Einst Hausmütterchen, heute stark „Frechen Frauen im Zweierpack“ begeistern in Lähden

Von Martin Reinholz

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„Die frechen Frauen im Zweierpack“ begeisterten die kfd Frauen aus der Region Hümmling im Lähdener Jugendheim. Dabei spannten Claudia Sandkötter (links) und Usch Hollmann einen Bogen über 100 Jahre Frauengeschichte. Foto: Martin Reinholz„Die frechen Frauen im Zweierpack“ begeisterten die kfd Frauen aus der Region Hümmling im Lähdener Jugendheim. Dabei spannten Claudia Sandkötter (links) und Usch Hollmann einen Bogen über 100 Jahre Frauengeschichte. Foto: Martin Reinholz

Lähden. Es ist schon eine besondere Herausforderung, als Berichterstatter für diese Zeitung zwischen über 250 Frauen zu sitzen. Erst recht dann, wenn für diesen Abend die „frechen Frauen im Zweierpack“ angekündigt werden und eine der Protagonistinnen dem Schreiber „Wenn Sie diesen Abend mal überstehen!“ zuruft. Doch der Abend sollte dann hintergründig und sehr interessant werden – und viel Witz haben.

Alle zwei Jahre lädt die KFD-Region Hümmling , die zum Dekanat Emsland-Nord gehört, die Bezirks- und Vorstandsfrauen der insgesamt 25 KFD-Gemeinschaften zu einem Dankeschön-Abend ein. Diesmal fanden sich über 250 Frauen im Jugendheim Lähden ein, denen die Hümmlinger KFD-Vorsitzende Annette Hilmes für ihr teils jahrelanges Engagement dankte. Hilmes unterstrich die Bedeutung der KFD als „größter Frauenverband“ in Deutschland. „Auf euch kommt es an“, rief sie den Frauen zu, denn die Arbeit der KFD werde vor Ort geleistet. Mit dem Gedicht „Du bist etwas Besonderes“ drückte die Vorsitzende abschließend ihren Dank aus.

Anleitungen zum Glück

Usch Hollmann und Claudia Sandkötter aus Rheine überzeugten als „freche Frauen im Zweierpack“. Mit viel Wortwitz, gekonnter Mimik und scharfsinnigen Formulierungen spannten die „frechen Frauen“ einen Bogen über 100 Jahre Frauengeschichte in Deutschland. Obwohl die Thematik der Rolle der Frau in der Gesellschaft sehr ernst zu nehmen ist – seit Jahrzehnten kämpfen Frauen für mehr Rechte und sehen sich trotz allem immer noch in vielen Bereichen im Hintertreffen –, konnte das Duo den Zuhörerinnen oft lautes Lachen abringen.

Usch Hollmann begann mit den „Anleitungen zum häuslichen Glück“, in denen die Frau als „Hausmütterchen“ beschrieben wird, die dem Mann jeden Wunsch abzulesen hat. Auch die „Regeln für das richtige Verhalten der Frau“ besagen, dass die Frau geduldig und gehorsam zu sein hat. „Sich ducken statt aufzumucken“, heißt es dort.

Mit der Erkenntnis, dass „hinter jedem erfolgreichen Mann auch eine lebenstüchtige Frau“ steht, habe sich die Rolle der Frau in der Gesellschaft allmählich gewandelt. Dabei unterstrichen Sandkötter und Hollmann, dass die Frauen selbst aufgefordert seien, ein Stück weit mehr die Verantwortung zu übernehmen. Nach dem Motto „Wer sich nicht wehrt, kommt an den Herd“, ermutigten sie die KFDlerinnen, aktiv zu wehren.

Männer in Röcken

Natürlich wurde auch die Rolle der Frau in der Kirche unter die Lupe genommen. Der Apostel Paulus habe schon früh gepredigt: „Die Frauen in der Gemeinde sollen schweigen.“ Deshalb sei er auch heilig gesprochen worden, fügte Hollmann hinzu. Mittlerweile dürften Frauen in der Kirche schon den Lektorendienst versehen, Messdiener sein und die Kirche putzen und schmücken. Ein Pfarrer habe mal gesagt: „Die Frauen dürfen in der Kirche alles, nur nicht was sie wollen.“ Hollmann ergänzte: „Dies ist die Denkweise der Männer in Rom, die noch Röcke tragen, während wir schon lange die Hosen anhaben.“

Sandkötter erklärte abschließend die unterschiedliche Gefühlswelt der Frauen und Männer anhand der jeweiligen Tagebucheintragungen eines Paars. Während sie jede Reaktion ihres Partners beleuchtet und die gesamte Beziehung trotz einer gemeinsamen Liebesnacht anzweifelt, schreibt er nur kurz: „Heute hat Schalke verloren, aber wir hatten prima Sex.“

Abschließend gab Hollmann noch zahlreiche Tipps, wie die Frau von heute Mann beeinflussen und mit konkreten Maßnahmen ein Stück weit steuern kann. Wer das wissen möchte, sollte sich die „frechen Frauen im Zweierpack“ anschauen.


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