Möchten Flüchtlingen helfen Neues Integrationsteam in Herzlake gegründet

Von Ann-Christin Fischer

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Treffen sich zur Besprechung im Herzlaker Pfarrheim: Interessierte Bürger aus der Samtgemeinde und den umliegenden Gemeinden. Foto: Ann-Christin FischerTreffen sich zur Besprechung im Herzlaker Pfarrheim: Interessierte Bürger aus der Samtgemeinde und den umliegenden Gemeinden. Foto: Ann-Christin Fischer

Herzlake. Fast 100 Flüchtlinge leben in Herzlake, und damit ihnen das Ankommen im Emsland einfacher gemacht wird, haben sich im Herzlaker Pfarrheim rund 25 Leute getroffen, um über ein neues Integrationsteam, ähnlich wie es eines in Dohren gibt, nachzudenken.

Christian Thien, Leiter der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth, übernahm für den Anfang das Wort und erzählte bei einem Treffen, wie es überhaupt zu der Idee kam, ein Integrationsteam in Herzlake zu gründen. Neben ihm saßen Pastoralreferent Dominik Witte und Gemeinderatsmitglied Heinz Prinz. Beide haben schon viel für die Integration von Flüchtlingen getan und ließen ihre Erfahrungen bei verschiedenen Gesprächen einfließen.

Mit ihnen und vielen anderen hat Thien über die Zukunft der Flüchtlinge gesprochen und „einfach mal ein Kennenlerntreffen arrangiert.“ Er sagte freudig: „Es ist ein tolles Zeichen, dass so viele gekommen sind, dass das Thema präsent ist und wir uns kümmern wollen.“ Auch wolle er dafür sorgen, dass „solche Dinge, wie sie in Aschendorf im Kommen waren (das Gründen einer Bürgerwehr, Anm. d. Red.), hier nicht passieren.“

Herzlaker wollen helfen

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde schnell klar: Viele Kultur- und Freizeitbereiche, die das Gemeinschaftsleben in Herzlake ausmachen, waren zum ersten Treffen gekommen. Unter anderem Vertreter des VfL, des Spielmannszugs, der evangelischen und katholischen Kirche, außerdem Pädagogen, Studenten, Lehrer und Leute, die in ihrer Freizeit etwas bewegen möchten.

Thien ermutigte die Leute, freundlich zu sein und einfach auf die Flüchtlinge zuzugehen. „Dadurch, dass wir sie begrüßen, gehen sie auch direkt einfühlsamer und offener mit uns um.“ Er erzählte von seinen Erlebnissen im Dohrener Integrationsteam, von gelungener Integration durch Sport, von gemeinsamen Abenteuern beim Arztbesuch – oder vielen Gesprächen über die deutsche Kultur.

„Passt auf euch auf“

Dass alles sei aber nur möglich, wenn die Mitglieder des Integrationsteams auf sich aufpassen. „Baut keinen Druck auf euch selber auf, jeder soll nur das machen, was er kann und wie er Zeit hat. Der eine kann zwei Stunden pro Woche helfen. Ein anderer vielleicht jeden Tag“, meinte Christian Thien.

Konkretes wurde bei diesem ersten Treffen nicht beschlossen – aber dafür viele Ideen eingebracht. Wilhelm Düing vom VfL Herzlake bot sich als Sportkoordinator an und erzählte: „Meldet euch einfach bei mir, ich koordiniere gerne die sportlichen Aktivitäten. Wir haben viele Sportarten, das kriegen wir schon hin.“

Und auch Kevin Strieth vom Spielmannszug ließ die Anwesenden wissen, dass es bald eine offene Probe für die Flüchtlinge geben könnte. „Dann können sich die Leute ausprobieren“, schlug er vor. Als Treffpunkt für weitere Gespräche wählte die Gruppe das Pfarrheim aus.

Weiter hielten sie fest, dass sie sich über den Nachrichtendienst Whatsapp organisieren werden. Sogar ein Ziel hatten die Interessierten schon vor Augen: Sobald sich genug Freiwillige finden, möchten sich diese um verschiedene Familien kümmern, damit immer ein Ansprechpartner vor Ort ist.


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