Fröhlichkeit in Ahmsen Kundgebung mit mehr als 4000 Frauen auf der Waldbühne

Von Iris Kroehnert


ikr LÄHDEN. Kundgebungen der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) hat es an der Waldbühne Ahmsen bereits viele gegeben – die diesjährige ist die 66. ihrer Art und dürfte vermutlich die mit Abstand fröhlichste sein. Dafür sorgte Hauptredner Urs von Wulfen, Kirchenkabarettist, Hausmann, Social-Media-Redakteur und katholisch.

Am Dienstag sprach und am Mittwoch spricht er vor jeweils ausverkauftem Haus, also vor insgesamt mehr als 4000 Frauen. „Was würde wohl meine Tante Annemarie dazu sagen, dass ich hier alleine vor so vielen Frauen stehe?“, fragt er am ersten Tag ins Publikum und zieht den Vergleich zur katholischen Kirche: „Da steht auch ein Mann vorne und textet die Frauen, die auf den Kirchenbänken sitzen, zu.“ Applaus brandet auf. Seinen Zuhörerinnen gefällt offenbar der Seitenhieb.

Glaube und Rituale

Launig treibt von Wulfen seine augenzwinkernde Kritik voran, denn er spricht darüber, wie Glaube und Rituale den Alltag prägen. „Und wo erkennt man so etwas besser, als in einer Fernsehserie?“, fragt von Wulfen weiter und schlägt den Bogen zu „Die Dornenvögel“. Denn seine Zuhörerinnen werden gleich auf der Waldbühne die Musical-Inszenierung sehen. Vorbereitet habe er sich auf diese Veranstaltung, indem er sich die Serie, die 1985 im Fernsehen lief, noch einmal komplett angesehen habe, sagt der Kabarettist. Und dann bekommt Pater Ralph de Bricassart sein Fett weg: „In schwarzer Soutane bei 50 Grad durch den australischen Backofen – und kein Tropfen Schweiß auf seiner Stirn“, sagt von Wulfen und schiebt nach, „das qualifiziert zum Kardinal.“

Impuls aus dem Fernsehen

Auch Gisela Püttker, die geistliche Begleiterin der kfd im Bistum Osnabrück kommt auf die Fernsehserie in ihrem geistlichen Impuls zu sprechen. „Warum haben damals Millionen zugeschaut und mitgelitten?“, fragt sie und bietet ihren Zuhörerinnen als Erklärung folgende Worte an: „Weil jeder in sich die Sehnsucht trägt, geliebt zu werden und die oder der Wichtigste zu sein.“ Und sicherlich sei es auch die Mixtur aus großer Liebe, Tränen und Enttäuschung gewesen. All dies werde man gleich auch auf der Waldbühne erfahren.

Sarah Cordes, die stellvertretende Vorsitzende des Amateurtheaters, weist auf das Besondere des diesjährigen Stückes hin. „Wir haben noch nie ein Musical aufgeführt“, berichtet sie und betont, dass es sich bei der Inszenierung um die deutsche Uraufführung handelt. Dass es auf der Bühne lebhaft zugeht, steht für sie außer Frage: „Wir haben zwei Pferde dabei, eine Kutsche und ein Moped“.

Ein Netz für Frauen

Doch bevor das Geschehen auf der Bühne seinen Lauf nimmt, stellt Ursula Kemna, die kfd-Diözesanvorsitzende ein besonderes rotes Netz vor, das von mehreren Frauen auf die Bühne getragen wird. „Es ist das Netz, das Frauen trägt“, erklärt sie die Aktion. Dann stimmt der Chor MissKlang aus Salzbergen das Lied „Steht auf! Steht zusammen“ an. Am Mittwoch begleitet dann der Chor „Over the rainbow“ von Sankt Michael in Papenburg die Veranstaltung. Den geistlichen Impuls gibt der Diözesanfrauenseelsorger Jörg Buß.