Rat beschließt Haushalt 2016 Gemeinde Dohren macht neue Schulden

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275.000 Euro will die Gemeinde Dohren 2016 in verschiedene Vorhaben investieren. Symbolfoto: dpa/Jens Wolf275.000 Euro will die Gemeinde Dohren 2016 in verschiedene Vorhaben investieren. Symbolfoto: dpa/Jens Wolf

Dohren. Der Dohrener Haushalt 2016, den der Gemeinderat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen hat, ist wie im Vorjahr ausgeglichen. Jedoch macht die Kommune erstmals seit 2007 neue Schulden. Die Gesamtverschuldung steigt laut Plan auf rund 362.000 Euro.

Der Ergebnishaushalt erreicht bei den ordentlichen Erträgen und Aufwendungen ein Volumen von 1,369 Millionen Euro. Im Finanzhaushalt betragen mit Blick auf die laufende Verwaltungstätigkeit die Einzahlungen 1.319.500 Euro und die Auszahlungen 1.144.300 Euro.

Die Investitionen umfassen im Haushaltsjahr 2016 insgesamt 275.000 Euro. Den größten Posten nimmt dabei mit 135.000 Euro der Endausbau der Straße Rotdornweg im Baugebiet Diekfehn ein. Neu erschlossen werden soll das Baugebiet „An der Dorfstraße, Teil 2“, wofür 60.000 Euro veranschlagt sind.

Darlehensaufnahme

Für Erneuerungen, Installationen und Erweiterungen, die mit dem Kindergarten zusammenhängen, kalkuliert die Gemeinde unter dem Strich mit 70.000 Euro. Darunter fallen beispielsweise Erd- und Entwässerungsarbeiten sowie die Herrichtung der Außenanlagen, wozu der Bau eines Spielplatzes und eines neuen Zauns zählen. Anschaffungen für den Bauhof kosten 8800 Euro; der SV Dohren schließlich erhält 1700 Euro als Zuschuss für eine Bewässerungsanlage.

Zur Finanzierung der Investitionen hat die Kommune eine Darlehensaufnahme in Höhe von 182.000 Euro eingeplant. Enthalten ist auch eine bisher nicht benötigte Kreditermächtigung von 2014 über 130.000 Euro. Am Ende des Jahres wird Dohren voraussichtlich mit 361.569 Euro verschuldet sein. Bei 1090 Einwohnern beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung dann 332 Euro. Laut Gemeindedirektor Ludwig Pleus lag der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden Ende 2014 pro Kopf bei 209 Euro.

Weiterlesen: Das war der Dohrener Haushalt 2015

„Sehr gut durchdacht“

„Es sind Investitionen in die Zukunft und an der richtigen Stelle“, resümierte Pleus. „Ich hoffe, dass Dohren weiter wächst; Bauland steht ausreichend zur Verfügung.“ Als „sehr gut durchdacht“ bezeichnete Franz-Josef Zumbeel (SPD) den Haushaltsplan. „Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht. Alles in allem sind wir so gut aufgestellt, dass wir in den nächsten Jahren wieder einiges von dem zurückbekommen, das wir jetzt investieren.“

Die Schulden seien Investitionen für den Ort, sagte Josef Feldmeier (CDU). „Wir haben uns für das Wohl der Gemeinde mächtig gestreckt.“ Es sei ersichtlich, welcher Wert dahinter stecke.

„Wir werden es ja hoffentlich wieder einnehmen“, erklärte Bürgermeister Johannes Dieker (UWG) mit Blick auf die Extra-Ausgaben. Stillstand wäre Rückgang, so Dieker, und auch beim Gewerbe sei Dohren gut aufgestellt.

Baugebiet „An der Dorfstraße“

Die Erschließung des Baugebiets „An der Dorfstraße, Teil 2“ für 60.000 Euro bildete neben dem Haushalt den zweiten Schwerpunkt der Gemeinderatssitzung. Auf einem Gelände östlich von Dorfstraße und Kolpingstraße sowie nördlich der Straße Am Esch sollen laut Planung 27 Baugrundstücke entstehen. Die Größe der zu erschließenden Areale reicht von 710 bis 1145 Quadratmeter.

Der Entwurf des Bebauungsplans hat nach Angaben der Verwaltung vom 18. Dezember 2015 bis 18. Januar 2016 öffentlich im Rathaus Herzlake ausgelegen. Anregungen dazu aus der Bevölkerung habe es nicht gegeben.

Gemeindedirektor Pleus und sein Stellvertreter Günter Bölscher skizzierten den Zeitplan der nächsten Schritte: Nach der öffentlichen Ausschreibung ab Mitte Juli sollen im August die Angebote der Bauunternehmen geprüft werden, ehe von Anfang September bis Mitte November die eigentliche Erschließung stattfinden soll.

Verkaufspreise festgelegt

Der Rat verabschiedete den Satzungsbeschluss einstimmig. Ebenfalls ohne Gegenstimme beschloss der Rat, für die neue Siedlung die Straßennamen Zur Hexenberge, Marderweg, Fuchsweg und Dachsweg zu vergeben.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beriet der Rat später noch über den Verkaufspreis der Grundstücke. Wie Günter Bölscher am Freitag unserer Redaktion mitteilte, sind die Areale ab Mittwoch, 4. Mai 2016, reservierbar. Erworben werden können die voll erschlossenen Grundstücke für 49 Euro pro Quadratmeter. Vom 1. Juni 2019 an soll der Preis bei 56 Euro je Quadratmeter liegen.


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