Ausschuss empfiehlt Resolution Herzlake will nicht an Schulstruktur rütteln

Von Helmut Diers

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Der Schulausschuss der Samtgemeinde Herzlake empfahl dem Samtgemeinderat von einer Veränderung der Schulstruktur abzusehen. Damit ist auch der Schulstandort Bookhof gesichert. Foto: zoDer Schulausschuss der Samtgemeinde Herzlake empfahl dem Samtgemeinderat von einer Veränderung der Schulstruktur abzusehen. Damit ist auch der Schulstandort Bookhof gesichert. Foto: zo

Herzlake. Folgt der Samtgemeinderat am 16. Oktober der Empfehlung des Schulausschusses, dann wird an der derzeitigen Schulstruktur im Primarbereich der Samtgemeinde Herzlake nicht gerüttelt werden. Dafür wird dann eine Resolution an das Kultusministerium geschickt.

Einziger Tagesordnungspunkt der Schulausschusssitzung am Donnerstag vor rund 30 Zuhörern war die „Beratung und Beschlussfassung Zukunft der Grundschulen“. Vorangegangen war eine Info-Veranstaltung zur „Zukunft der Grundschulen“ am 2. Juli ( wir berichteten ). Die Ausschussvorsitzende Maria Lau (CDU), Sachbearbeiterin Marlies Maas und Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus trugen nun noch einmal die Zahlen und Fakten vor – zur Lehrerversorgung an kleinen Grundschulen, zur Bildung von Kombiklassen sowie zur neuesten Entwicklung der Schülerzahlen der fünf Grundschulen. Hinzu kamen die Stellungnahmen des Schulelternrats der Grundschule Bookhof und des Samtgemeindeelternrats.

Dabei wurde immer wieder betont, dass es „zurzeit nichts gibt, was uns zur Schließung einer Schule zwingt“. Weder Lau noch Maas verhehlten, dass es in der Grundschule Bookhof ab 2015/16 nur noch Kombiklassen gebe, in denen die Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet würden, ebenso wie die Dritt- und Viertklässler. Eine Kombiklasse gebe es bereits in Dohren. Ab dem Schuljahr 2019/20 seien in Dohren nach derzeitiger Kenntnis nur noch Kombiklassen möglich. In der Grundschule Lähden müsse ab 2015/16 eine Kombiklasse eingerichtet werden. Ab 2018/19 werde Lähden durchgängig einzügig sein. Die Grundschulen Herzlake und Holte seien bis 2020 mindestens durchgängig einzügig.

Lau betonte die Arbeitsbelastung der Lehrer an Grundschulen wie Bookhof. Da hätten zwei bis zweieinhalb Lehrkräfte Unterricht gleich zweimal, wenn eine Lehrkraft ausfalle, sogar vierfach vorzubereiten. Immer wieder wurde bekräftigt, es stehe in der Sitzung kein Schulschließungsbeschluss an, sondern ein Beschluss zur Struktur aller Grundschulen. Beklagt wurde jedoch, dass die Grundschulen der Samtgemeinde bis auf Herzlake ohne offizielle Schulleitung sind.

Beleuchtet wurde auch anhand von Zahlenmaterial, ob der Raumbedarf in Herzlake bei einer Zusammenführung der Grundschulen Bookhof und Herzlake ausreiche. Bei bis zu sieben Klassen sei der Raumbedarf gedeckt, sagte Maria Lau. Die Elternschaft der Grundschule Bookhof, die Lehrkräfte der Schule und der Samtgemeindeelternrat hätten sich für den Erhalt ihrer Schule in einer Info-Veranstaltung am 21. Juli ausgesprochen, teilte Pleus mit. Ratsherr Hans Bösken (CDU) würdigte die gute Arbeit in Bookhof und forderte, bis nach den Kommunalwahlen 2016 alles so zu belassen wie bisher. „Danach müssen wir neu die Situation bedenken“. Lehrervertreter Bernd Stegemann konnte sich „auf Dauer kleine Grundschulen vorstellen“ und zitierte den ehemaligen Kultusminister Werner Remmers, der 1980 gefordert habe, Schüler brauchen kleine Systeme.

Silke Feldmann (UWG) beantragte, „nichts an der Schulstruktur zu verändern“. Dem folgte der Ausschuss einstimmig und einigte sich auf eine Resolution ans Kultusministerium. Darin solle gefordert werden, so Timo Berghoff (CDU), dass für die Schulleitungen kleiner Systeme „eine verbesserte Situation“ geschaffen und kleinen Schulen „ein Puffer an Lehrerstunden für differenzierten Unterricht und Vertretungsfälle“ gewährt werde.


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