Manche Kinder überleben dort nicht Emsländer bauen eine neue Schule in Uganda

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Lähden. Kabango ist ein Ort in Uganda, wo die Menschen ohne Strom, ohne sauberes Wasser und ohne ärztliche Hilfe jeden Tag ums Überleben kämpfen. Über 2400 Kinder gehen dort in eine Schule, die sie zum Teil erst nach einem Fußweg von bis zu acht Kilometern erreichen. In einem Klassenraum ohne Bänke lernen 170 Schüler gleichzeitig. „Die Kinder haben großes Potenzial“, erzählen Bernd Rickermann und Ludwig Wilkens, „aber sie haben eigentlich keine Chance!“

Ludwig Wilkens aus Lorup und Bernd Rickermann aus Ahmsen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen und besonders die Kinder in einem der ärmsten Länder der Erde zu unterstützen. Seit 2010 sind sie in Uganda tätig . Mehrmals im Jahr fahren die Emsländer dorthin, um den Familien ein menschenwürdigeres Leben zu ermöglichen. Hilfe zur Selbsthilfe, so lautet das Motto von Rickermann und Wilkens, die dazu den Verein Belu Ugandahilfe gegründet haben.

„Ganz besonders stolz sind wir darauf, eine Schule gebaut zu haben“, verrät Bernd Rickermann, der schon als Jugendlicher davon träumte, den Menschen in Afrika helfen zu können. Nun, im Rentenalter, hat er, gemeinsam mit Ludwig Wilkens, diesen Traum war gemacht. „Man hat so viel darüber gelesen, aber wenn man dann dort ist, sieht alles noch mal anders aus“, berichten die beiden.

Die Kinder müssen auf dem Weg von der Schule nach Hause Wasser aus einem schmutzigen Erdloch holen und es in schweren Kanistern kilometerweit tragen. Viele erleben das Erwachsenenalter gar nicht erst, da sie vom verunreinigten Wasser krank werden und es keine medizinische Versorgung gibt. „Jedes Mal, wenn wir wieder da sind, müssen wir feststellen, dass welche fehlen. Jedes vierte Kind wird keine vier Jahre alt“, erzählt Wilkens.

Die Schule haben die beiden Rentner mit eigenen Händen im März 2014 fertiggestellt. Geholfen haben ihnen dabei sechs andere Personen, darunter ein junger Ingenieur, der eine Fotovoltaik-Anlage installierte und dabei gleichzeitig Bewohner vor Ort schulte. Letzteres ist Rickermann und Wilkens besonders wichtig. „Was nützt es, wenn wir helfen, die Menschen aber sich selbst nicht helfen können?“, fragt Bernd Rickermann. Durch die Inbetriebnahme der Fotovoltaik-Anlage ist es nun auch möglich, einen Kühlschrank zu betreiben, wodurch Medikamente für die Krankenstation gelagert werden können. Doch nicht nur Handwerker und Spezialisten, die mitgekommen sind, waren am Bau der Schule beteiligt, auch die Menschen vor Ort haben mitgeholfen. Außerdem stand den Helfern der ugandische Pater Gerard mit Rat und Tat zur Seite.

Im Januar werden Rickermann und Wilkens wieder nach Uganda reisen, um neue Projekte vorzubereiten. Geplant ist, einen 60 Meter tiefen Brunnen zu bohren, um im Dorf die Wasserversorgung zu verbessern. „Er wird mit einer Solarpumpe versehen und ein Trinkwasservermögen von 10000 Liter haben. Wenn alles fertig ist, brauchen die Kinder dann nicht mehr schwere Kanister zu tragen“, sagt Rickermann. Ebenfalls sollen medizinische Geräte nach Uganda gebracht werden. Nach dem Schulbau wird nun auch ein Kindergarten entstehen.

Um weiter helfen zu können, benötigen die Emsländer die Unterstützung von Firmen und Einzelpersonen. „Jeder kann etwas tun!“, sagt Rickermann. „Wir brauchen Material und fachlichen Beistand. Und natürlich sind Geldspenden gerne gesehen.“ Besonders aber am Herzen liegt den beiden eine Sache, die sie noch weiter intensivieren wollen. Sie haben die Möglichkeit geschaffen, für 15 Euro im Monat eine Patenschaft für besonders benachteiligte Kinder zu übernehmen.

Weitere Informationen über die Ugandahilfe sind unter www.belu-ugandahilfe.de zu finden.


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