Fotos von Willi Rolfes im Torfwerk Ausstellung in Herzlake zeigt Szenen des Hahnenmoors

Von Tim Gallandi

Moorfrösche und andere schillernde Motive aus dem Hahnenmoor zeigen die Fotografien von Willi Rolfes, die jetzt in einer Ausstellung im und am Torfwerk zu sehen sind. Foto: Tim GallandiMoorfrösche und andere schillernde Motive aus dem Hahnenmoor zeigen die Fotografien von Willi Rolfes, die jetzt in einer Ausstellung im und am Torfwerk zu sehen sind. Foto: Tim Gallandi

Herzlake. Bildliche Eindrücke einer Ur-Landschaft im Wandel vermittelt die Ausstellung „Moore – Vom Zauber unseres Naturerbes“ im und am Torfwerk Hahnenmoor in Herzlake. Rund 20 Fotos von Willi Rolfes sind dort bis Ende Oktober 2017 zu sehen.

Facettenreich wie die Moorlandschaft selbst sind auch die Motive, die der Naturfotograf dort eingefangen hat. Das Bild des Gänseschwarms, der bei Sonnenuntergang zu den Schlafplätzen im Moor fliegt, mutet romantisch an, die Detailaufnahme der Birkenrinde wirkt wie ein abstraktes Gemälde. Dokumentarisch dagegen erscheinen die Fotos des Schwarzhalstauchers sowie des Birkhahns in schwarz-blauem Gefieder mit rotem Einsprengsel am Kopf.

Dabei fällt genau dieses Motiv des Vogels, der dem Hahnenmoor seinen Namen gab, etwas aus dem Rahmen. „Den habe ich in Schweden fotografiert“, sagte Willi Rolfes im Gespräch mit unserer Redaktion. „In der hiesigen Region ist er ausgestorben.“ Ein Aspekt, der auf das doppelte Anliegen des Fotografen weist. Die Schönheit und Vielfalt des Moores ins Licht zu setzen ist das eine, die Bedeutung als fragiler Lebensraum ins Bewusstsein zu rücken ein anderes.

Naturerbe vor der Haustür

„Moor ist mein Thema“, sagt Rolfes. „Ich begreife es als Naturerbe direkt vor der Haustür.“ Eine Landschaft, die „ökologisch hochgradig wichtig“ sei – und nur oberflächlich gesehen unspektakulär. „Die Faszination liegt im Kleinen, Besonderen.“ Dafür möchte der Vechtaer, der beruflich als geschäftsführender Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld tätig ist und sich seit Anfang der 1980er Jahre mit Naturfotografie beschäftigt, den Blick schärfen.

Ebenso geht es ihm um den Erhalt des Naturerbes, das den Menschen ohne Gegenleistung zufiel. Das in Tausenden Jahren gewachsen ist und innerhalb weniger Jahrzehnte, während des Torfabbaus, zu einem großen Teil verbraucht wurde. Inzwischen gab es ein Umdenken, werden Moore geschützt oder renaturiert. Auch Rolfes‘ Blick ist ein optimistischer.

(Weiterlesen: Torfwerk Hahnenmoor in Herzlake wird modernisiert)

Neben den gerahmten Fotografien, die die Wände des Torfwerk-Cafés schmücken, umfasst die Ausstellung einige großformatige Abzüge, die auf dem Außengelände zu finden sind und quasi den Weg zur Erkundung der Landschaft weisen. Sie zeigen Frösche, Libellen und Bläulinge wie auch das Moor im Wandel der Jahreszeiten.


Die Ausstellung läuft bis zum 31. Oktober 2017. Öffnungszeiten: freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.