Bezirksversammlung Wetter wichtiges Thema bei Vereinigte Hagel in Weser Ems

Von Heinz Benken


Löningen. Im Fokus der Bezirksversammlung Weser - Ems der Spezialversicherung „Vereinigter Hagel“ in Löningen stand in diesem Jahr das Wetter. Wetterfee Claudia Kleinert beleuchtete auf der Veranstaltung, was Landwirten in ihrer täglichen Arbeit zunehmend Sorgen bereitet: Die Häufung extremer Wetterphänomene.

Zur Mitgliederversammlung konnte Bezirksvorsitzender Willi Willoh neben Claudia Kleinert rund 250 Zuhörer, darunter Landwirte und Berufsfachschüler aus den Kreisen Cloppenburg, Vechta und Emsland, den CDU-Landtagsabgeordneten Clemens Große Macke, den stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Heinrich Krüssel aus Twist, den Bundesvorsitzender Rainer Langner und Bezirksdirektor Bernd Edeler begrüßen.

Wetter „chaotisches System“

Kleinert stellt zunächst ihre Arbeit als Fernsehwettermoderatorin und das Wetter als „chaotisches System“ vor. Eine zuverlässige Vorhersage des Wetters, also von Temperatur und Niederschlag, sei auch heute nur für wenige Tage möglich.

Nachgewiesen sei allerdings die Veränderung unseres Klimas, dessen Mittel in den vergangenen hundert Jahren um fast drei Grad gestiegen ist. Der Meeresspiegel ist in diesem Zeitraum um 19 Zentimeter gestiegen. Der Klimawandel habe starke Auswirkungen auf den Pflanzenanbau. Während in wärmeren Erdregionen wie Afrika die Dürre zunimm t, gibt es in Deutschland immer häufiger regionale Starkregen bei landesweit höheren Temperaturen. Der Wasser- und Nahrungsmangel hat weltweit mehr als 250 Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

Klimaschutz richtig

In Deutschland steigt Jahr für Jahr die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad. Das hat Auswirkungen auf den Pflanzenanbau. „Wärmere Tage führen zwangsläufig zu heftigem Starkregen auf regional begrenzten Flächen,“ sagte Kleinert, die aber auch Silberstreifen am Horizont erblickt. „Der Klimaschutzplan ist ein richtiges Signal“. Auf die Wetterentwicklung habe die „Vereinigte Hagel“ reagiert, erläuterten Rainer Langner und Bernd Edeler. Es würde neuerdings mehr Versicherungsschutz gegen witterungsbedingte Risiken wie Starkregen und Trockenheit angeboten. (Weiterlesen: Starkregen macht Rockfesitvals zu schaffen)

Starke Schäden im Sommer

Die Schadensaison 2016 sei gekennzeichnet gewesen durch Starkregen und niedrige Erträgen in der Landwirtschaft, berichtete Edeler. Ergiebiger Regen habe bereits das Frühjahr begleitet und seinen Höhepunkt am ersten Juni mit 130 Litern Regen pro Quadratmeter am Niederrhein erreicht. Im Juni habe es kaum einen schadenfreien Tag gegeben. Durch Hitzegewitter nach Rekordtemperaturen sei es dann Ende August zu schweren Schäden auf rund 10 000 Hektar Anbaufläche gekommen. Die Vereinigte Hagelversicherung versichert als Marktführer europaweit eine Fläche von rund 4,3 Millionen Hektar landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzter Fläche mit einem Risikovolumen von mehr als sieben Milliarden Euro. Für die „Vereinigte Hagel“ sind rund 1000 Sachverständige, 4000 Vermittler und 70 Außendienstmitarbeiter tätig.