Zur Heirat auf die Insel Samtgemeinde Herzlake schafft Trauzimmer in Saßlage

Von Tim Gallandi

Stellen das neue Standesamt der Samtgemeinde Herzlake an der Saßlage in Holte-Lastrup vor: (von links) Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus, Brigitte Schröder, Rena Meyer (beide Samtgemeindeverwaltung), Beate Dulle und Klaus Groß-Thedieck (Gemeinderat Lähden). Foto: Tim GallandiStellen das neue Standesamt der Samtgemeinde Herzlake an der Saßlage in Holte-Lastrup vor: (von links) Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus, Brigitte Schröder, Rena Meyer (beide Samtgemeindeverwaltung), Beate Dulle und Klaus Groß-Thedieck (Gemeinderat Lähden). Foto: Tim Gallandi

Herzlake. Paare, die sich in der Samtgemeinde Herzlake das Jawort geben wollen, haben seit Kurzem die Wahl zwischen vier Kulissen. Zu den bisherigen Trauzimmern im Herzlaker Rathaus und Lähdener Heimathaus sind nun die Aselager Mühle sowie die Saßlage in Holte-Lastrup gekommen.

Im schattigen Winkel, der von Laubbäumen und Rhododendron umrahmt wird, erstreckt sich ein Teich, dessen Wasseroberfläche eine dünne Moosschicht bedeckt. Zwei Holzbrücken führen über das ringförmige Gewässer auf eine Insel, deren Mitte ein Gartenhaus samt Brunnen einnehmen. Nicht nur Leute mit romantischer Ader dürften diesem Ort das Attribut „malerisch“ geben. Besonders jetzt, im Sommer.

Magnetwirkung auf frisch Getraute übte die Saßlage im Lähdener Ortsteil Holte-Lastrup schon seit längerer Zeit aus: Häufig seien Brautpaare hierhergekommen, um sich in plakativer Kulisse fotografieren zu lassen, erzählt der Lähdener Gemeinderatsabgeordnete Klaus Groß-Thedieck. Jetzt können sich Paare auch gleich an Ort und Stelle trauen lassen.

„Holte-Lastrup hatte bisher kein Standesamt“, sagt Ludwig Pleus. Deshalb, so der Herzlaker Samtgemeindebürgermeister, habe man die Idee aufgegriffen, die Saßlage entsprechend zu widmen. Der Samtgemeinderat gab im Frühjahr geschlossen sein Okay. Zwei Trauungen hat es inzwischen hier gegeben, eine dritte steht in Kürze an.

Im Dornröschenschlaf

Dabei war die Saßlage lange Zeit alles andere als ein illustrer Schauplatz. Das Gelände, früher in Privatbesitz, „lag jahrzehntelang im Dornröschenschlaf“, so Pleus. Mit dem Kauf des Areals für die Feuerwehrwache gelangte die Kommune in den Besitz des Fleckens. Trotzdem dauerte es noch bis zur gemeinnützigen 72-Stunden-Aktion im Mai 2013, dass besagter Schlaf ein Ende hatte: Landjugend, Kolping und die Jugendfeuerwehr Holte-Lastrup gingen ans Werk, räumten das Gelände auf, bauten die beiden Brücken und mauerten den Brunnen.

Damit war gewissermaßen der Grundstein für den Bürgerpark Saßlage als Treffpunkt für Einheimische wie Touristen gesetzt. Herzstück ist ein Gartenhaus auf der Insel, das einem alten Fachwerkhaus aus dem Ortsteil Ahmsen nachempfunden ist.

Ausstellungsraum

Das Innere des Gartenhauses dient nicht nur als Ausstellungsraum mit einer Reihe von Bildern zur Geschichte Holte-Lastrups und der Saßlage, deren Name Wassersenke bedeutet und die ursprünglich als Feuerlöschteich und Viehtränke genutzt wurde. Auf den rund 30 Quadratmetern versammeln sich jetzt auch Hochzeitsgesellschaften, um die Trauungszeremonie zu erleben.

Ergänzt werden soll der Ort laut Pleus noch um sanitäre Anlagen; bislang müssen Besucher dafür entsprechende Räume im benachbarten Feuerwehrhaus nutzen. Finanziert werden soll das Ganze über das Förderprogramm Leader oder aus Mitteln der Dorferneuerung.