Treffen im Hahnenmoor Fotografen beobachten Schwäne des Nordens in Herzlake

Meine Nachrichten

Um das Thema Herzlake Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Herzlake. 33 Naturfotografen aus ganz Niedersachsen haben im Hahnenmoor bei Herzlake den morgendlichen Ausflug nordischer Sing- und Zwergschwäne beobachtet. Anlass war das Jahresabschlusstreffen der Naturfreunde, Gastgeber war der in Werlte lebende Naturfotograf Andreas Schüring.

Die Gesellschaft deutscher Tierfotografen (GDT) ist eine der größten Organisationen für Naturfotografie weltweit (siehe Kasten). 33 Mitglieder des Landesverbandes Niedersachsen waren im Hahnenmoor vor allem auf die nordischen Schwäne gespannt, die hier zu Hunderten auf den offenen Wasserflächen übernachten und morgens – stets gegen den Wind – zu ihren Futterplätzen starten. Andreas Schüring beobachtet die Schwäne hier schon seit Jahren, vor allem die seltenen Zwergschwäne haben es ihm angetan. Weil er viele Nächte in einem umgebauten Autoanhänger direkt am Wasser verbringt, kennt er auch die morgendlichen Fluggewohnheiten der Tiere recht genau.

Und deshalb hatte er seine Fotografenkollegen zu ihrer Jahresabschlusstagung ins Emsland eingeladen in der Hoffnung, ein paar der melodisch singenden Schwäne im Flug fotografieren zu können. Kurz vor dem Hellwerden stiefelten deshalb die Fotografen auf einem Damm ins Hahnenmoor und brachten sich außer Sichtweite der etwas scheuen Tiere in Position. Und tatsächlich flogen in der kommenden Stunde immer wieder kleinere Trupps der mit einer Spannweite von 2,20 Metern durchaus beeindruckenden Singschwäne vorbei. Auch einige kleinere Zwergschwäne hoben mit kräftigem Flügelschlag ab.

Insgesamt waren aber viel weniger Tiere vor den Linsen unterwegs, als auf dem Wasser übernachtet hatten. Am Ende war die Erklärung recht einfach: Sie waren einfach außer Sichtweite davongeflogen. Dem Fotografentreffen tat das keinen Abbruch – die Naturfreunde sind langes und auch vergebliches Warten gewohnt.

Andreas Schüring berichtete dann im Café des Torfwerkes Hahnenmoor von seinen nächtlichen Streifzügen, vom Schwan als Erotiksymbol, von der Fähigkeit, eine Gehirnhälfte zum Schlaf abzuschalten, oder darüber, dass jeder Vogel am Schnabel individuell gezeichnet ist.

„Und sie erkennen sich offenbar gegenseitig sehr gut“, sagte Schüring. Wenn er nämlich nachts im Moor den Vögeln lausche, vernehme er eine unablässige leise Unterhaltung. Und nicht selten habe er beobachtet, dass ein Schwan einen anderen gerade am Rastplatz gelandeten offensichtlich wiedererkenne und dass sich dann beide Tiere ausgiebig trompetend begrüßten.

„Schwäne singen übrigens in Moll“, berichtete Schüring. „Und sie verwenden die gleichen Harmonien wie wir Menschen. Deshalb empfinden wir ihren Gesang als schön.“ Schüring plädierte für den bedingungslosen Schutz der nordischen Gäste. Die Zwergschwäne seien bereits deutlich auf dem Rückzug, und ein bedeutender Teil der noch 20000 Exemplare überwintere im Emsland.

Weitere Nachrichten aus der Samtgemeinde Herzlake finden Sie unter www.noz.de/herzlake


Die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen hat 15 Landesverbände. Über die Aufnahme als Vollmitglied entscheidet der Vorstand anhand von 20 Naturfotos, die die Bewerber einreichen müssen. Die GDT hat sich die Aufgabe gestellt, fotografisch ansprechende, aussagekräftige und biologisch einwandfreie Naturfotos unter Beachtung der geltenden Gesetze herzustellen und sie in der Öffentlichkeit durch Ausstellungen, Bücher, Kalender und Vorträge zu verbreiten. So will die GDT zu einem besseren Verständnis der Natur beitragen und für ihren Schutz werben. Die Achtung vor der Natur ist für GDT-Mitglieder oberstes Gebot bei ihrer fotografischen Arbeit.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN