Verbandsziele vorgestellt Bildung im Fokus beim Unternehmer-Stammtisch in Herzlake

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Herzlake. Über die Themen Bildung und Beschäftigung der Zuwanderer haben sich die Unternehmer des Wirtschaftsverbands Emsland beim Stammtisch Haselünne-Herzlake ausgetauscht. Die Firmenchefs waren diesmal zu Gast am Hauptsitz der Firma Hänsch in Herzlake. Nach einer Betriebsbesichtigung nannte der Geschäftsführer des Verbands, Norbert Verst, die Schwerpunkte der Verbandsarbeit im kommenden Jahr.

Verst begann mit der „sehr guten Resonanz, auch über die Region hinaus“ für die Vergabe des diesjährigen Unternehmenspreis. In zwei Jahren werde der nächste Preis verliehen. „Wir versuchen dafür wieder in ein Unternehmen zu gehen, aber das ist nicht so einfach. Wir brauchen Platz für Bühne und Showact“, sagte Verst. Ort und Termin für die nächste Sport-Wirtschaftsgala stehen dagegen schon fest. Gefeiert werde am 14. März 2016 im Saalbetrieb Kamp in Meppen, kündigte er an.

Diese Veranstaltungen, die Arbeitskreise und die Stammtische seien die drei Eckpunkte der Verbandstätigkeit. Das Weiterbildungsangebot der Emsland-Akademie sei dazugekommen. „Sich darauf besinnen, ist in Zukunft wichtig. 2016 wird zudem der Punkt Logistik verstärkt Thema.“

Der Arbeitskreis Energie wird sich in Lingen mit einem Bundestagsabgeordneten treffen, kündigte Verst zudem an. „Wir bekommen viele Anfragen, wie das geht mit der Beschäftigung von Flüchtlingen.“ Die Informationsveranstaltungen dazu seien sehr gut besucht gewesen. Momentan würden Handwerk und Kommunen zusammen überlegen, wie Migranten in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

Nachwuchs anwerben

Beim Thema Bildung möchte der Verband Lernpartnerschaften in den Betrieben in Kooperation mit den Schulen einführen. Im Raum Haselünne/Herzlake laufe es bereits erfolgreich, sagte Verst. Das Ziel sei es, die Projektwochen für Schüler zur Berufsorientierung im restlichen Emsland zu etablieren.

Das laufende „Mint-Projekt“ (Mädchen in Technik) habe im mittleren und südlichen Emsland in knapp vier Jahren rund 200 Mädchen ab Jahrgangsstufe sieben an technische Berufe herangeführt. „Die Erfahrung zeigt, Mädchen gehen oft planvoller an die Arbeit heran“, berichtete Verst, „und die Erwerbs- und Aufstiegschancen sind im technischen Bereich in der Regel besser, daran sollen sie auch teilhaben.“ Der Verband berate zudem Eltern, um Zweifel auszuräumen und um zu zeigen, dass Mädchen für gewerblich-technischen Berufe geeignet sind.

Um Hochschüler am Standort Lingen zu fördern, sie mit den Unternehmen bekanntzumachen und in der Region zu halten, hat der Verband im Vorjahr das Emsland-Stipendium geschaffen. „Es läuft sehr erfolgreich, damals hatten wir neun Betriebe und 13 Stipendien, in diesem Jahr beteiligen sich 18 Betriebe und es gibt 28 Stipendien.“ Die Unternehmen zahlen dem Studierenden 100 Euro im Monat und bieten ihm an, Praktika oder die Abschlussarbeit im Betrieb zu leisten, erklärte Verst das Prinzip. „Wir haben jetzt mehr als 100 Bewerbungen vorliegen.“ Das Stipendium sei für ein Jahr ausgelegt, mit Option auf Verlängerung.

Spezialist für Warnsysteme

Der Unternehmer-Stammtisch war diesmal bei der Hänsch Holding zu Gast. Der Namenssponsor des Meppener Fußballstadions produziert Warnsysteme und individuelle Fahrzeug-Komponenten. Die Geschäftsführer Michael Myohl, Dietmar Speller und Ludger Dopp sowie der Assistent der Geschäftsführung Christian Gehring führten die anderen Unternehmer durch die Produktionshallen.

„Unsere größte Stärke sind die individuellen Lösungen für alle Fahrzeuge“, sagte Dietmar Speller beim Rundgang. Beispielsweise müsse die Software zum Automodell passen und die Anforderungen für die Polizeifahrzeuge seien für jedes Bundesland verschieden. Zwei Mitarbeiter führten vor, wie die Platinen bearbeitet werden. „Spannend, diese Hochtechnologie zu sehen“, sagte Verst, „das ist sicherlich eins der modernsten Unternehmen im Emsland.“

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Hänsch Holding GmbH:

Das Unternehmen wurde 1984 von Hans-Jürgen Hänsch gegründet. Laut Presseinformation ist es ein zertifizierter Systemlieferant für die Automobilindustrie. Demnach produziert die Firma Hänsch beispielsweise für verschiedene Typen von Einsatzfahrzeugen passende Warnleuchten sowie Anlagen für akustische Warnsignale. Als Erfolgsfaktor nennt das Unternehmen die Innovation: Softwaretools und Geräte helfen bei der Akustik- und Lichtberechnung, ebenso wie das Akustiklabor und die Klimaprüfkammer. Prototypen aus dem 3D-Drucker und Platinen aus eigener SMD-Bestückung verkürzen die Entwicklungszeiten.

Neben dem Standort in Herzlake gibt es einen weiteren in Sternberg, ein Vertriebsbüro in Le Mans und je eine Niederlassung in Wien und Madrid. Hänsch bietet Ausbildungen zum Elektroniker für Geräte und Systeme und Kaufmann für Büromanagement sowie die Studienplätze in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück in den Bereichen Engineering und Betriebswirtschaft an.

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