30.000 Euro für Erneuerung Dauerausstellung im Herzlaker Torfwerk umgestaltet

Von Tim Gallandi


Herzlake. Wie das Hahnenmoor in Herzlake wirtschaftlich genutzt und später unter Naturschutz gestellt wurde, lässt sich bei einer Besichtigung des früheren Torfwerks nachvollziehen. Die dortige Dauerausstellung ist jetzt für 30.000 Euro erneuert worden.

Im Maschinenraum scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Ein Geruch aus Metall und Schmierfett, typisch für die mechanische Phase des Industriezeitalters, liegt in der Luft. Drei mächtige Pressen dominieren den hohen Raum. Auf einer hölzernen Handkarre ruhen ein paar Soden Schwarztorf und Weißtorf. An der Wand hängt eine Garnitur Stikker und Oplegger, wie die für den Torfabbau charakteristischen Geräte mundartlich genannt wurden. Beinahe hat es den Eindruck, als läge die letzte Arbeitsschicht erst wenige Tage zurück – und nicht schon mehr als 28 Jahre.

Seither stehen die Maschinen still, werden die Werkzeuge nicht mehr benutzt, erfüllen aber dokumentarischen Zweck: Sie spiegeln die Zeit von 1958 bis 1988 wider. Die Epoche, in der im Hahnenmoor, an dessen nördlichem Ende das Werk liegt, Torf abgebaut und transportfähig gemacht wurde. „Im Schnitt haben hier 20 bis 25 Personen gearbeitet“, schildert Dieter Pixa. „Hinzu kamen etwa 50 Saisonkräfte und zahlreiche Schüler, die fünf D-Mark pro Stunde erhielten.“

Regionalmuseum

Pixa ist Vorsitzender des Vereins Torfwerk Hahnenmoor, in dem sich um die Jahrtausendwende jene versammelten, die Verfall und Vergessen Einhalt bieten wollten. Beides drohte nämlich, nachdem das Moor unter Naturschutz gestellt und das Werk dichtgemacht worden war. Gebäude und Technik fristeten verlassen ihr Dasein, ehe sich die Aktiven ihrer annahmen.

(Weiterlesen: Ausstellung in Herzlake zeigt Szenen des Hahnenmoors)

Nach und nach machte der Verein aus dem Torfwerk, das der Gemeinde Herzlake gehört, ein kleines Regionalmuseum. Mit Exponaten wie den Kniehebel- und Karussellpressen, Utensilien wie den Trippen genannten Moorschuhen für Pferde – und einigem mehr. Dazu kamen selbst getippte und laminierte Erläuterungsschilder. Informativ, aber stilistisch nicht gerade der letzte Schrei.

Professionelleres Ambiente

Um dem Ganzen ein professionelleres Ambiente zu geben, musste eine Modernisierung her. Neue Wandtafeln geben Aufschluss über die Wirtschaftsgeschichte und Natur im Hahnenmoor. Die Lingener Agentur Pro-t-in entwarf sie in dem Torfwerk-typischen schwarz-weiß-roten Design und versah sie hier und da mit interaktiven Elementen: Klappen wollen angehoben, Scheiben gedreht werden, um Extra-Informationen zu bieten. Ergänzt werden die Tafeln durch zahlreiche teils großformatige Fotos.

Hinzu kam ein modernes Beleuchtungssystem für die Ausstellungsräume; die alten Neonröhren hatten ausgedient. Außerdem wurde ein neuer Bildschirm angeschafft, auf dem in Dauerschleife der Film zu sehen ist, den Ludwig Kronabel aus Dohren 1986 über das Torfwerk gedreht hat.

Tüftler gesucht

30.000 Euro haben die Neuerungen gekostet. Das Geld erhielt der Verein aus drei Töpfen: 15.000 Euro gab es von der Volksbank Haselünne und deren VR-Stiftung, 10.000 Euro von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung sowie 5000 Euro von der Gemeinde Herzlake.

Bei aller Zufriedenheit blickt der Verein Torfwerk Hahnenmoor weiter voraus. So auch Dieter Pixa, als er auf die Kniehebelpresse im unteren Ausstellungsraum weist. Deren hölzerner Stempel wurde von Zimmermannsschülern der Berufsbildenden Schulen Meppen erneuert. „Jetzt ist es ein Traum, die Maschine wieder probelaufen lassen zu können“, sagt der Vorsitzende. „Wir bräuchten einen Tüftler, der Interesse hätte, sich damit zu beschäftigen.“


Das Torfwerk Hahnenmoor sowie das darin befindliche Café im Torfwerk sind von Ostern bis Ende Oktober geöffnet, und zwar freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Für Gruppen sind Besuche auch auf Anfrage möglich. Info unter www.torfwerk-hahnenmoor.de

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