Mehr als nur Trauungen leiten Rena Meyer ist neue Standesbeamtin in Herzlake

Von Tim Gallandi

Rena Meyer ist Standesbeamtin in der Samtgemeinde Herzlake. Foto: Tim GallandiRena Meyer ist Standesbeamtin in der Samtgemeinde Herzlake. Foto: Tim Gallandi

Herzlake. „...erkläre ich Sie hiermit zu Mann und Frau“: Eine solche oder ähnliche Formulierung wird Rena Meyer künftig häufiger über die Lippen kommen. Denn für die Samtgemeinde Herzlake bekleidet die 23-Jährige das Amt einer Standesbeamtin. Und ist eine der jüngsten Vertreterinnen ihrer Zunft im Emsland.

Eine genaue Liste mit dem exakten Alter aller Standesbeamten zwischen Papenburg und Salzbergen liegt der Verwaltung in Herzlake zwar nicht vor. Aber dass Rena Meyers 23 Jahre diesbezüglich rekordverdächtig sind, war für den Herzlaker Samtgemeinderat offenkundig, als er die junge Verwaltungswirtin im vergangenen Juni einstimmig zur Standesbeamtin bestellte.

Premiere steht noch an

Bisher hat Meyer die eingangs erwähnten Worte noch nicht gesprochen. Einmal hat sie bei einer von Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus geleiteten Trauung zugesehen; demnächst folgt das Gleiche, wenn Brigitte Schröder als Standesbeamtin agiert. Dann aber steht für die 23-Jährige, die selbst noch ledig ist, die Premiere dieser Amtshandlung an. Worauf sie schon sehr gespannt ist.

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„Viele denken ja, Standesbeamte seien nur für Trauungen zuständig. Aber das Spektrum ist umfangreich – und wird nie langweilig“, so Meyer. Zu früheren Zeiten konnte beinahe jeder die standesamtliche Hochzeit leiten. „Oft waren es Leute, die gut reden konnten“, sagt Ludwig Pleus. Heute hingegen umfasst das Aufgabengebiet eines Standesbeamten auch die verwaltungstechnischen Schritte beispielsweise bei Sterbefällen oder Geburten. Letztgenannte sind für die Herzlaker Verwaltung freilich die Ausnahme, da es in der Samtgemeinde kein Krankenhaus mit Entbindungsstation gibt. Lediglich nach Hausgeburten müssen die Beamten beurkundend tätig werden.

Fit gemacht für ihre Aufgaben als Standesbeamtin hat sich Rena Meyer, die von 2011 bis 2013 eine Ausbildung zur Verwaltungswirtin bei der Samtgemeinde absolvierte und den gehobenen Verwaltungsdienst anstrebt, in einem zweiwöchigen Lehrgang an der Akademie für Personenstandswesen in Bad Salzschlirf. Im osthessischen Kurort standen unter anderem rechtliche Hintergründe der standesamtlichen Tätigkeit auf dem Programm.