Hümmlinger zu Gast bei Erzbischof Neues Projekt der Belu-Ugandahilfe

Beim Empfang in Köln: (von links) Bernd Rickermann und Gerda Rickermann, Erzbischof Kiroto Rwanda, Maria Wilkens und Ludwig Wilkens. Foto: Agnes KötterBeim Empfang in Köln: (von links) Bernd Rickermann und Gerda Rickermann, Erzbischof Kiroto Rwanda, Maria Wilkens und Ludwig Wilkens. Foto: Agnes Kötter

Lähden. Das Oberhaupt der Katholischen Kirchen Uganda, Erzbischof Kiroto Rwanda, hatte die Vertreter des auf dem Hümmling ansässigen Vereins Belu-Ugandahilfe zu einem Empfang nach Köln eingeladen. Im Kloster des Ordens der „Weißen Väter“ bedankte er sich für die geleistete Arbeit und das Engagement der Vertreter der Belu- Ugandahilfe.

Die Mitglieder des Ordens der „Weißen Väter“ sind hauptsächlich missionarisch in Uganda tätig und unterstützen die Arbeit der Belu-Organisation vor Ort. Bernd Rickermann aus Lähden-Ahmsen und Ludwig Wilkens aus Lorup stellten dem Erzbischof ihr neues Projekt, den Aufbau einer etwa 80 Hektar großen Farm, vor. Möglich war der Kauf des Grundstücks durch sechs Sponsoren aus dem Emsland und dem Cloppenburger Land.

Auf dieser Farm ist der Anbau von Moringa-Bäumen und Miscanthus (Elefantengras) geplant. Der schnell wachsende Moringabaum ist sehr anspruchslos und entzieht dem Boden nur sehr wenige Nährstoffe. In einem Jahr kann er bis zu vier Meter wachsen. Für die Ernte ist es wichtig, dass er immer auf einer Höhe von zwei bis zweieinhalb Meter gehalten wird. (Weiterlesen: Hilfe zur Selbsthilfe durch Belu-Ugandahilfe)

Bestandteile verwertbar

Alles von diesem Baum ist verwertbar: Die Blätter werden pulverisiert und für Bio-Getränke genutzt oder als Aufbaunahrung für unterernährte Kinder verwendet. Die Früchte sind zum Verzehr geeignet und auch für die Herstellung von Creme und Arzneimittel verwendbar. Das Miscanthus-Gras wird gepflanzt und kann etwa 20 Jahre lang geerntet werden. Es wird gemäht und gepresst und kann dann als Brennstoff oder zur Herstellung von Isolierplatten, die für den Bau von Wohnraum nötig sind, verwertet werden.

Auch eine Parzellenvermietung an Kleinbauern ist geplant, die hier für den Eigenbedarf beziehungsweise für den Verkauf auf dem Markt Gemüse anbauen und Tiere halten können. Bis zu 80 Arbeitsplätze sollen auf dieser Farm geschaffen werden. (Weiterlesen: Viele Besucher beim Afrikafest in Ahmsen)

Neue Hilfsmittel in Planung

Bernd Rickermann und Ludwig Wilkens sind immer bemüht, in ihrer Freizeit neue Pläne für Maschinen und Hilfsmittel zu planen und zu entwickeln, die für ihre Arbeit in dem ostafrikanischen Land nützlich sind. Die Hilfsmittel sollen auf einfache Art in geplanten Werkstätten in Uganda von Einheimischen nachgebaut werden können, zum Beispiel Teile für den Brunnenbau.

Für den Bau einer Ziegelsteinpresse stellte ein Löninger Unternehmer Räume und Materialien kostenfrei zur Verfügung. Ziel war es, nach eigenen Plänen eine kostengünstige und umweltschonende Möglichkeit zu entwickeln, Ziegelsteine in einem Normmaß aus der roten Erde herzustellen. Ehrenamtliche setzten die Pläne in Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen erfolgreich um.

Werkstatt vergrößern

Eine bereits gebaute Schule in Kabango wird erweitert, um noch mehr Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Bei allen Aktivitäten steht bei der Belu-Ugandahilfe die Aufnahme behinderter Kinder im Vordergrund, für die zurzeit ebenfalls ein neues Gebäude errichtet wird.

In der Hauptstadt Kampala wurde vor gut einem Jahr eine Tischlerwerkstatt eingerichtet, die jetzt vergrößert werden soll, damit noch mehr Jugendliche das Handwerk erlernen können. Zurzeit sind vier Jugendliche in der Ausbildung, geplant ist eine Aufstockung auf bis zu zehn Lehrlinge. Gemeinsam mit einer niederländischen Gruppe ist der Aufbau einer Werkstatt geplant, wo Jugendliche zu einem Brunnenbauer ausgebildet werden können. Auch hier machen hiesige Unternehmen die Planung und Umsetzung der Ideen für den Bau der Mustergeräte möglich.


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