Zwischen Särgen groß geworden Niedersachsens jüngste (geprüfte) Bestatterin kommt aus Lähden

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Lähden. Mit 22 Jahren ist Marita Kötter die jüngste geprüfte Bestatterin in Niedersachsen. Was ihr noch an Lebenserfahrung fehlt, macht sie mit Fachwissen wett.

Man kann sagen, Marita Kötter ist mit dem Tod aufgewachsen. Denn neben einer Tischlerei betreiben ihre Eltern auch eine Bestattungsfirma in Lähden. Tote und Trauernde waren für Kötter also nie etwas Besonderes. Als kleines Kind haben sie und ihr Bruder die Leichenhalle gerne zum Versteckspiel genutzt.

„Ich bin zwischen den Särgen groß geworden“, sagt sie deshalb auch. Schon in der achten Klasse stand für sie fest: Ich werde Bestatterin. Bei den Mitschülern hat das zunächst für Verwunderung gesorgt, für ihre Freunde war das aber ebenfalls schon früh klar. Ein anderer Beruf kam für sie nie in Frage, Bestatter war immer ihr Traumjob.

Professionelle Distanz notwendig

Trotzdem ist es kein normaler Job: die Trauer ist ein ständiger Begleiter. Wichtig ist es deshalb, eine professionelle Distanz zu entwickeln. Die 22-Jährige handhabt es so, dass sie viel mit ihrer Familie darüber redet. Dadurch könne man die einzelnen Schicksalsschläge besser verarbeiten.

Als einen traurigen Beruf würde sie ihn jedoch nicht bezeichnen. Es gebe auch schon Beratungsgespräche, in denen gelacht werde. Viele komische Erinnerungen würden dann wieder hochkommen, die oftmals ein Grinsen auf die Lippen zaubern, so Kötter.

Mangel an Lebenserfahrung kein Nachteil

Ihr noch junges Alter sieht sie nicht als Nachteil an. „Wahrscheinlich fehlt noch eine gewisse Lebenserfahrung, aber das baut sich ja im Laufe der Jahre auf“, sagt die 22-Jährige. Außerdem arbeitet sie auch schon seit 2009 im Betrieb ihrer Eltern und hat bereits einige Erfahrungen gesammelt. Gleichzeitig kamen von ihr schon neue Ideen, was zum Beispiel den Trauerdruck angeht.

Zudem konnte sie sich bereits eine Menge an Fachwissen aneignen. Nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau fing sie eine Fortbildung zur Bestatterin an, die sie Ende November mit einer Prüfung abgeschlossen hat. Dort hat sie unter anderem gelernt, wie man Beratungsgespräche führt und wie man mit den Angehörigen von Toten umgeht. Aber auch viele rechtliche und betriebswirtschaftliche Sachen gehörten dazu.

Bestatterin will Betrieb der Eltern übernehmen

Das Ende der Fahnenstange hat die ehrgeizige junge Frau aber noch nicht erreicht. Für die Zukunft steht noch einiges auf dem Programm: 2017 will sie ihren Meister machen und langfristig die Bestattungsfirma ihrer Eltern übernehmen. Genug Zeit also, um noch einige Erfahrungen zu sammeln.


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