhof, Felsen und Neuenlande zu akquirieren. Aus der Bevölkerung der südlichen Herzlaker Ortsteile waren im Frühjahr 2017 entsprechende Wünsche laut geworden. Die Kommune habe diesbezüglich alle Außenbezirke im Blick, auch den Ortsteil Westrum, und der Bauausschuss beschäftige sich ebenfalls mit dieser Thematik, hieß es.


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