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Demonstration vor dem Rathaus Einwohner fordern Bauplätze in südlichen Herzlaker Ortsteilen

Mit der Forderung, Bauplätze in den Ortsteilen Bookhof, Felsen und Neuenlande zu schaffen, demonstrierten Einwohner vor dem Herzlaker Rathaus. Foto: Tim GallandiMit der Forderung, Bauplätze in den Ortsteilen Bookhof, Felsen und Neuenlande zu schaffen, demonstrierten Einwohner vor dem Herzlaker Rathaus. Foto: Tim Gallandi

Herzlake. Bei einer Demonstration am Rande der Gemeinderatssitzung in Herzlake haben rund 30 Einwohner ihren Unmut über fehlende Bauplätze in den Ortsteilen Bookhof, Felsen und Neuenlande geäußert. Politik und Verwaltung versprachen Abhilfe, bremsten aber die Erwartung allzu rascher Lösungen.

Die Tagesordnung des Herzlaker Gemeinderats war schon häufig spannender als jüngst. Ein paar kleinere Bebauungsplanänderungen meist formaler Art, dazu der Antrag des Zeltlagers St. Nikolaus auf Bezuschussung einer neuen Kippbratpfanne. Dafür bewilligte der Rat 50 Prozent der Kosten, maximal 2000 Euro. Die Entscheidung fiel einstimmig und ohne Diskussion, genau wie bei den anderen Punkten.

Keine Themen mit Zündstoff also – zumindest, was den öffentlichen Sitzungsteil angeht. Außerplanmäßig gab es aber doch noch eine Sache, die Gesprächsbedarf hervorrief. Ihren Anfang genommen hatte sie eine Dreiviertelstunde vor Sitzungsbeginn, als sich rund 30 Herzlaker zu einer Demonstration vor dem Rathaus versammelten. Auf Schildern forderten sie „Gebt unseren Kindern Bauplätze!“ und warfen die Frage auf, wer die Bauplatzvergabe in Bookhof, Felsen und Neuenlande blockiere – „der Landkreis? oder die Gemeinde?“.

Ausweichen nach Andrup?

Anlass der Aktion: Einige überwiegend jüngere Einwohner der drei Ortsteile im Süden der Gemeinde möchten dort Eigenheime errichten, können es jedoch nicht – mangels Bauplätzen. Das, so ihr Vorwurf, sei schon mehrere Jahre so. Baugrundstücke gebe es nur im Herzlaker Ortskern. Wer sich diese nicht leisten könne oder dort nicht hinziehen wolle, überlege mitunter bereits, in Richtung Andrup oder Lage auszuweichen, also auf Haselünner Stadtgebiet. Die Kommune habe es versäumt, bereits vor Jahren Areale etwa in Felsen für eine Bebauung zu sichern.

Bürgermeister Hans Bösken (CDU), der die Protestler einlud, ihr Anliegen während der Einwohnerfragestunde vorzutragen, war im Thema. Mit einigen der Demonstranten hatte er nach eigenen Worten schon in den Wochen zuvor Gespräche geführt. Gemeinsam mit Gemeindedirektor Günter Bölscher erläuterte er, was den Bauwünschen entgegensteht.

Flächenerwerb schwierig

„Auch wir legen Wert darauf, dass die junge Generation in den Ortsteilen bleiben kann“, sagte Bösken, und Bölscher ergänzte: „Wir geben unser Bestes, aber es ist schwer, Flächen zu bekommen.“ Neben der Frage, wo sich potenzielles Bauland zu erschwinglichen Preisen kaufen und später erschließen lässt, sei die Gemeinde bei der Planung auch auf das Okay des Landkreises Emsland angewiesen: Schutz vor Emissionen, sprich: vor Lärm und Geruch, müsse gewährleistet sein, Innenverdichtung werde favorisiert.

Außerdem verfüge Herzlake bereits über genügend Bauland: Im Gebiet Busemühle werden in mehreren Abschnitten Grundstücke erschlossen; mittelfristig soll das ehemalige Klose-Gelände hinzukommen. Dennoch befindet sich die Verwaltung laut Bölscher in Gesprächen über den Kauf von potenziellen Bauflächen in den südlichen Ortsteilen. Der Gemeindedirektor bat um Geduld: Frühestens 2018 gebe es Aussichten, dort eine Bebauung vorzubereiten.


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