„Deutschland schafft euch ab“ Rock-Konzert gegen Rechts in Lähden

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Lähden. Ein Zeichen gesetzt gegen Fremdenhass und Rechtsradikalismus, hat die Band Civil Courage mit dem Konzert „Deutschland schafft euch ab“ im Lähdener Jugendheim. Sechs weitere Musikgruppen, darunter Punklegende Normahl, sind der Einladung gefolgt und haben dem Publikum über sechs Stunden Livemusik geboten.

Plakate mit Titeln wie „Gewalt hat ein Ende – wir reichen uns die Hände“ oder „Wir gehören zu einer Welt, die fest zusammenhält“ zieren die Wände des Jugendheims in Lähden. Auf der Bühne steht Lars Besa der Band Normahl und singt: „Deutsche Waffen, deutsches Geld, schaffen Ordnung in der Welt, Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt“ während die emsländischen Fans lauthals mitsingen und tanzen.

Die Band Civil Courage hatte das Konzert mit dem Titel „Deutschland schafft euch ab“ in Anlehnung an das umstrittene Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin ins Leben gerufen. Geplant ist, mit dem Gewinn des Konzerts den von der Lähdener Combo geschriebenen Song „Deutschland schafft euch ab“ gemeinsam mit namhaften sowie unbekannteren Sängern herauszubringen, um die antifaschistische Aktion auch über die Grenzen des Emsland hinaus zu tragen.

Zusammen mit der Landjugend aus Lähden stellten die vier Musiker das Konzert auf die Beine, luden Bands ein und starteten einen Aufruf in der Zeitung und im Internet für Plakate zum Thema Fremdenfeindlichkeit. Zahlreiche Vereine und Institutionen aus dem Emsland und dem Osnabrücker Raum beteiligten sich und fertigten Spruchbänder an, die sie der Band zuschickten.

Auch die Gäste des Konzerts machten auf Nachfrage unserer Redaktion deutlich, dass ihnen Toleranz und Solidarität sehr wichtig sind. So sagte eine Besucherin aus Lingen, dass sie die Veranstaltung besuche, „weil ich auch ein Zeichen setzen möchte gegen Rechts“. Eine Frau aus Ahlhorn findet „ausländerfeindliche Parolen ziemlich daneben. Viele sind schließlich in Deutschland, weil sie hierhin mussten“ und jemand aus der Grafschaft Bentheim betonte: „Die Gesellschaft sollte aufgeweckt werden, denn das ist auch ein gesellschaftliches Problem.“ So rockte und pogte das Publikum zu den Songs wie „Trümmertango“ oder „Punk ist keine Religion“ der 1978 gegründeten Band Normahl aus Baden-Württemberg und zeigte damit gleichzeitig Flagge gegen Fremdenhass. Sänger Lars Besa sagte im Gespräch zu der Einladung ins Emsland: „Das ist eine geile Nummer. Für uns ist es ganz selbstverständlich, dass wir auf solchen Gigs spielen.“

Schmunzeln konnten die Zuschauer bei den Texten der Liedermacher Sarah Naiva & Yannic aus Rheine, wenn es hieß: „Wer hat Angst vorm GEZ-Mann? Niemand, niemand. Doch wenn er kommt dann laufen wir“. Die Rockband kleinE vertrat musikalisch den Hümmling, Klassiker wie „Otherside“ von den Red hot chili peppers“ oder „Sweet dreams“ von Eurythmics gab die Vierer-Combo Hörbar zum Besten und die Cloppenburger Asthmateufel lockten mit eigenen Liedern wie „Präsident“ oder „Deutschrock“ und mit Coversongs wie „Beinhart“ die Gäste auf die Tanzfläche. Seine antifaschistische Haltung verdeutlichte Sänger Sigi III zusätzlich durch seinen T-Shirt-Aufdruck „Nazis essen heimlich Döner“. Gastgeberband Civil Courage wartete mit dem „Blitzkrieg Bop“ der Ramones oder „Goldener Reiter“ von Torfrock sowie der eigenen Nummer „Nicht mit uns!” auf und stachelte das Publikum zum schallenden Antwortgesang an.

Die Beats per Minute und damit das Tanztempo trieb die Meppener Metal-Coverband Eisenkarl in die Höhe, wobei „Killing in the name of“ von Rage against the machine, „Mother“ von Danzig oder „South of heaven“ von Slayer noch zu den ruhigeren Songs gehörten.


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